Tägerig
Zündende Idee: Alte Brücke im Kreisel

Teile des abgebrochenen Gnadenthaler Reussübergangs sollen für ein Kunstwerk verwendet werden.

Walter Christen
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Walter Christen

Wer hätte gedacht, dass die Eisenkonstruktion der alten Brücke im Gnadenthal, die durch einen Neubau ersetzt und dann abgebrochen wurde, jemals wieder Verwendung findet? Doch nach dem Willen des Gemeinderats Tägerig und eines Sponsors ist es genau so. Es sollen zumindest Teile der verschwundenen alten Brücke wieder auftauchen. «Und zwar als künstlerischer Schmuck auf dem Kreisel Reusstalstrasse/Mellingerstrasse in Tägerig», wie die Aargauer Zeitung von Gemeindeschreiber Rolf Meier auf Anfrage in Erfahrung bringen konnte. Der Gemeinderat hat beim Kanton ein entsprechendes Gesuch eingereicht, über das in den nächsten Tagen entschieden wird.

In der Tat konnte sich jemand rund 10 Tonnen der abgebauten und zusammengenieteten Stahlträger sichern. Der Rest wurde bei der von Moos Stahl AG in Emmenbrücke eingeschmolzen.

Für die Gestaltung des Kreiselzentrums wäre vom Kanton standardmässig ein begrünter Erdwall vorgesehen. Weitere Aufwendungen für den Bau und Unterhalt eines Objekts in der Kreiselmitte müssen durch die Gemeinde oder einen Sponsor finanziert werden. Es trifft zu, dass auf der Reusstalstrasse zwischen Mellingen und Niederwil reger Fahrzeugverkehr herrscht und deshalb das Verkehrsaufkommen gross ist. Der Innenraum eines Kreisels findet dadurch starke Beachtung. Der Gemeinderat Tägerig gab daher interessierten Firmen Gelegenheit, sich für die Übernahme und finanzielle Beteiligung für einen Kreiselschmuck zu melden.

Nach Angaben des Gemeindeschreibers ging im Herbst 2016, nach dem veröffentlichten Aufruf, die Meldung eines Interessenten ein, der sich für eine originelle Idee engagieren möchte. Die Finanzierung des Sponsorings sei allerdings noch nicht geregelt, so der Gemeindeschreiber. Dennoch hat der Gemeinderat Tägerig inzwischen beim Kanton eine Voranfrage für den Kreiselschmuck eingereicht.

Verwendung von Brückenteilen

«Die Gemeinde kann nicht in ein Kreiselkunstwerk investieren. Aber für etwas Spezielles ist der Kreisel ideal, und es kann sein, dass sich ein Engagement für einen Geldgeber durchaus bezahlt macht», führte Rolf Meier weiter aus. Er meint, dass die Verwendung von Teilen der abgebrochenen Gnadenthaler Brücke eine zündende Idee sei. Zu berücksichtigen gelte es jedoch, dass für den Kreiselschmuck zwar eine gewisse Gestaltungsfreiheit möglich sei, dass das Werk aber nicht im Sinne einer Werbung daherkommen und die Verkehrsteilnehmer dadurch nicht abgelenkt werden dürfen.

Grundsätzlich bietet der Kreisel einige Vorteile, unter anderem auch für den öffentlichen Verkehr. Denn mit seinem Aussendurchmesser von 36 Metern und dem Innendurchmesser von 22 Metern kann er auch von Gelenkbussen problemlos befahren werden.

Beim Kreisel ist der Anschluss an die Mellingerstrasse (K 385) angepasst worden. Ganz in der Nähe der früheren Einmündung in die Reusstalstrasse (K 270) standen zwei Liegenschaften, welche der Kanton erwerben und abbrechen konnte. Während der Strassenbauarbeiten dienen nun die entstandenen Flächen als Installationsplatz für die Unternehmer.

Kreisingenieur Manuel Baldi in Wohlen bestätigte gegenüber der Aargauer Zeitung, dass von Tägerig ein entsprechendes Gesuch eingereicht worden sei, das nun geprüft werde. «Fest steht, dass ein Kreiselkunstwerk in seiner Ausführung und Dimension auf keinen Fall ein Verkehrssicherheitsrisiko darstellen darf», betonte er.