Fricktal

Auf den Spuren des Spendengeldes

Zahlreiche Mütter warten mit ihren Kindern auf ärztliche Behandlung. zvg

Zahlreiche Mütter warten mit ihren Kindern auf ärztliche Behandlung. zvg

Miriam Crespo vom Gesundheitszentrum über die Glückskette und ihre Reise nach Haiti

Das Gesundheitszentrum Fricktal will in allen Bereichen eine hohe Qualität erreichen, mit dem Ziel, eine hohe Zufriedenheit und das Vertrauen der Patienten, der Ärzte und der Mitarbeiter zu erhalten und die Entwicklung im Gesundheitswesen aktiv mitzugestalten.

Dabei orientiert es sich stets an seinen Werten, wozu auch die Präsenz zählt: «Wir servieren seit zwei Jahren in unseren öffentlichen Personalrestaurants zum Welthungertag ein Solidaritätsmenü, dessen Erlös der Glückskette zufliesst», erklärt die Leiterin Unternehmenskommunikation, Miriam Crespo.

Deshalb sei es dem Gesundheitszentrum sehr wichtig gewesen, herauszufinden, wofür es sich hiermit einsetzt und was genau von Eingang der Spende bis zur humanitären Hilfe vor Ort passiert.

Glückskette hat Partner vor Ort

Viele Menschen spenden für die Glückskette, obwohl sie die Organisation dahinter nicht gut kennen und ihnen nicht klar ist, was genau mit ihrem Geld passiert.

Alleine für Haiti hat die Glückskette nach dem Erdbeben im Jahr 2010 über 66 Millionen Franken Spendengeld erhalten.

Im Gespräch mit Miriam Crespo erklärte die Unternehmenskommunikationsleiterin der Glückskette Priska Spörri: «Die Glückskette ist kein operationelles Hilfswerk, sondern eine Institution, die über die Medien Gelder sammelt und diese an ihre akkreditierten Schweizer Partnerhilfswerke verteilt.»

Die Voraussetzung für eine Spendensammlung sei einerseits das Ausmass der Katastrophe oder der Notlage und dass die Glückskette überhaupt Partnerhilfswerke vor Ort habe oder aktiv werden könne. Eine Hilfsorganisation, die von der Glückskette unterstützt wird, hat das Gesundheitszentrum genau unter die Lupe genommen.

«Die Glückskette unterstützt viele verschiedene Hilfsorganisationen, die alle einen anderen Fokus setzten. Als Gesundheitszentrum haben wir uns entschieden, eine Organisation mit dem Fokus auf die Medizin vor Ort anzusehen», so Miriam Crespo.

Ein Einblick in Haiti

Kurz vor Weihnachten letzten Jahres erfolgte dann die Bestätigung der Glückskette, dass einer ihrer Partner, das Schweizer Hilfswerk «Médecins du Monde», bereit ist, in Haiti einen Einblick in ihre medizinische und gesundheitspolitische Arbeit zu geben.

Gemeinsam mit dem Fotografen Jean-Luc Cramatte hat sich Miriam Crespo Anfang Jahr für einige Tage auf den Weg nach Haiti gemacht.

Ein Grund von vielen, warum dort grosse medizinische Probleme herrschen, ist die Cholera, die seit dem Erdbeben im Jahr 2010 ausgebrochen ist.

Das Hilfswerk sorgt unter anderem für die Grundversorgung, leistet erste Hilfe, kümmert sich um die Mutter-Kind-Gesundheit und um Aufklärung der Bevölkerung.

«Ich war vor sehr erstaunt über den tollen Zusammenhalt zwischen den Mitarbeitenden aus Haiti und den Schweizern. Vor allem finde ich es sehr inspirierend, dass die Mitarbeitenden aus der Schweiz ihr Leben hier gegen ein Leben in einfachen Verhältnissen eintauschen, um anderen Menschen zu helfen. Alle Mitarbeitenden sind sehr motiviert und arbeiten unermüdlich, obwohl sie nur einfache Mittel zur Verfügung haben», erzählt Miriam Crespo über ihre Eindrücke.

Doch was, wenn der nächste Wirbelsturm über Haiti wütet und die ganze Arbeit, die von der haitianischen Bevölkerung als auch von den Hilfsorganisationen geleistet wird, einfach wieder weggefegt und weggespült wird?

«Kein Sturm kann das, was die Menschen in Haiti in Bezug auf Hygiene, Ernährung, Geschlechtskrankheiten und Familienplanung erlernt haben, so schnell zunichtemachen.»

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