Fricktal

Das Brocki als Möbelladen für den kleinen Geldbeutel

Günstige Einzelstücke: Möbelsuche in der Brockenstube. (Symbolbild)

Günstige Einzelstücke: Möbelsuche in der Brockenstube. (Symbolbild)

Der Zügeltermin 1.April bedeutet für die Brockenstuben eine Zunahme der Kundschaft auf Möbelsuche.

Esstische, Stühle, Regale, Sofas, Kleiderschränke und Badezimmermöbel sind die Renner in den meisten Brockenstuben. Dies ergab eine Umfrage der az bei Fricktaler Brockenhäusern im Hinblick auf den bevorstehenden Zügeltermin vom 1. April.

«Wer gebrauchte Möbelstücke sucht, wird bei uns meistens fündig», sagt Sylvia Krämer vom Gemeinnützigen Frauenverein Magden, der zwei Brockenstuben führt, eine davon als spezielle Möbel-Brocki. «Es sind weniger die dunklen Möbel im Trend, sondern helles und modernes Mobiliar.»

Zur Kundschaft der Magdener Möbel-Brocki zählen jüngere Leute aus der ganzen Region, die nicht viel Geld für Einrichtungsgegenstände auslegen möchten. «Viele kommen immer wieder, weil sie auf der Suche nach einem bestimmten Möbel sind», erklärt die Kassierin des Frauenvereins.

«Nur gut erhaltene Stücke kann man uns bringen. Solche, die sich auch verkaufen lassen. Ladenhüter, die nach einem Jahr noch hier stehen, werden von uns entsorgt», sagt Sylvia Krämer, die mit den neusten Zahlen von 2014 aufwarten konnte: «Vom Gesamtumsatz unserer beiden Brockenstuben im Betrag von 13 000 Franken machte der Möbelanteil rund einen Drittel aus, nämlich 3800 Franken.»

Der Möbelverkauf zieht jetzt an

Nicht mehr in jeder Fricktaler Brockenstube gibt es Möbel. So hat der Gemeinnützige Frauenverein Rheinfelden die Möbelabteilung vor ein paar Jahren aus Platzgründen geschlossen.

Andere Brockis bieten hingegen weiterhin gebrauchtes Mobiliar an, «weil Möbel bei uns nach wie vor sehr gefragt sind», sagt Uschi Kaufmann von der Brockenstube Uf Schalle in Möhlin. «Die Auswahl ist zwar nicht riesig, aber wir haben Kästen, Tische, Sitzmöbel, Betten und anderes Mobiliar. Speziell vor den bekannten Zügelterminen, wie dem 1. April, zieht der Möbelverkauf an, jetzt steigt die Nachfrage.»

Wer zählt zur Kundschaft und woher kommen die Leute? Uschi Kaufmann: «Es sind Jüngere darunter, die eine Wohngemeinschaft einrichten. Dann sehen sich ältere Leute nach Gartenmöbeln um oder solche, die wenig Geld zur Verfügung haben, wollen eine Einrichtung zusammenstellen, die nicht viel kosten darf.»

Tendenziell werde die Kundschaft zahlreicher, die sich in der Brockenstube für Möbel interessiere. «Das hängt zum Teil mit der angespannten wirtschaftlichen
Situation der Leute zusammen, in der sie sich befinden.»

Es sei daher das Bestreben der Brocki, nur einwandfreies Mobiliar zu verkaufen. «Bei dieser Gelegenheit ist zu sagen, dass wir keine Entsorgungsstelle für alte Möbel sind», so Uschi Kaufmann.

Solide Möbel sind gefragt

Dass bei Nacht und Nebel Einrichtungsgegenstände vor der Brocki anonym deponiert werden, kommt leider immer wieder vor, auch beim alten Grundbuchamt in Laufenburg, wo der Gemeinnützige Frauenverein seine Brockenstube eingerichtet hat.

Die Frage an Beatrice Burgherr, die Gründerin der Brocki: Wandeln sich die Brockenstuben immer mehr zum Möbelgeschäft? «Früher war das extremer, vor allem vor den Zügelterminen. Es sind ältere und solide Sachen, die heutzutage gesucht sind und die man bei uns durchaus findet. Zwischendurch gibt es in der Brockenstube wirklich ganz schöne Trouvaillen.»

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