Weinlese

Das «Herbsten» hat begonnen — Die ersten Trauben sind im Fass

Bei Gerhard Wunderlin landeten in den vergangenen Tagen die ersten Trauben in der Traubenpresse – die «Wümmet» im Fricktal ist angelaufen.

Bei Gerhard Wunderlin landeten in den vergangenen Tagen die ersten Trauben in der Traubenpresse – die «Wümmet» im Fricktal ist angelaufen.

Die Qualität des Wein-Jahrgangs 2019 stimmt, auch mit der Quantität sind die Winzer zufrieden – Sorgen bereitet einzig die Kirschessigfliege.

Die Helferinnen und Helfer von Gerhard Wunderlin durften sich am Mittwoch eine Pause gönnen. Wegen des wechselhaften Wetters beschloss der Zeininger Winzer, einen Tag lang auszusetzen mit der «Wümmet» – oder wie die Weinlese im unteren Fricktal auch genannt wird: dem «Herbsten». Ende Woche, wenn wieder besseres Wetter angesagt ist, geht es weiter.

Auch bei anderen Weinbaubetrieben im Fricktal ist die Weinlese angelaufen. Als Erstes werden die frühen Sorten geerntet. Beim Weinbaubetrieb «Fehr und Engeli» in Ueken etwa der Weisswein «Müller Thurgau». «Während die Ernte im vergangenen Jahr eher früh begann, sind wir dieses Jahr im normalen Zeitraum gestartet», sagt Kellermeister Michael Rey. In den kommenden Wochen folgen dann die Rotweinsorten. Auch beim Weinbau Schraner in Kaisten oder bei Tom Litwan in Oberhof landen in diesen Tagen die ersten Trauben im Fass.

Der Spätsommer hat Wirkung gezeigt

Auf Qualität und Quantität des Jahrgangs 2019 angesprochen, tönt es bei den Fricktaler Winzern überall in etwa gleich: Qualität sehr gut, Quantität durchschnittlich bis gut. Vor allem das bis vor wenigen Tagen schöne und fast sommerlich warme Wetter hat für ordentlich Süsse in den Trauben gesorgt.

Die ersten gelesenen Weissweine hätten mit 90 Öchslegrad gute Werte gezeigt, sagt etwa Gerhard Wunderlin. Bei den Rotweinen läuft die Lese erst an; genaue Werte liegen deshalb noch nicht vor. Aber: «Es dürfte auch bei den Rotweinen ein fruchtiger und ausgeglichener Jahrgang werden», so Wunderlin.

Die Sonne hat in den vergangenen Wochen also Wirkung gezeigt. Und die kühlen Nächte führten gleichzeitig dazu, dass die Säure in den Trauben abgebaut wurde. Auch das ein mehr als willkommener Effekt. «Einen solchen Spätsommer wünscht man sich als Winzer für die Aromaentwicklung», sagt Rey. «Für die Reife und die Zuckerwerte haben die schönen Tage viel gebracht», sagt auch Tom Litwan.

Schlechte Witterung erhöht Risiko von Fäulnis

Sorgen bereitet den Winzern in diesen Tagen die nun schlechtere Witterung: «Die Nässe und die gleichzeitig noch lauen Temperaturen erhöhen das Risiko von Fäulnis», sagt Litwan. Aber auch auf die Kirschessigfliege müssen die Weinbauern achten. Fast alle verzeichnen einen leichten Befall in ihren Rebbergen.

«Wir beobachten die Situation genau», sagt Roland Schraner. Einige Winzer haben die Trauben daher mit Kaolin behandelt. Dieses biologische Mittel hält die Fliegen davon ab, ihre Eier in die Trauben zu stechen. Andere setzen auf ein gutes Auge. Etwa Tom Litwan. «Befallene Trauben haben eine hellere Färbung als gesunde Trauben», erklärt er. Sie werden daher bei der Lese aussortiert.

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