Rabenschwarze Wolken und teils heftiger Dauerregen am Samstag waren wettermässig nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für die 13. grenzüberschreitende Kulturnacht in Laufenburg. Doch Veranstalter und Strassenkünstler liessen sich die Stimmung nicht verhageln, machten das Beste daraus, hatten so viel Zeit, mit den etwas weniger zahlreich gekommenen Besuchern in einen intensiven und interessanten Gedankenaustausch zu treten.

Zu sehen war wie in all den Jahren zuvor eindrückliche Kunst, die weit über die Grenzen der Region hinausgeht. Etwas geschützt vor der Nässe durch ein Zelt zeigten sechs Kunstschaffende auf der Laufenbrücke eindrückliche Werke aus Metall, Holz, Ton sowie Lichteffekte, die in Skulpturen aus Stein eingefangen sind. «Alles handgefertigte Unikate aus echten, massiven Steinen, gesammelt auf der ganzen Welt. In aufwendiger Kleinarbeit wird dann die Lichtelektronik eingebaut», erklärte dazu Jörg Walker. Metallkünstler Jochen Böhnert regt mit seinen Objekten einen Dialog zu den rostigen Ursprüngen seines Materials an, fasziniert mit seinen Skulpturen. Tapfer gegen die niedrigen Temperaturen kämpften die Kinder und Jugendlichen in ihren luftigen Kleidchen der Ballettschule Luise Kray an, begeisterten graziös mit ihrem Können.

Spannende Geschichte zum Bild

Etwas gemütlicher war es in den Ateliers und Museen. Im «Bildfenster» von Edita Soldati regte die Malerin Trudi Hofer die Gäste an, aus vielen kleinen bunten Platten fantasievolle Gebilde wie zum Beispiel einen Regenbogen, zusammenzufügen. Farbenfroh auch ihre Bilder, die seit 30 Jahren einen nicht mehr wegzudenkender Teil ihres Lebens ausmachen. Im Museum Schiff konnten die Gäste eintauchen in die Geschichte der Gastarbeiter, die vor 50 Jahren aus Leonforte ins Land gekommen waren – hochaktuell das Thema auch heute wieder.

In der Kultschüür zeigte der bekannte Maler Rudolf Schütz Impressionen der Kultur und des Brauchtums seiner Heimatstadt Laufenburg. Dazu ist er an Orte gegangen, wo auch heute die alten Bräuche lebendig sind, hat Skizzen angefertigt und aus dem Gedächtnis heraus daheim gemalt. So zum Beispiel das «Gautschen», bei dem der Zunftmeister den Druckerlehrling in einem Stadtbrunnen tauft – bei fast jedem Wetter. Alte Anlässe wie der Rääbeliechtli-Umzug, Prozessionen, das Hirsebreifahren oder auch herrliche Stadtansichten sind zu bewundern. Und zu jedem Bild erzählt er spannende Geschichten, die er durch aufwendige Recherchen und Befragungen zusammengetragen hat.

Die Gestaltung der Baumwolltaschen mit Schablonen und Farben vor dem Atelier «Steffis Welt» fiel im sprichwörtlichen Sinne ins Wasser. Zu nass dazu, befand die Künstlerin. Dafür war es im Atelier zwar warm, aber zu eng für das geplante Vorhaben. Als Ausgleich gab es Warmes zu trinken und einen angeregten Schwatz. Wunderschöne Fotos in Schwarz-Weiss zur architektonischen Umgebung des SBB in Basel von Philipp Fuchs waren zu bewundern, das Duo Newestage The 4 th begeisterte mit besinnlichen Balladen vor der Keramikwerkstatt Schudel/Suter, die Flötengruppe der Musikschule Laufenburg zog die Besucher an, orientalische Rhythmen und Bauchtänze gab es auf dem Laufenplatz, ein Gipsy-Konzert mit der Band Strello, kleine ADHS-Künstler zeigte ihre Kreationen. Auf beiden Seiten des Rheins tönten fröhliche Melodien und darüber hinaus gab es sehr viel zu sehen.