Die Laufenburger Stimmberechtigten wiesen ihren Stadtrat an der Gemeindeversammlung an, dem Kanton Paroli zu bieten. Dieser verlangt, gestützt auf die Gewässerschutzverordnung des Bundes, dass die zwei bisherigen Grundwasserfassungen aufgehoben und durch eine neue ersetzt werden. Der Grund: Die bisherigen Fassungen liegen innerhalb von bebautem Gebiet und entsprechen deshalb nicht mehr den verschärften Vorschriften.

Der Stadtrat müsse Abklärungen treffen, wie der Betrieb der bestehenden Grundwasserfassungen auch in Zukunft sichergestellt werden könne, verlangte die CVP mit Unterstützung der FDP und setzte sich durch. Doch welche Möglichkeiten hat der Laufenburger Stadtrat nun? «Wir werden uns mit einem unabhängigen Gewässerschutzexperten in Verbindung setzen und unsere Möglichkeiten prüfen», sagt der zuständige Stadtrat Christian Rüede. Weiter sollen der Kanton beigezogen und die CVP- und FDP-Ortspartei «in die Pflicht genommen werden», sich an einer Lösungsfindung zu beteiligen. Kurz: «Wir nehmen den Auftrag der Versammlung ernst und setzen ihn um», so Rüede.

«Hardwald muss Option bleiben»

Dass die Zeit drängt – 2022 laufen die Konzessionen für die bisherigen Fassungen aus – trifft der Stadtrat aber auch weitere Abklärungen. Und anderem ennet der Grenze. «Wir werden die Option, Trinkwasser aus Deutschland zu importieren, im Rahmen der Abklärungen sicher nochmals prüfen», so Rüede. Dies war in der Versammlung von mehreren Votanten gefordert worden. Allerdings dämpft Rüede die Erwartungen: «Vor einigen Jahren wurde diese Möglichkeit schon einmal geprüft. Damals wurde festgestellt, dass die Menge des Grundwassers der Fassung Luttingen nicht ausreichen würde.» Zudem sei das Wasser in Deutschland teurer ist als in der Schweiz.

Und obwohl die Stimmberechtigten einen Kredit von 215 000 Franken für Abklärungen zu Grundwasserfassungen im Hardwald und im Gebiet Rüchi in Kaisten zurückwies, sagt Rüede: «Der Hardwald muss für uns eine Option bleiben.» Falls keine der anderen Varianten umsetzbar sei, «wird uns nur die Variante Hardwald bleiben».

Im Hardwald suchte Laufenburg gemeinsam mit Münchwilen, Sisseln und Stein nach einer neuen Grundwasserfassung. Erste Abklärungen, bis hin zu Versuchsbrunnen, wurden bereits getroffen. Der Kredit für die weiteren Abklärungen wurde in Münchwilen und Sisseln ohne grosse Diskussionen genehmigt, obwohl man vom Laufenburger Nein Kenntnis hatte. Beide Gemeinden haben festgestellt, dass die Kosten leicht sinken, wenn Laufenburg aus dem Projekt aussteigt. «Die Abklärungen für den Standort Hardwald Ost müssen dann wohl nicht gemacht werden», so der Sissler Gemeindeschreiber Heribert Meier. In Stein kommt die Kreditvorlage am kommenden Freitag vors Volk. In ihrer ursprünglichen Form, wie Gemeindeammann Hansueli Bühler sagt, denn das Nein aus Laufenburg verursache bei den anderen drei Gemeinden «sicher keine Mehrkosten».

Christian Rüede dagegen befürchtet Mehrkosten für Laufenburg, sollte sich dereinst doch der Hardwald als einzige Lösung herauskristallisieren. Falls die anderen drei Gemeinden den Brunnen Ost nicht mehr weiterverfolgen, «müssten wir ihn selber finanzieren», so Rüede.