Nachbarschaftshilfe
«Hemmschwelle soll möglichst niedrig sein» – Eggenwils Bevölkerung schätzt Arbeit von «I guete Händ»

Die Coronapandemie hat die Solidarität unter Nachbarn gefördert. In Eggenwil gibt es ein Nachbarschaftshilfenetz schon seit über 15 Jahren. Mit einer Umfrage im Dorf wollte «I guete Händ» herausfinden, wo zukünftig die Bedürfnisse liegen – auch generationenübergreifend.

Marc Ribolla
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Markus Käch ist einer der Verantwortlichen des Nachbarschaftshilfenetzes «I guete Händ» in Eggenwil.

Markus Käch ist einer der Verantwortlichen des Nachbarschaftshilfenetzes «I guete Händ» in Eggenwil.

Marc Ribolla

Bald steht wieder eine der Hochsaisonzeiten an. Die Frühlingsferien im April und später die Sommerferien im Juli. Dann hat «I guete Händ» alle Hände voll zu tun. Und damit auch die Freiwilligen dieses Eggenwiler Nachbarschaftshilfenetzes.

Seit bald 16 Jahren kümmern sie sich um alles Mögliche, was die Eggenwiler Bevölkerung braucht. Pflanzen giessen, Wohnung lüften und hüten bei Ferienabwesenheiten, Haustiere füttern, Fahrdienste zum Arzt und so weiter. «Der harte Kern der Freiwilligen besteht zurzeit ungefähr aus zehn Personen», erklärt Markus Käch. Er verwaltet neu zusammen mit Ruth Ackermann die Arbeit von «I guete Händ».

Seit dem Bestehen hat sich diese Art von Nachbarschaftshilfe in Eggenwil etabliert und wird geschätzt. Geleistet wurde sie bis anhin vorwiegend von Menschen im Seniorenalter. «Der Altersschnitt war bisher sicher um die 70 Jahre, nun möchten wir eher jünger werden. Aber das braucht seine Zeit», sagt Käch.

Drei Viertel beurteilen das Zusammenleben als ziemlich gut bis sehr gut

Um den Puls und die Bedürfnisse der Bevölkerung zu erfahren, hat «I guete Händ» im März mit Unterstützung der Gemeinde einen Umfragebogen in alle 456 Eggenwiler Haushaltungen verschickt. Alternativ war die Teilnahme auch online möglich. Der Rücklauf betrug gegen zehn Prozent.

Erfreulich sei, dass bis auf zwei Antworten für alle «I guete Händ» ein Begriff sei. «Zwei Drittel haben schon einmal einen Auftrag erteilt und wir haben sehr gute Noten erhalten», erklärt Käch. Zudem würden drei Viertel der Teilnehmenden das Zusammenleben von Jung und Alt in Eggenwil als ziemlich gut bis sehr gut beurteilen.

Besonders erfreut ist Käch, dass sich auch neue Interessierte gefunden hätten, die gerne bei der Nachbarschaftshilfe aktiv sein möchten. «Die Idee ist, dass das Dorf lebt. Mit der Umfrage wollten wir auch einen Anschub geben. In der Hoffnung, dass ‹I guete Händ› weiter existieren kann», erzählt Käch.

Vermehrt auch Jüngere ins Boot holen

Sie möchten auch ein wenig vom Pensioniertenimage wegkommen, sagt er. Käch selbst ist seit kurzem im Ruhestand. «Wir möchten vermehrt Jüngere ins Boot holen, um das Zusammenleben von Jung und Alt im Dorf zu fördern», so Käch. Es gäbe durchaus Personen, die mithelfen möchten, die dies aber zum Teil noch auf später verschieben müssen, da sie noch im Erwerbsleben engagiert seien. Mitmachanfragen seien aber jederzeit willkommen.

«Je nach Art des Dienstes kann es sehr zeitintensiv sein. Ein Haus oder ein Garten muss man zum Beispiel gerade an heissen Sommertagen täglich betreuen», erklärt Käch weiter. Die Dienstleistungen von «I guete Händ» sind zwar kostenlos. Aber: «Es wäre schön, wenn es eine Gegenleistung gibt, die den Leuten zeigt, dass es etwas wert ist.»

Möglich ist auch, dass sich das Angebot noch zusätzlich erweitert. An der Umfrage hätten Teilnehmende auch handwerkliche Unterstützung angeboten oder im Office-Bereich, beispielsweise beim Ausfüllen der Steuererklärung. «Die Hemmschwelle soll möglichst niedrig sein, bei Fragen oder Problemen sind wir da», sagt Markus Käch.

Intensiviert werden soll auch die Mitarbeit beim schulischen Projekt «Generationen im Unterricht». Dort möchte die Gruppe sich regelmässig schulunterstützend einbringen. Neun Interessierte wären mit von der Partie. Bald findet ein Treffen mit der Schulleitung statt. Die Arbeit und Projekte mit den Schülerinnen und Schülern würden nach den Herbstferien beginnen.

Alle Informationen und Kontakte zu «I guete Händ» gibt es auf der Website der Gemeinde Eggenwil.

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