Wohlen
Weil die Fasnacht vermutlich ausfällt: Kammergesellschaft wählt keinen Ehrenkammerer 2022

Das fasnächtliche Oberhaupt der Kammergesellschaft Wohlen ist der Ehrenkammerer, der jeweils für ein Jahr gewählt wird. Dieses Jahr gab es keinen neuen – und auch für nächstes Jahr haben sie die Wahl nun ausgesetzt.

Andrea Weibel
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Urs Schürmann alias Urs de Wyhändler und seine Ehefrau Lidwina bleiben ein drittes Jahr als Ehrenkammerer-Paar im Amt.

Urs Schürmann alias Urs de Wyhändler und seine Ehefrau Lidwina bleiben ein drittes Jahr als Ehrenkammerer-Paar im Amt.

Verena Schmidtke (12. Januar 2020)

Die Kammergesellschaft Wohlen hätte am 14. Januar wie gewohnt mit grossem Bankett und Show ihren Ehrenkammerer 2022, das Oberhaupt ihrer Fasnacht, wählen wollen. Aber: «Es zeichnet sich bereits heute ab, dass wir leider auch 2022 keine und sicherlich keine unbeschwerte Fasnacht feiern können», schreiben Präsident Peter Michel und Zeremonienmeister Norbert Hoffmann in einer Mitteilung.

Sie finden, ein Ehrenkammerer sollte in seinem Amtsjahr eine «vollständige und unbeschwerte Fasnacht erleben und geniessen können». Dazu gehören unter anderem der Kammerball, die Umzüge, die Beizenfasnacht und die Besuche der Veranstaltungen bei den befreundeten Fasnachtsgesellschaften. Da unsicher ist, ob auch nur schon einzelne dieser Anlässe stattfinden können, schreiben sie nun: «Aus diesem Grund haben wir schweren Herzens entschieden, auch für das Jahr 2022 keinen neuen Ehrenkammerer zu ernennen.»

So lange war noch niemand Ehrenkammerer

So werden das amtierende Ehrenkammerer-Paar Urs de Wyhändler und Lidwina sowie das amtierende Ex-Ehrenkammerer-Paar Erik de Boufüerer und Anita ihr Amt ein weiteres Jahr weiterführen. Für Urs Schürmann bedeutet das, dass er in die Geschichte eingeht als der am längsten amtierende Wohler Ehrenkammerer. «Wir sprechen schon vom Langzeitehrenkammerer», gibt er lachend Auskunft.

Bisher habe es in der Geschichte der Kammergesellschaft lediglich einen Fall gegeben, bei dem ein Ehrenkammerer für seinen Nachfolger einspringen musste, weil dieser kurzfristig aus familiären Gründen absagen musste. «Aber gleich drei Jahre in Folge, das gab’s noch nie.»

Allerdings habe er ja während Corona wenige Amtsaktivitäten, hält Schürmann fest. «An der vergangenen Fasnacht haben wir einzig die Bewohnerinnen und Bewohner des Alterszentrums Bifang besucht, um ihnen eine Freude zu machen. Mal sehen, ob das nächste Fasnacht auch möglich sein wird.»

Er selber bedauere sehr, dass die Fasnacht erneut nicht normal durchgeführt werden kann. Er sagt:

«Wenn wir die 2G-Regel einhalten und im Sitzen feiern würden, wäre es einfach keine richtige Fasnacht. Und 2G+ ist in diesem Fall viel zu aufwendig.»

Er hätte sehr gerne seinen Nachfolger gekrönt. «Es wissen ja immer nur der Präsident und der Zeremonienmeister, wer der nächste Ehrenkammerer werden soll. Dieser wäre letztes Mal schon bereit gewesen, jetzt muss er ein weiteres Jahr vertröstet werden.»

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