Laufenburg
Corona löst Notbetrieb in Altersheim aus: 15 Bewohner wurden positiv getestet

15 Bewohner der Laufenburger «Klostermatte» positiv auf Covid-19 getestet – Infektionsgeschehen via Smartwatch ist nicht mehr verfolgbar.

Dennis Kalt
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VAOF-Geschäftsführer Andre Rotzetter mit der Smartwach, die in Laufenburg und Frick im Einsatz ist.

VAOF-Geschäftsführer Andre Rotzetter mit der Smartwach, die in Laufenburg und Frick im Einsatz ist.

asp (Frick, 3.12.2020

Es ist ein Schock für den Verein für Altersbetreuung im oberen Fricktal (VAOF). Das Coronavirus hat auf die Bewohner in seinen Alters- und Pflegeheimen in Frick und Laufenberg übergegriffen. Gemäss VAOF-Geschäftsführer Andre Rotzetter sind mit Stand von gestern Mittag 15 der 104 Bewohner in der Laufenburger «Klostermatte» positiv getestet worden. Von den 15 Betroffenen haben vier kein Symptome.

Die erste Infektion in der Klostermatte ereignete sich vor 13 Tagen. «Wir konnten die betroffene Bewohnerin sofort isolieren und die Bewohner, die mit ihr in Kontakt standen unter Quarantäne stellen», sagt Rotzetter. Möglich war dies, weil die Bewohner der Einrichtung eine Smartwatch tragen, die zum Contact-Tracing dient. Die erkrankte Bewohnerin ist inzwischen genesen.

Letzten Freitag kam es jedoch zu zwei weiteren Infektionen, am Tag darauf zu weiteren Verdachtsfällen. «Die Datenlage des Contact-Tracings liess die Vermutung aufkommen, dass es eine weitere interne Infektionskette geben muss», so Rotzetter, der vermutet, dass das Virus, von zwei Personen, die asymptomatisch waren, unabhängig voneinander von aussen ins Haus eingeschleppt wurde. So blieb denn auch nichts anderes übrig, als die komplette «Klostermatte» unter Quarantäne zu stellen und alle am Sonntag testen zu lassen. Heute werden gemäss Rotzetter im Fricker «Bruggbach» alle getestet. Hier kam es im Verlaufe der Woche zu drei Infektionen. «Das Infektionsgeschehen ist ähnlich diffus wie in Laufenburg», sagt Rotzetter. Derzeit befinden sich 40 Bewohner in Quarantäne. «Momentan ist nur die Demenzstation für Besuche offen», sagt Rotzetter.

Mittlerweile, so Rotzetter, stehen nur noch drei von fünf Abteilungen der «Klostermatte» unter Quarantäne. Hier sind Besuche in den nicht betroffenen Abteilungen wieder möglich. «Den meisten Infizierten geht es gut; zwei, drei Personen machen uns aber Sorgen.» Auch unter den Mitarbeitenden gibt es Infektionen. So läuft der Betrieb der «Klostermatte» derzeit in 12-Stunden-Schichten ab. «Wir mussten Mitarbeiter aus den Ferien holen. Für die Angestellten ist die Situation derzeit eine extreme psychische Belastung», so Rotzetter. Ohnehin hätten sich die Angestellten seit Monaten stark in ihrer Freizeit eingeschränkt und dort selbst Kontakte gemieden, um den Schutz der Bewohner zu maximieren. «Sie haben den Kopf bei fast nicht anderem und fühlen sich für das Wohl der Bewohner in der Verantwortung», sagt Rotzetter, der beim Zivilschutz nach personellen Ressourcen für den derzeitigen Notfallbetrieb angefragt hat.

Petra Elmiger übernimmt per sofort die Leitung von Heinz Stucki

Infiziert hat sich auch Heinz Stucki, der langjährige Leiter der «Klostermatte». Dieser hätte eigentlich sein Amt Ende Januar an Petra Elmiger abgegeben. Aufgrund Stuckis Infektion hat Elmiger per sofort die Leitung übernommen.

Rotzetter betont, dass man die Angehörigen proaktiv informieren werde, falls sich ein Angehöriger infiziert habe oder der Gesundheitszustand sich verändere. Sobald ein Bewohner wieder besucht werden könne, würden die entsprechenden Angehörigen informiert. Rotzetter kann die Besorgnis der Familien mit infizierte Angehörigen nachvollziehen. «Wir bedauern dies zu tiefst. Es ist eine Tragödie, wenn ein Bewohner einen schweren Krankheitsverlauf hat. Wir versichern, dass wir diese Bewohner gut begleiten werden.»

Rotzetter geht davon aus, dass ab nächster Woche einzelne Abteilungen für Besuche wieder öffnen. «Vorausgesetzt, es gibt keine weiteren Ansteckungen; ich bin da aber guten Mutes.»