«Die Mädchen und Jungen aus den unterschiedlichsten Regionen unseres Kantons konnten gemeinsam eine wunderschöne Lagerwoche auf dem Herzberg verbringen. Es wurde nicht nur intensiv musiziert, sondern auch alte Freundschaften aufgefrischt, neue geknüpft, und immer gab es viel Spass», sagte Andrea Obrist vom Vorstand der Aargauer Jugend Brass Band (AJBB) bei der Begrüssung anlässlich des Abschlusskonzerts in Zuzgen.

Seit 2001 treffen sich einmal im Jahr Jugendliche, die sonst in Vereinen spielen oder die Musikschule besuchen, zur Ausbildungswoche. Einige sind schon länger dabei, aber auch Neue kommen dazu. In diesem Jahr waren es zehn, der Jüngste 13 Jahre. Beim Vorspiel im Frühjahr in Lenzburg wird vom Vorstand der AJBB sowie einer Musikkommission die Zusammensetzung der Band nach Stimmen festgelegt sowie die Musikstücke ausgewählt, die in der Lagerwoche einstudiert werden.

Von Venedig zu «Pinocchio»

Acht Mädchen und Jungen aus dem Fricktal waren diesmal in der AJBB mit dabei, Svenja Grob aus Gipf-Oberfrick moderierte zusammen mit Franziska Weiss aus Full das Programm.
Mit Pfiff und unbeschwerter Fröhlichkeit eröffnete die Formation unter Leitung des Gastdirigenten Julien Roh den musikalischen Reigen in ganz unterschiedlichen Rhythmen und Farben mit der Fanfare «Coliseum» (Gareth Wood). Anschliessend luden die Blechbläser und Schlagzeuger ein zum romantischen Spaziergang durch Venedig. In «La Basilica San Marco» erzählt der bekannte Schweizer Komponist Mario Bürki einfühlsam mit zauberhaft leisen Glockenklängen von der Kathedrale, die auf dem Markusplatz steht.

Julien Roh ist nicht nur Dirigent, sondern auch ein national und international erfolgreicher Komponist und Solist. Aus seiner Feder stammen zwei Stücke, die an diesem Abend gespielt wurden. Militärisch zackig liess er in «Le Légionnaire» Soldaten aufmarschieren, mit «Pinocchio» holte er das freche, herzige, allen vertraute Holzkerlchen aus Italien auf die Bühne. Fantasievoll die Noten, als Tischler Geppetto der Marionette Leben einhauchte, ausdrucksstark, manchmal wehmütig, als Pinocchio märchenhafte Abenteuer bestand, übermütig jauchzend, als er endlich seinen Schöpfer Geppetto findet.

Ein Stück voller Dramatik

Ein «Firestorm» und einem Wechselbad an Gefühlen zwischen orientalisch friedvoller Idylle und zerstörerischer, angstvoller Dramatik brauste anschliessend über die Zuhörer hinweg. Trommelwirbel und Soli einzelner Register untermalten das Geschehen. Komponist Stephen Bulla schrieb das Stück 1991 zum Tag der Befreiung Kuwaits und dem Ende des Golfkrieges. Rhythmisch geheimnisvoll zelebrierte das Orchester die «Hymn for Africa» (Peter Meechan), servierte mit «Backrow Politics» (Gordon Goodwin) einen enthusiastisch dargebotenen Ohrenschmaus im Big-Band-Stil.