Mettauertal

Das neue Lindenbrüggli bei Mettau sorgt nun für mehr Sicherheit

Erika Essig (links) und Gemeinderätin Elisabeth Keller bei der Namenstaufe. rgk

Erika Essig (links) und Gemeinderätin Elisabeth Keller bei der Namenstaufe. rgk

Der neue Bachübergang ist das Produkt einer grossartigen Gemeinschaftsleistung und war dringend notwendig. Wanderscharen müssen künftig nicht mehr entlang der Hauptstrasse marschieren.

Trotz miserabelsten Wetters fanden sich am Samstagmorgen bei der Brügglitaufe der Bachüberquerung «bei den Linden» im Ortsteil Mettau etwa 25 Personen ein. Da das anschliessende Fest kurzfristig in die Turnhalle Mettau verlegt wurde, konnten an die 100 Personen ein gemütliches Beisammensein bei Speis und Trank feiern.

Dank der Zusammenarbeit mit der Gemeinde Mettauertal, Lehrlingsprojekt der Firma Erne AG, Laufenburg, René Bosshard, Forstbetrieb, Förster André Schraner und Soldaten der Schweizer Armee konnte das Projekt realisiert werden. Mit der Bachüberquerung «bei den Linden» wird die gefährliche Situation, entlang der Hauptstrasse, für Wanderer und Spaziergänger massiv entschärft.

Erika Essig, Präsidentin und Gründerin des «Nordic Walking Mettauertal» freute sich, dass trotz widrigen Wetters doch 12 Personen den Parallelanlass, die 13,1 Kilometer Walkingstrecke, unter die Füsse nahmen. Nach zwei Stunden am Finish meinte Urs Ipser aus Mettau, er fühle sich jetzt so richtig frisch.

Es war ein wahrer Kraftakt

René Bosshart von der Erni AG, technischer Leiter des Projekts, informierte, dass die 13,5 Meter lange und 1,5 Meter breite Brücke aus witterungstauglichem verzinktem Eisen (hergestellt von Ruedi Winkler, Metallbau Wil) und einem Gewicht von 200 Kilo auf zwei Betonsockeln ruht. Der Bau durch Lehrlinge der Firma Erni war eine knifflige Angelegenheit. In lediglich fünf Tagen mussten drei Kubikmeter Beton verarbeitet und verankert sowie Kalkfelsen abgespitzt werden.

Die Bachdurchquerung (hierfür musste noch eine Behelfsbrücke aus Holz gebaut werden) und die Verankerung der Sockel im steilen Gelände erforderte Kreativität und Können. Das anschliessende Gelände für den Pfad wurde vom Landeigentümer Stefan Zumsteg zur Verfügung gestellt.

Förster André Schraner rühmte die seit 1995 bestehende Zusammenarbeit mit einer Ausbildungskompagnie des Militärs, die gerne wie hier nützliche Arbeit verrichten würde. Hier haben sie die schweren Anker gerammt.

Erika Essig ging kurz auf die Geschichte ein. Der 45 Kilometer lange Helsana Trail umfasst seit April 2006 auch ein Teilstück im Mettauertal. Ein Problem war hier, dass Wanderer einen längeren Abschnitt über die Kantonsstrasse in Kauf nehmen mussten. Mit dem ständig zunehmenden Verkehr stets ein risikoreiches Unterfangen. Es kam die Idee einer Bachüberquerung. Zuerst wurde sie als Schnappsidee abgetan. Jedoch bei einer Sitzung mit Landschaftsschützer Bärtschi kam heraus, dass es ein paar Meter bachabwärts 1880 bereits eine Holzbrücke gegeben hatte und somit der Erteilung einer Baubewilligung nichts im Wege stand.

Finanzierung des «Lindenbrügglis»

Gesamtleiter Sepp Grenacher stellte abschliessend fest, dass das ganze Projekt durch 15 000 Franken der Gemeinde Mettauertal und 5000 Franken aus der Vereinskasse finanziert werden konnte. Er meinte dazu mit einem strahlendem Lächeln: «Freude herrscht». Und spontan kam bereits wieder eine neue Idee an diesem tristen Samstag: Es solle noch eine Bank dazu kommen.

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