Vorfreude
Augusta Raurica erwartet irische Klänge, Rattenfänger und Römer

Augusta Raurica ist auch in diesem Jahr mehr als nur Museum und antike römische Bauwerke. Viele Veranstaltungen stehen an, etwa im Rahmen des Stimmen-Festivals.

Andrea Schäfer
Merken
Drucken
Teilen
Trotz des verregneten Sommers 2014 zieht man in Augusta Raurica positive Bilanz – und hofft auch dieses Jahr auf viel Volk im historischen Freilichttheater.

Trotz des verregneten Sommers 2014 zieht man in Augusta Raurica positive Bilanz – und hofft auch dieses Jahr auf viel Volk im historischen Freilichttheater.

Martin Töngi

Der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich verspricht ein weiteres Jahr mit vielen interessanten Veranstaltungen in der Römerstadt Augusta Raurica. An der jährlichen Medienkonferenz in Augst wurde gestern zwar hauptsächlich Bilanz über das vergangene Jahr gezogen, es wurde aber auch das aktuelle Programm 2015 bekannt gegeben. «Das Stimmen-Festival hat inzwischen mit dem römischen Theater einen gut sichtbaren Stützpunkt gefunden», betonte Wüthrich.

Im Rahmen des Stimmen-Festivals, dessen Hauptbühne in Lörrach liegt, erlebt das römische Theater einen der Höhepunkte in diesem Jahr. Anfang Juli werden unter dem Motto «Irish Vibes & Waves» der Singer und Songwriter Mick Flannery sowie die Sängerin Sinéad O’Connor das Publikum erfreuen. Die 49-jährige O’Connor wurde mit dem Herzschmerz-Lied «Nothing Compares 2 U» 1990 schlagartig berühmt.

Kammerorchester spielt auf

Aber auch lokale Akteure werden in diesem Jahr im historischen Open-Air-Theater zum Zug kommen. «Eine Neuheit ist, dass das Kammerorchester Basel, ein Orchester mit weltweitem Ruhm und hoher Reputation, hier erstmals eine Inszenierung wagt», erzählte Wüthrich. Vom 14. bis 16. August wird das Orchester einen szenischen Konzertabend unter dem Titel «Königin liebt Esel» präsentieren, mit Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy und Henry Purcell. Geleitet wird das Orchester vom renommierten englischen Dirigenten Trevor Pinnock. Weitere wichtige Programmpunkte in diesem Jahr: die Muttenzer Theatergruppe Rattenfänger, die Reihe «Picknick mit Helden» – und nicht zuletzt die zwanzigste Ausgabe des Römerfests.

Trotz des verregneten Sommers 2014 blickt Dani Suter, Leiter von Augusta Raurica, auf eine erfolgreiche Saison zurück. «Speziell im Fokus stand die grosse Nachfrage nach unseren Vermittlungsangeboten», erläuterte er sichtlich erfreut. «Wir haben im letzten Jahr rund 1200 Führungen, Vorträge, Workshops und Blicke hinter die Kulissen angeboten. Und das für eine Vielzahl von Gästen aus der Schweiz, dem süddeutschen Raum, dem Elsass und natürlich auch aus der Region Basel.»

Letztes Mal mit Wüthrich

Regierungsrat Wüthrich blickte bei seiner letzten Medienkonferenz in der Römerstadt beispielhaft auf die vergangenen Jahre seit der Neueröffnung des römischen Theaters 2007 zurück. «Wir haben damals der Bevölkerung ein Werk übergeben, das nach 16 Jahren Renovationsarbeit eben wieder so hergestellt wurde, um es nutzen zu können», sagt der im Sommer abtretende Vorsteher der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD). Er versicherte auch, dass sich an der Kontinuität der Weiterentwicklung der Römerstätte nichts ändern werde durch den Wechsel an der Spitze der BKSD Mitte Jahr. Und Dani Suter ergänzte: «Ich bin sehr dankbar, dass wir für die langfristige Entwicklung der Römerstadt ein wirklich gutes Fundament haben. Wir wissen was zu tun ist.»

Wüthrich und Suter bedankten sich mehrfach für die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Gemeinde Augst. «Es ist uns wichtig, dass die Leute, die hier leben, stolz sind auf ihre Römerstadt», betonte Suter.

Wie er erklärte, muss die Römerstadt in diesem Jahr rund 120 000 Franken einsparen. «Auch wir stehen unter dem Spardiktat des Kantons», sagte er. «Das sind Voraussetzungen, die wir selbstverständlich akzeptieren. Es zwingt uns einmal mehr, die Prioritäten sehr klar zu setzen.»

Die vom Kanton verordneten Einsparungen habe man mit der Streichung von drei Projekten erreicht. So wurden beispielsweise ein kleines Sanierungsprojekt an der Tempelanlage und ein Vermittlungsprojekt vorläufig auf Eis gelegt.