Wirtschaftsforum

Cybersicherheit soll man nicht auf die leichte Schulter nehmen

Am Wirtschaftsforum ging es auch darum, wie Daten gegen den kriminellen Missbrauch geschützt werden können.

Am Wirtschaftsforum ging es auch darum, wie Daten gegen den kriminellen Missbrauch geschützt werden können.

Im Fokus des Wirtschaftsforums Fricktal am Donnerstag bei Novartis in Stein stand der Umgang mit Daten. Unter anderem wurde der Schutz von Daten gegen kriminellen Missbrauch thematisiert.

«Daten sind das Erdöl des 21. Jahrhunderts»: So brachte Regula Ruetz, Direktorin von Metrobasel, den heutigen Wert von Daten auf den Punkt. Aber: «Mit Rohdaten kann man wenig anfangen, man kann ja auch nicht einfach Rohöl tanken», so Ruetz. Wenngleich Daten die neue Währung sein sollen, gibt es doch einiges zu beachten, damit aus Big Data Smart Data wird.

Dazu gehört die Achtung von Persönlichkeitsrechten. Und die unterliegen je nach Kultur und Land unterschiedlichen Auffassungen. «In den USA zum Beispiel hat die Verwertung von Daten mehr Wert als der Datenschutz», berichtete Ruetz. In China stehe das Interesse des Staates vor Persönlichkeitsrechten, während es in Europa gerade umgekehrt ist.

Regula Ruetz: «Hier haben Persönlichkeitsrechte mehr Gewicht, der Schutz personenbezogener Daten gilt als Grundrecht.» Europa bietet also nicht den «absoluten Nährboden» für die Datenverwertung nach dem Vorbild USA. Was dazu führt, «dass wir uns in einem Spannungsfeld befinden», so Ruetz – dies vor allem in der Wirtschaft, für die Daten auch deshalb relevant sein können, um sich gegen die globale Konkurrenz durchsetzen zu können.

Überall auf der Welt gibt es digitale Fussspuren

Regula Ruetz, Stammgast am einmal im Jahr stattfindenden Wirtschaftsforum Fricktal, zeigte Chancen, Vorteile und Grenzen der Datennutzung im internationalen Vergleich auf. Trotz der Unterschiede besteht eine Verbindung: Egal, ob USA, China oder Europa – überall hinterlässt die Gesellschaft, also jeder Einzelne, digitale Fussspuren, sei es beim Shopping oder im Internet. Daten, so Ruetz, «werden auf der ganzen Welt gespeichert, archiviert und analysiert». Ihr Fazit: «Die Währung, mit der wir zahlen, sind unsere Daten. Das ist ein Tauschgeschäft.»

Ein Tauschgeschäft, das nicht ohne Risiko ist. Im Vortrag von Marc Ruef, IT-Spezialist im Bereich der Cybersicherheit, ging es darum, wie Daten gegen den kriminellen Missbrauch geschützt werden können. Seine Empfehlung: «Immer skeptisch sein und Cyber-Sicherheit ernst nehmen.»

Mit einer anderen Form der Datennutzung im Zusammenhang mit der Abwehr von schädlichen Zellen befasste sich Dorothea Ledergerber, Projektleiterin bei Novartis. Sie hat mit einem kleinen Team am Standort Stein ein Zentrum für Zell- und Gentherapie aufgebaut. Dort wird eine neuartige Therapie zur Behandlung von krebskranken Kindern hergestellt. Im Januar 2019 war das Zentrum noch eine Baustelle, mittlerweile «sind wir Teil eines globalen Netzwerkes».

Ledergerber berichtete über den Umgang mit Daten im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Blutkrebs. Die hinterlegten Daten sollen den Patienten eindeutig identifizierbar machen, dafür sind Chargenbezeichnung und ein «Behandlungsschlüssel» vonnöten. Das gut besuchte Wirtschaftsforum moderierte Christian Fricker, Präsident des Planungsverbands Fricktal Regio.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1