Frick

Coronakrise schränkt Sammelaktionen für Spendengelder ein – das macht erfinderisch

Anlässe wie hier die Spaghettata oder die Pizzaabende kann die Missionsgruppe El Mundo derzeit nicht durchführen.

Anlässe wie hier die Spaghettata oder die Pizzaabende kann die Missionsgruppe El Mundo derzeit nicht durchführen.

Die Coronakrise trifft auch karitative Organisationen: Sie können ihre Spendenanlässe nicht wie gewohnt durchführen. Die Missionsgruppe El Mundo in Frick hat eine Alternative gefunden.

Die Coronakrise trifft die Menschen in armen Ländern doppelt hart. Zum einen sind auch in Entwicklungs- und Schwellenländern viele Menschen an Covid-­19 erkrankt – und haben nicht die gleich guten Behandlungsmöglichkeiten wie die Menschen in der Schweiz.

Zum anderen brechen auch Spendengelder für diese Länder weg, denn viele karitative Or­ganisationen in der Schweiz können ihre Sammelaktionen nicht wie gewohnt oder dann nur unter erschwerten Bedingungen durchführen. Die Gelder brechen also just in dem Moment weg, in dem sie noch dringender gebraucht würden.

Eine betroffene karitative Organisation ist die Missionsgruppe El Mundo in Frick. Die 14-köpfige, international gemischte Gruppe unterstützt seit Jahrzehnten mit viel Herzblut und grossem persönlichem Engagement mehrere Projekte in Brasilien, Indien und Mexiko. Im Fokus der Projekte stehen Kinder; ihnen hilft El Mundo auf ihrem Bildungs- und Lebensweg. So werden in Indien Kinderheime unterstützt; hier erhalten Waisenkinder Unterkunft, Kleider und Schulbildung.

Die Gruppe hat zu den Projektverantwortlichen einen direkten Kontakt. «So tragen wir Sorge, dass die Spendengelder und Einnahmen aus unseren Aktivitäten richtig eingesetzt werden», sagt Leiter und Pfarreiseelsorger Ulrich Feger.

Nur eben: Die Coronakrise hat die Aktivitäten der Missionsgruppe massiv eingeschränkt. Während sie in normalen Jahren mit Pizzaabenden, Spaghettata, Martinitisch und Ständen am Fricker Strassenfest und am Weihnachtsmarkt Geld für die Projekte sammeln kann, konnte die Gruppe in diesem Jahr nur einen der traditionellen Anlässe in gewohnter Form durchführen. Zum einen, weil die Schutzmassnahmen von Kanton und Bund eine Durchführung verunmöglicht haben. Zum anderen, weil rund die Hälfte der Gruppenmitglieder bereits älter ist und damit zur Risikogruppe gehört.

Take-away statt Stand am Weihnachtsmarkt

So fehlen aber wichtige Einnahmen – und damit die Spendengelder. «Die Stimmung in der Gruppe ist gedrückt», sagt Feger. Helfen zu wollen und es nicht zu können, stimme nachdenklich – und macht erfinderisch. Die Coronakrise kann so auch eine Chance sein, neue Wege auszuprobieren. «Gefragt sind Ideen, die sich trotz Coronakrise umsetzen lassen», so Feger.

Auf der Suche nach Möglichkeiten, in der Coronazeit Geld für die Projekte zu generieren, setzt die Gruppe nun auf Take-away. Ein erstes Mal hat die Gruppe nach dem Samstagabend- sowie dem Sonntagsgottesdienst bereits Gulasch über die Gasse verkauft. «Ein voller Erfolg», freut sich Feger; das Gulasch war ausverkauft. Auch ein Grillabend funktionierte gut.

«Darauf lässt sich aufbauen», sagt Feger. Am 5. Dezember – also an dem Tag, an dem der Weihnachtsmarkt statt­gefunden hätte – und am 6. Dezember will die Missionsgruppe nach den Gottesdiensten Chili con Carne im Take-away-Format anbieten.

Feger ist sich bewusst, dass damit nicht die gleich hohen Einnahmen wie am Weihnachtsmarkt erzielt werden können. «Aber es ist besser als nichts», sagt er und weiss: «Gerade bei den Hilfsprojekten zählt jetzt jeder Franken.»

Umso mehr, als im kirchlichen Kontext auch die zweite Einnahmequelle, die Kollekten in den Messen, aufgrund der Coronasituation und dem damit verbundenen Rückgang der Messebesucher zurückgegangen sind.

Feger hofft, zusammen mit den anderen Gruppenmitglieder, «dass wir weiterhin unterstützt werden, um unterstützen zu können». Mut und Zuversicht geben ihm dabei auch die spontanen Spenden, die bei der Missionsgruppe immer wieder eingehen. «Das sind wunderbare Zeichen der Verbundenheit.»

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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