Sisseln

900 haben Petition unterschrieben: DSM-Mitarbeiter wollen mehr Lohn

Andreas Felber und François Quidort übergeben die Petition im Foyer des DSM-Werks in Sisseln an René Vroege und Chris Goppelsroeder (v.l.). nbo

Andreas Felber und François Quidort übergeben die Petition im Foyer des DSM-Werks in Sisseln an René Vroege und Chris Goppelsroeder (v.l.). nbo

Der Chemiekonzern bietet eine Lohnerhöhung von 1,3 Prozent. Die Mitarbeiter fordern aber mehr – fast 900 haben eine Petition unterschrieben.

Es gibt sicher angenehmere Aufgaben als diese. Trotzdem empfangen René Vroege, Werksleiter bei der DSM Sisseln, und Chris Goppelsroeder, Chef des Nutrition-Geschäfts beim Chemiekonzern, die Delegation freundlich. Vertreter von Gewerkschaften, Arbeiterkommission und Angestelltenvereinigungen sind ins DSM-Werk in Sisseln gekommen, um ihre Forderung klarzumachen: Sie wollen mehr Lohn – mehr Lohn, als ihnen die Unternehmensleitung zugestanden hat. Fast 900 Mitarbeiter haben die entsprechende Petition unterschrieben, die am Freitagmorgen übergeben wurde.

Die Petition steht unter dem Titel «Wir sind mehr wert». Das Unternehmen hat zwar das Angebot für die Lohnerhöhung von 1,1 Prozent auf 1,3 Prozent erhöht (die AZ berichtete). Doch das sei angesichts der Teuerung und der steigenden Krankenkassenprämien ungenügend, sagte François Quidort, Präsident der Arbeiterkommission im Werk Sisseln. «Wir werden für unsere Arbeitsleistung relativ fair entlohnt.» Das stelle er nicht in Abrede. Aber: «Besonders die Lohnpolitik der vergangenen Jahre bedeutet für die Mitarbeitenden Stillstand», sagte Quidort.

«Brosamen für die Beschäftigten»

Die DSM-Angestellten fordern nun eine Lohnerhöhung um 1,7 Prozent oder eine Einmalzahlung. Diese sei gerechtfertigt, so Quidort. Die Gewinne pro Mitarbeiter in der Nutrition-Sparte seien seit 2004 um 70 Prozent gestiegen. Und die Dividendenausschüttung habe sich sogar um 160 Prozent erhöht. Gleichzeitig seien die Kosten pro Mitarbeitenden nur um zehn Prozent gestiegen. «Millionen für die Aktionäre, Brosamen für die Beschäftigten», fand Quidort deutliche Worte.

«Die fast 900 Unterschriften zeigen, dass die Belegschaft hinter dieser Forderung steht», sagte Quidort weiter. Argumente seien im Vorfeld zu Genüge ausgetauscht worden. «Für weitere Gespräche erwarten wir ein neues Lohnangebot.» Bis zum 15. März geben die Petitionäre der Geschäftsleitung dafür Zeit. Danach würden sich die Arbeitnehmervertretungen zunächst treffen, um sich zu besprechen.

Chris Goppelsroeder und René Vroege nahmen die Petition schliesslich persönlich entgegen und bedankten sich bei den verschiedenen Delegationen. «Wir wissen es zu schätzen, dass Sie gekommen sind», sagte DSM-Sprecher William Wild. Die Geschäftsleitung werden die Petition und die Forderungen nun «intern genau analysieren und diskutieren», so Wild weiter.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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