Die Gemeinde Gipf-Oberfrick, der Swisslos-Sportfonds des Kantons und der FC Frick beteiligten sich an den Kosten. Es ist ein Spielfeld, das dem Verein auch in den Wintermonaten ideale Trainings- und Spielbedingungen bietet. «Der Kunstrasen ermöglicht es allen 30 Mannschaften des FC Frick, in den Wintermonaten optimal zu trainieren», sagt Vereinspräsident Hans Reimann. «Trainings und Testspiele sind praktisch uneingeschränkt möglich, auch bei tiefen Temperaturen, leichtem Schnee oder Regen.» Nur wenn der Platz gefroren ist, ist er unbenutzbar.

Über solche Bedingungen kann sich der FC Frick allerdings als einziger Verein im Fricktal freuen. Kunstrasenplätze gibt es sonst nirgends. Und im Winter sind die Naturplätze gesperrt.

Plätze werden fremdvermietet

Trotzdem möchten viele Mannschaften nicht auf das Training auf einem Spielfeld verzichten. Aus gutem Grund. «Das kommt einem Ernstkampf viel näher als ein Training in einer Turnhalle oder auf einem Hartplatz», sagt Dominik Tanner, Präsident des FC Rheinfelden. «Auf einem Kunstrasen kann ausser Ausdauer und Kraft auch spielerisch und taktisch trainiert werden», sagt Manuel Heiz, Präsident der Spielkommission beim FC Wallbach. «Wer im Winter nicht auf Kunstrasen trainiert, hat im Frühjahr sportlich sicher einen Nachteil», sagt Niyazi Aydin, Sportchef beim Möhliner Verein NK Pajde.

Viele Mannschaften weichen deshalb aus, mieten sich anderswo einen Kunstrasenplatz für die Trainingseinheiten und Testspiele. Das bestätigt Kuno Cereda, Beauftragter Sportplatzkommission beim Fussballverband Nordwestschweiz. Beliebtes Ziel sei dabei das Baselbiet, wo es über 30 Kunstrasenfelder gibt. Der NK Pajde etwa trainiert und spielt in den Wintermonaten auf dem Sportplatz Kittler beim FC Frenkendorf. Auch dieses Jahr: Letzte Woche ist die erste Mannschaft in die Vorbereitung auf die Rückrunde in der interregionalen 2. Liga gestartet. Einige tausend Franken zahlt der Verein für eine ganze Wintervorbereitung pauschal an Miete. «Eine Investition, die sich lohnt», sagt Aydin.

Auch der FC Rheinfelden und der FC Wallbach weichen aus, wenn diese Woche die Trainings ihrer ersten Mannschaften starten. Beide zieht es nach Deutschland, wo Kunstrasenfelder in den unteren Ligen weit häufiger sind als hierzulande. Der FC Rheinfelden trainierte früher ebenfalls in Frenkendorf, dieses Jahr erstmals «an verschiedenen Orten im grenznahen Deutschland», wie Dominik Tanner sagt. Einerseits, weil der Trainer der ersten Mannschaft, Rainer Müller, lange bei Vereinen in Deutschland gearbeitet habe und über viele Kontakte verfüge. Andererseits auch, weil die Platzmiete ennet der Grenze schlicht günstiger ist. Ein Eurobetrag im mittleren zweistelligen Bereich falle pro Einheit an, sagt Tanner.

Zum Testspiel eingeladen

Der FC Wallbach trainiert in der Wintervorbereitung ebenfalls in Deutschland, spielt im Hochrheinstadion in Bad Säckingen. «Wir machen das schon im dritten Jahr so. Das hat sich bewährt», sagt Manuel Heiz. «Der Rasen in Wallbach wäre wohl frühestens Anfang März offen für Spiele oder Trainings – wenn überhaupt», erklärt er. Weil die Meisterschaft in der regionalen 2. Liga aber schon am 16. März beginnt, bliebe so nicht viel Zeit für Trainingseinheiten auf dem Rasen. «Ausserdem macht eine Vorbereitung auf einem Spielfeld auch den Spielern mehr Spass als im Kraftraum oder beim Lauftraining», fügt Heiz mit einem Lachen an. Er muss es wissen, ist er doch nicht nur Vorstandsmitglied, sondern auch Torhüter in der ersten Mannschaft der Wallbacher.

Viele Anfragen für Miete

Neben der Miete haben die Vereine aus der Region auch eine andere Möglichkeit gefunden, im Winter zumindest Testspiele auf Kunstrasen austragen zu können: Sie vereinbaren mit Vereinen, die über einen Kunstrasen verfügen, gleich zwei Testspiele für eine Saison. Eines findet im Sommer auf dem heimischen Naturrasen statt, das andere im Winter auf dem Kunstrasen des Gegners. So hat der FC Wallbach im letzten Sommer daheim gegen den Ligakonkurrenten Bubendorf getestet, nächste Woche folgt das zweite Testspiel, auswärts.

Auch beim FC Frick sind solche Vereinbarungen bekannt. «Wir versuchen immer, solche Doppeltestspiele zu ermöglichen», sagt Vereinspräsident Hans Reimann. Bei den Mietanfragen für Trainings hingegen müssen die Fricker abwinken. Der Verein erhalte immer wieder solche Anfragen. «Wir würden natürlich gerne helfen», sagt Reimann und fügt fast entschuldigend an: «Wir haben aber schlicht keine Kapazitäten, den Kunstrasen an andere Vereine zu vergeben.» Mit den 30 eigenen Teams sei der Platz in den Wintermonaten komplett ausgelastet.