Eiken
«Ausserdem bin ich kein Sesselkleber»

14 Jahre hat Georges Collin dem Gemeinderat angehört. Ende 2011 legt er sein Amt nieder.

Susanne Hörth
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Das Verhältnis zu seinen Gemeinderatskollegen wie auch zu den Gemeindeangestellten sei stets sehr gut gewesen, spürbare Differenzen mit der Bevölkerung habe es keine gegeben. Damit unterbindet der Eiker Gemeindeammann Georges Collin gleich von vorne weg jegliche Spekulationen, sein auf Ende Jahr terminierter Rücktritt aus dem Gemeinderat könne möglicherweise damit zusammenhängen. Vielmehr das Gegenteil ist der Fall. Der Eiker blickt auf eine sehr gute, sehr lehrreiche und auch eine sehr spannende Gemeinderatstätigkeit zurück. Gründe für den Rücktritt gibt es aber schon. «Um es genau zu sagen: deren drei», so Collin.

Ausschlaggebend sei das von ihm und seiner Frau betriebene Geschäft. Als selbstständig Erwerbender und einem kontinuierlich steigenden Geschäftsgang ist das Ehepaar zunehmend gefordert. Für sein Amt als Gemeindeammann wendet Georges Collin im Schnitt ein Pensum von 30 Prozent pro Woche auf. Zeit, die er künftig in den eigenen Betrieb investieren möchte.

Ein gewolltes Kalkül

Als zweiten Grund gibt er an, dass ein Rücktritt nach 14 Jahren Gemeinderatstätigkeit absolut vertretbar sei. «Ich durfte während dieser Zeit zusammen mit den Gemeinderatskollegen grosse Projekte begleiten, konnte von Beginn an mit Volldampf einsteigen. Und ausserdem bin ich kein «Sesselkleber.» Es stecke zudem ein gewolltes Kalkül hinter dem vom Departement des Inneren bereits bewilligten Rücktritt per Ende Jahr. Collin führt dazu aus: «Ich will nicht, dass die Situation entsteht, dass beispielsweise gleich vier neue Gemeinderäte gewählt werden müssen. Es soll alles geordnet über die Bühne gehen. Ein scheidender Gemeinderat trägt auch Verantwortung für das, was nach ihm kommt.»

Damit geht es nicht um die Suche nach neuen Kräften, sondern wie erwähnt um einen sauberen Übergang. Es ist für den Gemeindeammann klare Sache, dass er bis Ende Jahr sämtliche laufenden Geschäfte noch intensiv begleiten wird.

Dazu gehört unter anderem die Gesamtrevision Nutzungsplanung oder die Erstellung des Massnahmenkataloges aus dem Gemeindeleitbild. Als grosse künftige Herausforderung für Eiken sieht er die gemeindeübergreifende Arealentwicklung Sisslerfeld oder die Verbesserung der Verkehrssituation.

«Mit 52 Jahren steigen manche erst ein, ich aus. Ich werde mich aus allen Ämtern zurückziehen», erklärt Georges Collin weiter. Seit 2003 ist der Eiker Vorstandsmitglied der Gemeindeammännervereinigung des Kantons Aargau, zudem gehört er dem Konsultationsgremium «Kanton-Gemeinden» an.

Georges Collin schliesst nicht aus, später in der Gemeindeberatung tätig zu sein. Nach seinem Rücktritt beginnt für ihn aber erst einmal eine neue Zeitrechnung. Er sieht sich auch nicht als graue Eminenz im Hintergrund der Gemeindebehörde. Collin ist überzeugt, dass es in Eiken genügend fähige Kandidaten für frei werdende Behördenämter gibt. «Eiken hat in der Vergangenheit immer wieder die Dynamik bewiesen, dass alle Ämter besetzt werden können.»

Zweiter Rücktritt

Es sei absoluter Zufall, dass auf den gleichen Zeitpunkt noch ein weiterer Rücktritt aus dem Gemeinderat zu vermelden sei, so Collin. Nach 18 Jahren Gemeinderatstätigkeit legt Peter Baumgartner sein Amt nieder. Er wird frühpensioniert, zieht aus der Gemeinde weg.