Hilfikon
Pilotenfehler oder vereister Vergaser führten zum Flugunfall von Hilfikon

Die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle SUST erklärt im Schlussbericht den Flugunfall eines Pipes-Zweisitzers vom 12. Juni 2012 in Hilfikon: Als Ursache kommen eine Vergaservereisung als auch ein Pilotenfehler in Frage.

Peter Siegrist
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Das beschädigte Kleinflugzeug nach der Notlandung.

Das beschädigte Kleinflugzeug nach der Notlandung.

Kapo

Am 12. Juni 2012 landete auf einem Feld zwischen Hilfikon und Büttikon ein Kleinflugzeug, ungeplant und hart. Die Piper J3C-65/L-4 wurde dabei beschädigt, die beiden Passagiere, ein Pilot und ein Fluglehrer, konnten die Maschine unverletzt verlassen. Ironie des Schicksals war, dass der Pilot einen Prüfungsflug absolvierte und eine Notlandung ausserhalb des Flugplatzes durchzuführen hatte. Derartige Übungen gehören in der Fliegerei zum Traingsprogramm. Allerdings werden diese simulierten Notlandungen jeweils nicht zu Ende geführt, sondern der Pilot startet die Maschine kurz vor dem Aufsetzen durch.

Prüfungsflug wird zum Ernstfall

Nicht so bei diesem Prüfungsflug. Der Pilot leitete etwa fünf Meter über dem anvisierten Landefeld den Durchstart ein und führte die Maschine in den Steigflug über. Doch «nach zehn Sekunden verlor der Motor innerhalb von zwei Sekunden seine Leistung vollständig» so der Untersuchungsbericht. Auf der rechten Seite des Flugzeuges befand sich ein Wald und rund 200 Meter vor der Maschine behinderte eine Hochspannungsleitung den Flugweg.

Der Pilot leitete deshalb im Sinkflug eine Umkehrkurve von 180 Grad nach links ein. Noch vor dem Ende der Kurve stand der Propeller still. So kam es statt der simulierten zur echten Notlandung «mit einer hohen Sinkrate» auf einer mit hohem Gras bewachsenen Wiese. Bei dieser harten Landung knickte das rechte Fahrgestell nach oben ein. Das Flugzeug rutschte rund 25 Meter weiter zu einem angrenzenden Maisacker. Beim Übergang von der Wiese auf den Acker stellte sich das Flugzeug kurzzeitig auf die Nase, fiel aber wieder zurück auf die Räder. Nach 13 Minuten war der Flug zu Ende. Pilot und Fluglehrer konnten die stark beschädigte Maschine unverletzt verlassen.

Keine eindeutige Unfallursache

Die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle hat alle Faktoren im Zusammenhang mit dem Motorenausfall untersucht: Wetter, Zustand der Maschine und Ausbildungsstand und Erfahrung des Piloten. Dabei stellte sie fest, dass genügend Treibstoff mitgeführt wurde und am Motor keine Mängel vorhanden waren, welche im Zusammenhang mit der Störung stünden. Als gegeben sieht die SUST die meteorologischen Bedingungen für eine Vereisung des Vergasers an. Das Versagen der rechten Fahrwerkskonstruktion sei jedoch auf Überbelastung zurückzuführen.

Die Untersuchungsbehörde kommt zum Schluss, dass für den plötzlichen Leistungsverlust des Motors sowohl eine Vergaservereisung als auch eine Fehlmaniplation des Piloten bei der Einstellung des Motors in Betracht kommen.