Sanft breiten sich die Klänge der Celli wie eine Decke aus, hüllen den Besucher in wohlige Wärme, verbreiten Ruhe im Raum. Ein Lächeln huscht über das Gesicht von Thomas Grossenbacher. Der Solocellist hat sichtlich Freude in dieser Gruppe aus Cellisten, die ihn umgibt. «Das ist ja wie im Cello-Himmel», sagt er zur Begrüssung.

Ein Höhepunkt im Schuljahr

Und auch die 23 Cellisten dürften sich wie im Himmel fühlen. Es sind Schüler aus den Musikschulen Rheinfelden, Stein und Pratteln. Zwischen 8 und 15 Jahren alt sind sie. Und sie dürfen zwei Stunden lang vom Profi-Solocellisten Thomas Grossenbacher unterrichten lassen. Ein Höhepunkt im Schuljahr. «Ich habe mich wahnsinnig auf diesen Abend gefreut», sagt Schülerin Sophia. «Ich will unbedingt etwas Neues lernen.» Sie wird nicht enttäuscht. Gleich zu Beginn lässt Grossenbacher die Kinder Soli spielen. Sie sollen sich mit ihrer Art von Musik vorstellen. Er geht im Halbkreis umher. Hört geduldig zu, auch wenn der eine oder andere Ton daneben geht. Ein ermunterndes Wort hier, ein Lob da.

Noch nie Kinder unterrichtet

Für Grossenbacher, den Solocellisten des Tonhalleorchesters Zürich, ist es eine gänzlich neue Situation und darum auch für ihn ein spezieller Abend. «Ich habe zuvor noch nie mit Kindern musiziert und auch noch nie Kinder unterrichtet», sagt er. Er unterrichtet normalerweise Musikstudenten an der Zürcher Hochschule der Künste. «Solche Begegnungen halten einen jung. Es ist sehr spannend, mit jungen Cellisten zu arbeiten.»

Die Zusammenarbeit mit der Musikschule Rheinfelden kam aufgrund des Konzertes «Rythm and Romance» von Grossenbacher zustande. Um Werbung für seinen Auftritt zu machen und um zu zeigen, dass auch junge Menschen sich für das Cello Spielen begeistern können, hat er spontan für den Unterricht zugesagt. Er wolle seine Freude an der Musik weitergeben, den Kindern zeigen, dass nur regelmässiges Üben zu Erfolg führt. Und dass durch den Erfolg auch die Freude am Spielen kommt. Er ermuntert die Kinder, sagt: «Ihr müsst üben, üben, üben. Dann kommt die Freude automatisch, wenn ihr merkt, dass ihr besser werdet.» Und er fordert die Schüler auf, oft gemeinsam zu musizieren. Das mache viel mehr Spass. Die Kinder staunen ob jeder Antwort, die Grossenbacher ihnen auf ihre unzähligen Fragen gibt. «Es war mega toll», schwärmt die 9-jährige Chiara, die den Profimusiker mit Fragen löcherte.

Zusammenarbeit geplant

Auch für den Rheinfelder Cellolehrer Stephan Ebner war der Abend erfolgreich. Er und seine Kolleginnen haben sich den Vorschlag von Grossenbacher zu Herzen genommen. Die Cellolehrer der Musikschulen Rheinfelden, Stein und Pratteln werden künftig enger zusammenarbeiten und ihre Schüler in Konzerten gemeinsam spielen lassen.

Konzert «Rythm and Romance» mit Thomas Grossenbacher, 27. September, 19.30 Uhr, Musiksaal Kurbrunnen Rheinfelden.