Mutschellen
Zwei Tage vor Sommerferien: Kreisschule hat kurzfristige Lösungen für Schulraumnot – und beginnt zu planen

Dass die Kreisschule Mutschellen dringend ab August mehr Platz braucht, ist seit einem Jahr bekannt. Jetzt haben der Schulvorstand und die Verbandsgemeinden drei Lösungsansätze bekannt gegeben. Kurzfristig müssen alle enger zusammenrücken. Aber baldige Abhilfe ist versprochen.

Andrea Weibel
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Im August sollen kurzfristige Lösungen fürs Schulraumproblem an der Kreisschule Mutschellen bezugsbereit sein. Gleichzeitig beginnt eine längerfristige Planung.

Im August sollen kurzfristige Lösungen fürs Schulraumproblem an der Kreisschule Mutschellen bezugsbereit sein. Gleichzeitig beginnt eine längerfristige Planung.

Marc Ribolla

Die Kreisschule Mutschellen (KSM) braucht mehr Platz. Und zwar dringend. Nach den Sommerferien kommen zu den bestehenden 26 Klassen noch drei dazu. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler schon jetzt teilweise im Keller oder in Abstellräumen unterrichtet. Im Herbst vor einem Jahr hätten die vier Verbandsgemeinden Berikon, Oberwil-Lieli, Rudolfstetten und Widen eine Lösung bereit gehabt, doch damals sperrte sich Rudolfstetten dagegen.

Unterdessen ist klar geworden, dass die Verbandsgemeinden mit dem Provisorien-Projekt von damals, für das bereits ein Baugesuch aufgelegen hat, nicht weiterkommen. Unter anderem wegen einer hängigen Einwendung und weil unterdessen sämtliche Angebote teurer geworden seien.

So hat der Vorstand der Kreisschule bei den Gemeinderäten «den Abbruch der laufenden Submission und gleichzeitig die Initialisierung einer mittelfristigen Zwischenmietlösung für ein Schulraumprovisorium beantragt. Zudem wurde die Einsetzung einer Arbeitsgruppe/Baukommission beantragt, welche umgehend ihre Arbeit aufnehmen soll», schrieb die Kreisschule am Donnerstag, also zwei Tage vor den Sommerferien, in einer Mitteilung.

Das bedeutet im Klartext: Das Projekt, das bisher angedacht war, wird fallengelassen. Stattdessen erhält die Schule als allererstes Sofortmassnahmen für 25'000 Franken, damit die drei zusätzlichen Klassen überhaupt unterrichtet werden können. So schnell wie möglich soll dann ein Provisorium angemietet werden, das für zwei Jahre stehen bleiben kann. Und ab dann soll die Langfristplanung greifen, die eine Arbeitsgruppe sich ab jetzt überlegt.

Materialraum und Lehrerarbeitszimmer werden Schulraum

«Die Auseinandersetzung mit den vorliegenden Varianten zeigte, dass kein zusätzlicher Schulraum keine Option darstellt», lautet einer der wohl wichtigsten Sätze im Schreiben. Zumindest für die Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler. Denn wie die Lehrpersonen in einem offenen Brief im Mai schrieben, können sie schon noch ein wenig zusammenrücken. Aber sie brauchen eine Perspektive.

Diese gibt ihr der Vorstand der Kreisschule zusammen mit den Gemeinderäten jetzt. Das wichtigste sind die kurzfristigen Änderungen. Auf Anfrage zählt Patrick Stangl, Ressortverantwortlicher Bau der KSM, eine Reihe von Massnahmen auf. «Aus dem Material- und Vorbereitungsraum fürs bildnerische Gestalten im Obergeschoss KSM 1 wird ein Schulzimmer. Ebenso der Arbeits- und Konferenzraum der Lehrpersonen im Erdgeschoss KSM 1», schreibt er unter anderem.

Ihm, dem Vorstand und den Gemeinderäten ist bewusst: «Dies hat zur Folge, dass bis zur Realisierung der Zwischenmietlösung wichtige Gruppenräume und Vorbereitungszimmer wegfallen, was die Unterrichtsqualität stark beeinflusst.» Dies soll nicht lange dauern, denn so bald wie möglich sollen die Mietprovisorien angeliefert werden. Innert weniger Monate, wenn alles zügig abgewickelt werden kann, verspricht das Schreiben.

Jetzt wollen alle an einem Strick ziehen – warum erst jetzt?

Wieso musste jetzt aber eine solche Hau-Ruck-Übung her? Gab es zuvor keine langfristige Schulraumplanung? Stangl gibt Auskunft: «Viele Wege führen nach Rom. Die intensive Auseinandersetzung mit dieser Problematik hat in den letzten sechs Monaten nun dazu geführt, dass wir gemeinsam (Schule, Vorstand und Verbandsgemeinden) an einem Strick ziehen wollen.»

Denn eines sei für alle klar: «Wir haben ein gemeinsames Ziel, und das ist, dass für die KSM als regionale Anlage künftig qualitativ hochwertige Räume und eine zeitgemässe Infrastruktur vorhanden sein sollen.»

Für die Lehrpersonen sowie die Schülerschaft ist die Hauptsache, dass sie möglichst bald genügend Schulraum erhalten. Für die Bevölkerung aber bleibt schon ein leicht schaler Nachgeschmack. Die drei Punkte Kurzfristlösungen, Mietprovisorium und Langzeitplanung lassen immerhin erkennen, dass die Probleme der Schule ernst genommen werden. Genau diese Perspektive forderte die Lehrerschaft.