Sonntagsverkauf

Am 23. Dezember bleiben die Läden zu: Fricktaler Geschäfte sehen darin auch eine Chance

Die Tüten bleiben leer Migros und Coop bedauern die festgelegten Sonntagsverkäufe. (Symbolbild)

Die Tüten bleiben leer Migros und Coop bedauern die festgelegten Sonntagsverkäufe. (Symbolbild)

Der Regierungsrat hat die bewilligungsfreien Sonntagverkäufe für das laufende Jahr auf den 9. und 16. Dezember festgelegt. Am Tag vor Heiligabend darf somit kein Sonntagsverkauf stattfinden. Einige Fricktaler Geschäfte finden diesen Entscheid nicht optimal, andere sehen es positiver.

Am Sonntag vor den Weihnachtsfeiertagen noch alles besorgen, was es für die bevorstehenden Festlichkeiten braucht, wird dieses Jahr im Aargau nicht möglich sein. Dies gab der Regierungsrat im Amtsblatt vom 26. Januar bekannt, indem er die bewilligungsfreien Sonntagsverkäufe fürs Jahr 2018 auf den 9. und 16. Dezember festlegte. Dies gilt für alle Gemeinden im Kanton mit Ausnahme von Sins und Wettingen (2. und 16. Dezember). Am 23. Dezember bleiben demnach die Geschäfte zu.

Für Marco Veronesi, Präsident vom Rheinfelder Verein «pro Altstadt», ist dieser Entscheid nicht optimal. Vor allem, weil andere Kantone wie Basel-Land und Basel-Stadt am Tag vor Heiligabend ihre Sonntagsverkäufe durchführen dürfen. «Man steht schlecht da, wenn man die Geschäfte nicht öffnen kann und die anderen schon», sagt er. Von Gewerbekollegen habe er auch gehört, dass diese ihre Geschäfte gern am 23. Dezember aufmachen würden. «Eine einheitliche Regelung für alle Kantone wäre besser.»

Nicht alle shoppen last minute

Für Veronesi bietet die Situation aber auch Chancen. Neben den Last-Minute-Einkäufern gebe es ja auch jene Kunden, die ihre Geschenke schon früh besorgen und deshalb so kurz vor Weihnachten gar nicht mehr an Sonntagsverkäufen interessiert seien. Für diese Leute seien offene Geschäfte zwei Wochen vor Weihnachten eher interessant.

Für Doris Weber, Geschäftsführerin der Boutique «Tragbar» in Rheinfelden, kommt es nicht auf das Datum eines Sonntagsverkaufs an. «An Sonntagen machen wir hier allgemein keine grossen Umsätze. Wir öffnen eigentlich nur mit dem Solidaritätsgedanken, weil alle ihr Geschäft aufmachen», sagt sie. Die Leute seien zwar am Sonntag schon unterwegs, gross einkaufen würden sie aber nicht.

Im oberen Fricktal setzt man indes kaum auf Sonntagsverkäufe. «In Frick öffnen nur noch vereinzelte Geschäfte an Sonntagen», sagt Daniel Müller vom Gewerbeverband Region Frick-Laufenburg. «Für die Weihnachtseinkäufe geht man eher in ein grosses Einkaufszentrum oder in die Innenstadt», sagt er. Eine Ausnahme sieht er in der Lebensmittelbranche. Hier seien auch an Sonntagen lukrative Geschäfte möglich.

Folglich sind die Detailhandelsriesen Migros und Coop vom Entscheid des Regierungsrats nicht begeistert. «Aus Erfahrung wissen wir, dass gerade Frischprodukte für die Feiertage so zeitnah wie möglich gekauft werden», sagt Migros-Mediensprecherin Andrea Bauer. Es wäre «sehr wünschenswert» gewesen, hätte man am 23. Dezember den Kunden einen Sonntagsverkauf bieten können.

Coop prüft Möglichkeiten

Bei Konkurrentin Coop tönt es ähnlich. «Es ist ein ausgewiesenes Kundenbedürfnis, sich vor den Festtagen mit Frischprodukten und Produkten des täglichen Bedarfs einzudecken», sagt Patrick Häfliger, Presseverantwortlicher bei Coop. Die Kunden erledigten ihre Einkäufe erfahrungsgemäss zwischen dem 22. und 24. Dezember. Ob man gegen den Entscheid der Kantonsregierung intervenieren werde, lässt Coop noch offen. «Wir prüfen derzeit die Möglichkeiten», sagt Häfliger.

Die Migros sieht in einem offenen Laden am 23. Dezember nicht nur den Vorteil der kurzfristigen Einkäufe. «Ein Sonntagsverkauf würde auch den Verkaufstag am 24. Dezember und damit unsere Mitarbeitenden entlasten.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1