«Kein Frust, sondern vielmehr Überraschung», so Franziska Winter, Frau Gemeindeammann von Kaisten. Kurz vor Ablauf der Auflage Verkehrsbeschränkung «Fahrverbot für Motorwagen und Motorräder» in der Weidstrasse ist auf der Kaister Verwaltung eine Einsprache eingegangen, die von über 300 Personen unterschrieben worden ist. Als nicht taugliche Massnahme wird das Fahrverbot bezeichnet. Als Alternative wird eine 40er-Zone vorgeschlagen.

Überrascht ist Franziska Winter vor allem deshalb, weil die Dringlichkeit einer Verkehrsberuhigung in der Weidstrasse schon vor zirka drei Jahren – ebenfalls mit einer Unterschriftensammlung – betont und verlangt wurde. Die lange gerade Strasse in diesem Wohngebiet wird für den Durchgangsverkehr intensiv genutzt.

15 Prozent fahren zudem schneller als die zurzeit vorgegebene Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. Die Gefährlichkeit der Strasse wird noch erhöht, weil das lange Strassenstück mehrheitlich über keine Trottoirs verfügt.

Somit laufen die Kinder auf ihrem Weg zum Kindergarten und Schule direkt neben oder gar auf der Strasse. «Der Bau von Trottoirs kann bei einer späteren Sanierung der Strasse durchaus in die Überlegungen einbezogen werden», sagt Franziska Winter. Zurzeit steht eine solche Sanierung aber nicht zur Diskussion.

Dass Handlungsbedarf bei der Weidstrasse besteht, dessen waren und sind sich Gemeinderat und Bevölkerung einig. Das zeigt sich auch bei den Erkenntnissen der sechsköpfigen Planungskommission, die sich mit der Verkehrsberuhigung in Kaisten befasst.

Die Kommission hat zusammen mit dem Büro Ballmer und Partner vier Problemzonen im Dorf definiert: Weidstrasse, Bereich Schule, Situation Mitteldorf sowie Oberkaistenstrasse (Massnahmen sind in der Umsetzung).

Alternativen zu Fahrverbot

Bereits an der Infoveranstaltung zu den geplanten Verkehrsberuhigungsmassnahmen im Juni gab es Voten gegen das angedachte Fahrverbot in der Weidstrasse.

Eine Massnahme, die rasch und kostengünstig umgesetzt werden könnte, betont Franziska Winter und führt weiter aus: «Für die vorgeschlagene Einführung von 30er Zonen müsste eine Studie über das ganze Dorf gemacht werden und zur Sichtbarmachung wären bauliche Massnahmen in der Strasse nötig. In der Weidstrasse ist dies insbesondere wegen des Busverkehrs schwierig. Dazu kommt, dass der Zeitplan heute schon eng ist.»

Gemeinderat Marco Zaugg ergänzt, dass das geplante Fahrverbot nur für Motorwagen und grosse Motorräder gelte. Nicht aber für Postauto, Anstösser, Velos, Töffli und landwirtschaftliche Fahrzeuge. «Es geht um den Durchgangsverkehr», so die beiden Gemeinderäte. Ihn gilt es, von der Weidstrasse fernzuhalten.

Ziel der Massnahme wäre es, die laut einer kürzlich erfolgten Verkehrserhebung auf der Weidstrasse gemessene Zahl von rund 1060 Fahrzeugen pro Tag deutlich zu reduzieren. Der Kaister Gemeinderat ist sich bewusst, dass damit andere Strassen, insbesondere die Unterhalde und die Unterdorfstrasse mehr beansprucht werden.

Als Nächstes wird der Gemeinderat nun die Einsprecher zu einem Gespräch einladen. Über das Wie-Weiter bezüglich Massnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Weidstrasse wird an der Novembergemeindeversammlung informiert, so Franziska Winter.