Den Schock hat man in Rheinfelden inzwischen verdaut. Eigentlich wäre ja alles nach Plan gelaufen. Bis zu dieser ersten Sommerferienwoche im Juli. Da entschied sich der Vorstand des Gemeindeverbands Soziale Fachbereiche des Bezirks Rheinfelden überraschend doch gegen das Gebäude an der Marktgasse 1.

Die 1,62 Millionen Franken, welche die Gemeindeversammlung kurz zuvor für eine auf den Verband massgeschneiderte Sanierung des alten Hauses gesprochen hatte, waren nichtig. Die Suche nach einem Nachmieter für die über 800 Quadratmeter im bald ehemaligen Polizeihaus (siehe Box) ging von vorne los.

Nun steht das Gebäude bald leer. Die Kantons- und Regionalpolizeien ziehen bis Ende Monat aus. Für Unruhe sorgt das bei den Stadtbehörden aber nicht. Die Stadt ist überzeugt, rasch einen neuen Mieter zu finden. Das zeigen Aussagen von Stadtammann Franco Mazzi kurz nach der Absage des Gemeindeverbandes.

Anfragen auf dem Tisch

Verschiedene Anfragen lägen nun, gut einen Monat später, auf dem Tisch. Mit einem Interessenten seien bereits Gespräche geführt worden. Das sagt Stadtschreiber Roger Erdin. Definitiv ist aber noch nichts. Als Möglichkeit wird auch die Vermietung von einzelnen Stockwerken geprüft. «In den nächsten Wochen wird das Gebäude zur Vermietung öffentlich ausgeschrieben», so Erdin.

Keine Prognose möglich

Vom Gebäude an der Marktgasse beziehungsweise von dessen Mieter erhofft sich die Stadt einiges – vor allem Leben in der Altstadt. «Wir wünschen uns idealerweise eine publikumsorientierte Nutzung, die Frequenzen in die Innenstadt bringt», sagt Erdin. Dafür ist die Stadt bereit, das eigentlich bereits gesprochene Geld in das vor rund 40 Jahren zuletzt renovierte Gebäude zu investieren. «Sofern sich die Investitionen und der Mietertrag bei einem neuen Mietverhältnis nicht wesentlich verändern, braucht es keinen neuen Beschluss der Einwohnergemeindeversammlung», sagt Erdin. Nur bei grösseren Unterschieden wäre eine erneute Abstimmung nötig.

Derweil hält die Stadt am Plan fest, erst zu sanieren und umzubauen, wenn der neue Mieter feststeht. Diesbezüglich lasse sich «in zeitlicher Hinsicht derzeit keine Prognose» machen, sagt Erdin. Der Umbau soll – wie es schon beim Gemeindeverband vorgesehen war – den Bedürfnissen des Mieters angepasst werden. «Wir werden wiederum zuerst das Raumprogramm der Interessenten aufnehmen und mit unseren Architekten Varianten aufzeigen, wie dieses erfüllt werden könnte», sagt Erdin.