Sarmenstorf
Wie ein Nazi die Ausgrabungen in Sarmenstorf ideologisch missbrauchte

Im Rahmen des Themenjahres Grabenstorf wird der Ausgrabungsleiter Hans Reinerth, seines Zeichens Archäologe und Nazi, genauer unter die Lupe genommen. AZ-Autor Jörg Meier moderiert dazu am 21. November ein grabologisches Gespräch.

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Hans Reinerth war der umstrittene Nazi-Archäologe, der das Sarmenstorfer Zigiholz umgegraben hat.

Hans Reinerth war der umstrittene Nazi-Archäologe, der das Sarmenstorfer Zigiholz umgegraben hat.

zvg

Der deutsche Archäologie Hans Reinerth war ein Star. Als er im Sommer 1927 auf Einladung der historischen Vereinigung Seetal für die Ausgrabungen im Zigiholz nach Sarmenstorf kam, war das ein Ereignis. Was man nicht wusste oder nicht beachtete: Reinert war nicht nur ein kompetenter Prähistoriker – er war auch überzeugter Nazi.

So interpretierte er das Zigiholz als germanische Grabstätte. Er behauptete, die Fundstätte sei ein prähistorischer Beweis für die Überlegenheit der germanischen Kultur. Reinerth gilt auch als Erfinder des Totenhauses, das bis 1997 im Zigiholz stand. 2020 hat die Kantonsarchäologie die ideologisch missbrauchte Nekropole wieder zugedeckt.

Im grabologischen Gespräch reden Georg Matter, Leiter Abteilung Kultur, BKS, und Pitsch Schmid, Mitglied historische Vereinigung Seetal, über die Geschichte der Ausgrabung und versuchen zu erklären, wie Reinerth nach Sarmenstorf kam und ungestört wirken konnte. Zur Illustration werden Fotos des Zigiholz von 1927 bis heute gezeigt. AZ-Autor Jörg Meier moderiert das Gespräch, das im Zusammenhang mit dem Themenjahr Grabenstorf steht. (az)

Das Gespräch findet am Sonntag, 21. November, um 11 Uhr im Pfarreizentrum Sarmenstorf statt. Der Eintritt ist frei.