Wohlen
Nachtragskredit bewilligt: Eisbahn kann saniert werden

Die Eisbahn ist in einem schlechten Zustand, das soll sich ändern. Der Einwohnerrat hat den Nachtragskredit zur Sanierung der Kunsteisbahn bewilligt.

Toni Widmer
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Sie hat den Plausch, auf der Eisbahn in Wohlen. Toni Widmer

Sie hat den Plausch, auf der Eisbahn in Wohlen. Toni Widmer

Toni Widmer

An der letzten Sitzung des Wohler Einwohnerrates in diesem Jahr stand neben dem Finanzplan (Bericht von gestern Dienstag) auch ein Nachtragskredit von 20 000 Franken zugunsten der Genossenschaft Kunsteisbahn zur Beratung an.

Die Eisbahn ist bekanntlich seit Jahren in einem desolaten Zustand. Um den Betrieb bis zur geplanten, umfassenden Sanierung – beziehungsweise dem Neubau einer Eishalle – aufrechterhalten zu können, mussten im Hinblick auf die neue Saison wichtige Revisions- und Erneuerungsarbeiten vorgenommen werden. Diese Revisionen dienten vor allem auch der Betriebssicherheit der Kälteanlage.

Finanzkommission dagegen

Der Gemeinderat beantragte, an die Kosten von 41 500 Franken einen freiwilligen Zustupf von 20 000 Franken zu leisten. Die Finanzkommission sah das nicht als nötig: «Es ist offensichtlich, dass sich die Eisbahn Wohlen in einem desolaten Zustand befindet. Die Genossenschaft Eisbahn bemüht sich, den Betrieb bis zum Bezug der neuen Anlage sicherzustellen. Die Finanzkommission anerkennt die Arbeit der Genossenschaft», schrieb die Finanzkommission in ihrem Bericht.

Dennoch erachtete sie einen Beitrag als nicht nötig: «In Anbetracht der angespannten finanziellen Lage, einer Beteiligung der Gemeinde von 3 Mio. Franken an einem allfälligen Neubau sowie dem dafür im Finanzplan aufgeführten Projektierungskredit von 500 000 Franken, sprechen sich die anwesenden Mitglieder einstimmig gegen die vorliegende Kostenbeteiligung aus.» Die Gemeinde, so die Fiko, sei rechtlich nicht zu diesem Beitrag verpflichtet.

Moralische Verpflichtung

Gemeinderat Urs Kuhn gab der Kommission teilweise recht: «Ja, es besteht keine rechtliche Verpflichtung, diesen Beitrag zu sprechen. Aber es gibt eine moralische Verpflichtung.» Der Gemeinderat habe ein Interesse daran, dass die Eisbahn für die neue Saison instand gestellt werden könne.»

Die Grünen unterstützten den Kredit und auch die CVP signalisierte Zustimmung. Corinne Manimanakis, SP, erklärte: «Das ist das Ergebnis unserer verfehlten Sparpolitik. Wir müssen jetzt Goodwill zeigen. Das Angebot der Eisbahn wird schliesslich von einer breiten Bevölkerungsschicht genützt.»

Sandra Lehmann, GLP/EVP, hieb in die gleiche Kerbe: «Eine Investition in die Eisbahn ist auch eine Investition in die Standortattraktivität. Die Anlage muss jetzt saniert werden, damit sie noch läuft, bis sie ersetzt werden kann.» Und Hans Hufschmid, KVP, sagte: «Ich stimme diesem Nachtragskredit ohne Wenn und Aber zu. Schliesslich sind wir gewählt, um unser Wohlen weiterzubringen und nicht, um Verhinderungspolitik zu betreiben.»

SVP und FDP dagegen

SVP und FDP sahen es anders. Beide Fraktionen signalisierten zwar Sympathien für die Eisbahn, fanden aber den Beitrag angesichts der angespannten Finanzlage als nicht nötig. Edi Brunner, SVP, riet der Eisbahngenossenschaft, doch auf Sponsorensuche zu gehen. In der Abstimmung obsiegte der gemeinderätliche Antrag mit 22:16 Stimmen.

Ein weiteres Traktandum war die Behandlung der Anfrage zu den auffällig vielen Wechseln auf der Bauverwaltung. Die SVP hatte dazu eine Reihe von Fragen gestellt, die vom Gemeinderat beantwortet wurden. Mit diesen Antworten war Edi Brunner allerdings nicht zufrieden und beantragte Diskussion. Sie wurde mit 22:16 Stimmen gewährt. «Es geht», führte Edi Brunner aus, «in dieser Angelegenheit nicht um Personen, es geht um die Sache. Wenn es im Gemeindehaus Führungsprobleme gibt, dann müssen diese auf den Tisch gelegt werden. Der Gemeinderat weicht in seiner Antwort jedoch allen unangenehmen Fragen aus.»

Die grosse Mehrheit des Einwohnerrates lässt den Gemeinderat diesbezüglich gewähren. In die Diskussion griff ausser der SVP niemand ein . . .

Mit überwiegender Mehrheit hat der Einwohnerrat am Montag auch 34 Personen eingebürgert. Insgesamt waren 27 Gesuche gestellt worden, eines wurde zurückgezogen.

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