Wohlen
Schrauben, Sprayen und wandernde Container: Das und mehr liefert der Verein für Jugend und Freizeit in 42 Gemeinden

Jugendarbeit ist unglaublich vielseitig, das zeigt der Verein für Jugend und Freizeit (VJF) in seinem Geschäftsbericht 2021. In Wohlen entstanden Gartenbeete für die Ortsgemeinschaft, Villmergen erhielt eine leuchtende Neon-Graffiti-Wand.

Laura Koller
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Sägen, fräsen und schwitzen: Jugendliche aus Bremgarten bauen im Rahmen der offenen Jugendarbeit eine Palettenlounge für den Jugendtreff.

Sägen, fräsen und schwitzen: Jugendliche aus Bremgarten bauen im Rahmen der offenen Jugendarbeit eine Palettenlounge für den Jugendtreff.

zvg

Ja, die Jugendlichen arbeiten freiwillig in den Frühlingsferien. Und das, ohne dafür bezahlt zu werden. Aber es hat sich gelohnt, die selbst gebaute Paletten-Lounge steht jetzt vor dem Jugendtreff und wird oft genutzt. Die Jugendlichen in Bremgarten waren vom Projekt der offenen Jugendarbeit begeistert und engagierten sich darum gerne dafür.

Das war nur eine der vielen Aktionen, die von der offenen Jugendarbeit im vergangenen Jahr in 42 Gemeinden ermöglicht wurden. Ein lässiges Projekt gab es auch in Wohlen, hier bauten die jungen Leute Gartenbeete aus Holzpaletten. «Heute haben wir viel Arbeit gehabt mit den Beeten, aber alles lief gut», schreiben sie auf Instagram.

Der handwerkliche Teil ist aber nur der Anfang, später pflanzten sie Zucchetti, Kohlrabi und Kräuter an. Die Beete wurden zum Gemeinschaftsgarten, die Jugendlichen teilten sie mit der Wohler Bevölkerung.

Allein schon bei diesen beiden Projekten wird deutlich, was in den vergangenen zwei Jahren bei der Offenen Jugendarbeit im Vordergrund stand: Zupacken, die Hände gebrauchen. So hatten die Jugendlichen am Schluss etwas vor sich, auf das sie stolz sein konnten.

Zu diesem Schluss kommt der VJF in seinem Jahresbericht: «In den zahlreichen Anlässen bringen sich die Jugendlichen mit ihren Ideen ein, helfen bei der Umsetzung mit und werden in Entscheidungen einbezogen. Sie entdecken dabei ihre Stärken und erleben Wertschätzung für ihren Beitrag.»

Villmerger Jugendtreff hat eine leuchtende Wand dank Neon-Graffiti

Graffiti sprayen ist ein Dauerbrenner bei Kindern und Jugendlichen. Die Spraydose liegt gut in der Hand, im Innern klappert die Kugel und vorne zischt die Farbe. Das eigene Kunstwerk ist so im Nu auf der Wand. An zwölf Standorten organisierte der VJF Workshops und gab den Jungen die Möglichkeit, das Sprayen mit erfahrenen Graffiti-Künstlern auszuprobieren.

In Villmergen wurde sogar ein Graffitiprojekt im grossen Stil umgesetzt. Während vier Tagen gestalteten die Jugendlichen eine Wand im Jugendtreff. Diese wird auch bei Partynächten hervorstechen, denn sie sprayten mit Neonfarben, die im Dunkeln leuchten.

Die Wand zum Leuchten bringen: Vier Tage arbeiteten die Jugendlichen aus Villmergen an ihrem Graffiti-Kunstwerk im Jugendtreff.

Die Wand zum Leuchten bringen: Vier Tage arbeiteten die Jugendlichen aus Villmergen an ihrem Graffiti-Kunstwerk im Jugendtreff.

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Ein Angebot mit besonderer Wirkung ist der rote Container. Ausgestattet mit einem kleinen Kiosk, Sitzgelegenheiten und Spielmaterial zum Ausleihen, spricht das Angebot viele Kinder und Jugendliche an. Während der Sommermonate wanderte der Container durch die verschiedenen Gebiete. In Jonen war der Treffpunkt so beliebt, dass er für dieses Jahr wieder eingeplant wurde.

Ein Erfolgsprojekt: Die Jugendarbeit Kelleramt will den roten Container auch dieses Jahr wieder in Jonen aufstellen.

Ein Erfolgsprojekt: Die Jugendarbeit Kelleramt will den roten Container auch dieses Jahr wieder in Jonen aufstellen.

zvg

Fussball mit Extra-Adrenalin dank der Bubble-Balls

Für besonders viel Freude und Adrenalin sorgten die Bubble-Balls-Tage, wie sie in Muri und Islisberg durchgeführt wurden. Bubble-Balls sind grosse Bälle aus durchsichtigem Kunststoff, in die man hineinschlüpfen kann.

So eingepackt wird Fussball gespielt – und natürlich kann die eine oder andere Kollision auf dem Platz nicht vermieden werden. Das Spiel macht gute Laune. Das beweist auch die Statistik des VJF. Die Bubble-Balls gehören bei der internen Materialleihe zu den beliebtesten Objekten.

Wildes Spiel und Kollisionen ohne Konsequenzen am Bubble-Balls-Turnier in Islisberg.

Wildes Spiel und Kollisionen ohne Konsequenzen am Bubble-Balls-Turnier in Islisberg.

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Kantonsübergreifende Sozialarbeit aus Wohlen

Der Verein für Jugend und Freizeit (VJF) hat einen grossen Wirkungsraum. Er betreibt an 19 Standorten Offene Jugendarbeit im Auftrag der jeweiligen Gemeinden. Die Geschäftsstelle des Vereins in Wohlen organisiert die Projekte, die Arbeit mit Jugendlichen geschieht direkt in den jeweiligen Jugendtreffs. Zudem organisiert der VJF Integrationsangebote, wie die Anlaufstelle für Integration im Freiamt, und unterstützt die Gemeinden mit Gemeinwesen- und Sozialarbeit. 

42 Gemeinden in den Kantonen Aargau, Solothurn und Zürich werden vom VJF mit Angeboten zur Kinder- und Jugendförderung, Integration und Gemeinwesenarbeit bereichert.
52 festangestellte Mitarbeitende, 7 Praktikantinnen und Praktikanten sowie 4 Zivildienstleistende sind beim VJF angestellt.
229 Beratungsgespräche führte die Regionale Fachstelle für Integration (Teil des VJF) durch.
46’886 Besuchende nahmen an den Anlässen des VJF teil.
3’482’000 Franken Jahresumsatz machte der VJF. (kol)