Sins
Auch die Kirchgemeinde sagt einstimmig Ja zum Kulturbau Küngsmatt

Nachdem vor einer Woche bereits die Gemeindeversammlung ihrem Anteil von 250'000 Franken am Projektierungskredit zustimmte, hing nun alles vom Entscheid der Kirchgemeindeversammlung ab.

Pascal Bruhin
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Schon 2024 könnte der Kulturbau Küngsmatt bezogen werden.

Schon 2024 könnte der Kulturbau Küngsmatt bezogen werden.

Visualisierung: zvg

«Es ist wie bei der Corona-Impfung: Die erste Dosis haben wir jetzt erhalten. Nun braucht es noch die zweite.» Das sagte Bruno Arnold, Betreiber des Kino Cinepol in Sins, vergangene Woche zur «Aargauer Zeitung». Tags zuvor hatte die Gemeindeversammlung den Projektierungskredit über 250'000 für den Kulturbau Küngsmatt, in dem dereinst auch das Kino Cinepol einziehen soll, ohne Gegenstimme durchgewinkt. Es war eine erste Erleichterung für den Cineasten.

Doch nun galt es, die «zweite Impfung» abzuholen. Die Kirchgemeinde, Besitzerin des 7540 Quadratmeter grossen Areals Küngsmatt rund um das Sinser Gemeindehaus, auf dem der Kulturbau entstehen soll, stimmte am Mittwochabend ihrerseits über einen Finanzierungsanteil in gleicher Höhe am Projektierungskredit ab. Ein Nein an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung hätte das gesamte Projekt zum Erliegen gebracht.

Die Küngsmatt, rund um das Gemeindehaus gelegen, gehört der Kirchgemeinde.

Die Küngsmatt, rund um das Gemeindehaus gelegen, gehört der Kirchgemeinde.

Eddy Schambron (2008)

Die Zustimmung der Stimmberechtigten war denn auch ungewiss, sorgte doch schon der Planungskredit von 120'000 Franken an der letzten Kirchgemeindeversammlung im Herbst für Diskussionen von weit über einer Stunde. «Viele votierten damals, das Vorhaben sei zu klein dimensioniert», erläutert Josef Villiger, Vizepräsident der römisch-katholischen Kirchenpflege Sins. «Andererseits monierte man auch, dass ein solcher Multifunktionsbau Sache der Gemeinde und nicht der Kirche sei.»

Saal war ursprünglich für 200 Personen geplant

Josef Villiger, Vizepräsident der Kirchenpflege Sins, stellte das Projekt vor.

Josef Villiger, Vizepräsident der Kirchenpflege Sins, stellte das Projekt vor.

zvg

Der Planungskredit wurde im Herbst letztlich angenommen, das Projekt daraufhin ausgebaut. So wurde etwa der ursprünglich für 200 Zuschauer geplante Saal im Erdgeschoss in Absprache mit allen Beteiligten auf 300 erweitert. Im Untergeschoss sollen vier statt drei Kinosäle entstehen, in die sich das Kino Cinepol einmieten würde. Im Obergeschoss entstünden Räume für Bibliothek und Ludothek sowie Schulungs- und Proberäume für die Nutzung durch die Kirche, die Gemeinde und Vereine.

An der Versammlung am Mittwochabend konnte Villiger mit der ausführlichen Vorstellung des erweiterten Projekts und der Betonung dessen Funktion als Anlageobjekt für die Kirchgemeinde punkten. Wie bereits die Gemeindeversammlung stimmte auch die Kirchgemeindeversammlung dem Projektierungskredit einstimmig und diskussionslos zu.

Der geplante Saal wurde auf 300 Plätze vergrössert.

Der geplante Saal wurde auf 300 Plätze vergrössert.

Visualisierung: zvg

«Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt eine breite Unterstützung haben», sagt Villiger. «Das ist nicht selbstverständlich.» Als nächsten Schritt werden nun mit Fachplanern die Details für das Baugesuch erarbeitet. Danach stimmen sowohl die Kirchgemeinde als auch die Einwohnergemeinde über den Kreditantrag für den eigentlichen Bau ab.

Während der Beitrag der Kirchgemeinde auf 6 Mio. Franken fixiert ist, übernimmt die Gemeinde den Rest des auf rund 10 Mio. Franken geschätzten Baus. Bezogen werden soll er in der zweiten Hälfte des Jahres 2024.