Sarmenstorf
Zurück an den Gemeinderat: 72 Prozent sagen Nein zum Totalausbau Kirchweg-Zelgli

An der Gemeindeversammlung vom November wurde der Totalausbau der beiden Strassen noch knapp mit 60 Ja- gegen 55 Nein-Stimmen angenommen. Nun kam das Referendum an die Urne. Hier wurde der Strassenausbau deutlich mit 810 Nein- gegen 320 Ja-Stimmen abgeschmettert.

Andrea Weibel
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Kirchweg-Zelgli: Der Kredit für den Totalausbau der beiden Strassen von 2,745 Mio. Franken wurde an der Urne deutlich abgelehnt.

Kirchweg-Zelgli: Der Kredit für den Totalausbau der beiden Strassen von 2,745 Mio. Franken wurde an der Urne deutlich abgelehnt.

Andrea Weibel

Die Argumente des Gemeinderats waren klar: Die Netzwasserleitungen im Gebiet Kirchweg-Zelgli stammen teilweise aus dem Jahr 1890, haben ihr Lebensende erreicht und müssen erneuert werden. Auch die Kanalisationsschächte in beiden Strassen sind zu klein geworden und brauchen eine Vergrösserung. Zudem seien die beiden Quartierstrassen in schlechtem Zustand und müssten ebenfalls ausgebaut werden.

Wie sich schon an der «Gmeind» vom November zeigte, sind die ersten beiden Punkte, die Erneuerung von Wasserleitungen und Kanalisation, in der Bevölkerung unumstritten. Hingegen fragen sich die Sarmenstorferinnen und Sarmenstorfer, zu welchem Preis dies geschehen soll.

Diese Skepsis am 2,745-Millionen-Kredit zeigten sie an der Urne klar: 72 Prozent der Stimmen wiesen ein Nein auf, nur 28 Prozent ein Ja. In konkreten Zahlen: Von 1130 Einwohnern, die abgestimmt haben, waren 810 gegen den Strassenausbau, 320 dafür. Dies bei einer Stimmbeteiligung von 56,5 Prozent.

«Charakter des Zelgli soll erhalten bleiben»

An der Wintergmeind 2020 wurde das Projekt knapp mit 60 Ja- gegen 55 Nein-Stimmen angenommen. Im Referendum erklärten die Gegner allerdings, dass der Ausbau der Strasse, abgesehen von den Werkleitungen, sogar schlecht fürs Quartier wäre.

Die Netzwasserleitungen im Gebiet Kirchweg-Zelgli stammen teilweise aus dem Jahr 1980 und sind sanierungsbedürftig. Der Gemeinderat muss nun ein neues Projekt dafür ausarbeiten.

Die Netzwasserleitungen im Gebiet Kirchweg-Zelgli stammen teilweise aus dem Jahr 1980 und sind sanierungsbedürftig. Der Gemeinderat muss nun ein neues Projekt dafür ausarbeiten.

Andrea Weibel

Eine schmale Strasse würde langsamer befahren, hielten sie dem Plan des Gemeinderats entgegen, diese von knapp 4,5 auf 5 Meter zu verbreitern. Weiter forderten sie, dass die Sicherheit für Schulkinder und Spaziergänger sowie der Charakter des Zelgli erhalten bleiben sollte.

Nun muss der Gemeinderat ein neues Projekt ausarbeiten und der Gemeindeversammlung vorlegen, um die Strasse möglichst rasch sanieren zu können. Gemeindeammann Meinrad Baur hielt gestern auf Anfrage fest:

«Das Projekt ist schon seit Jahren Thema bei uns. Und die Leitungen werden nicht besser, wenn wir sie nicht sanieren.»

Er habe damit gerechnet, dass das Resultat knapp werden würde. «Dass es so deutlich ist, erstaunt mich allerdings. Aber natürlich akzeptieren wir das und werden erneut über die Sanierung beraten. Ich kann allerdings im Moment nicht sagen, was wir am Projekt verbessern könnten.»