Muri
«Muri hat jetzt Seeanschluss»: Das Autostopp-System Taxito weiht einen weiteren Standort im Freiamt ein

Von Muri mit dem Bus an den Hallwilersee reisen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Denn diese Fahrt deckt die örtliche Buslinie nicht ab. Doch neu können Reisende aus dem Klosterdorf per digitalem Autostopp nach Aesch oder auch Hitzkirch und Hochdorf reisen.

Melanie Burgener
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Vizegemeindepräsidentin Milly Stöckli, Gabi Laupert vom KEK Seetal und Yanik Allgeier, Projektleiter der Abteilung Bau und Planung Muri (von links) testen den neuen Taxito-Standort in Muri.

Vizegemeindepräsidentin Milly Stöckli, Gabi Laupert vom KEK Seetal und Yanik Allgeier, Projektleiter der Abteilung Bau und Planung Muri (von links) testen den neuen Taxito-Standort in Muri.

Melanie Burgener

Am Strassenrand stehen und warten. Die eine Hand hält den Daumen nach oben, die andere ein beschriftetes Kartonschild. «Autostöpple» funktioniert wohl überall auf der Welt gleich. Seit Generationen reisen Menschen auf diesem Weg durch die Welt.

Damit kann nicht nur das Geld für den ÖV gespart, sondern auch Ortschaften erreicht werden, in die weder das Schienennetz noch die örtlichen Buslinien führen. Letzteres ist besonders in kleinen Gemeinden ein Bedürfnis.

So zum Beispiel im Freiamt. Eigentlich lägen Dörfer wie Buttwil oder Bettwil nicht weit vom Hallwilersee entfernt. Doch um Ortschaften am Wasser zu erreichen, braucht es ein Auto. Das ÖV-Angebot in diese Richtung ist bescheiden.

Dieses Problem möchte das Mitfahrsystem Taxito lösen. Im vergangenen Juni startete das Projekt erstmals im Aargau als Pilotphase in der Region Seetal/Freiamt. Seit zwei Wochen gibt es auch in der Gemeinde Muri eine Taxito-Tafel.

Eine Taxifahrt vom Kloster bis über die Kantonsgrenze

Dass auch das Klosterdorf nun Teil dieses digitalen Autostopp-Projektes ist, freut das Unternehmen Taxito-Seetal. «Die Busverbindungen gehen hier in der Region nur bis zur Kantonsgrenze. Doch für viele Gemeinden ausserhalb wäre eine Verbindung nach Muri wichtig», erzählt Gabi Laupert, Projektverantwortliche vom kantonsübergreifenden Entwicklungskonzept (KEK) Seetal.

Denn in Muri befindet sich nicht nur ein Bahnhof mit gutem Anschluss nach Zürich, sondern auch Institutionen wie das Altersheim oder das Spital. Aber auch die Murianerinnen und Murianer können von diesem Angebot profitieren. Vizegemeindepräsidentin Milly Stöckli betont lachend: «Muri hat jetzt Seeanschluss.»

Milly Stöckli freut sich über das neue Angebot in der Gemeinde.

Milly Stöckli freut sich über das neue Angebot in der Gemeinde.

Melanie Burgener

Denn wer künftig in Aesch oder Mosen baden will, kann sich dafür an die Taxito-Stelle an der Seetalstrasse 12 begeben. Mit dem Mobiltelefon muss eine SMS mit dem aufgeführten Code für die jeweilige Destination an die Nummer 8294 gesendet werden. Danach erscheint die Ortschaft auf der Tafel und ist für vorbeifahrende Autolenkende zu sehen. Diese können anhalten und die Reisenden mitnehmen.

Taxito ist sicherer als selbstständiges «Stöpple»

«Vorteil dieser digitalen Autostopp-Variante ist der Sicherheitsaspekt», sagt Laupert. Der Fahrgast kann vor dem Einsteigen erneut eine SMS mit der Autonummer schicken. Der Preis für eine Fahrt beträgt 2.90 Franken und wird direkt via Handyrechnung bezahlt. Autofahrende erhalten einen Franken, sofern sie sich zuvor registriert haben.

Jetzt kann auch in Muri per SMS Autostopp gemacht werden. Yanik Allgeier, Milly Stöckli und Gabi Laupert (von links) zeigen, wie's geht.

Jetzt kann auch in Muri per SMS Autostopp gemacht werden. Yanik Allgeier, Milly Stöckli und Gabi Laupert (von links) zeigen, wie's geht.

Melanie Burgener

«Laut unserer Statistik werden 70 Prozent aller Benützenden innerhalb von zwei Minuten mitgenommen», freut sich Laupert. «Vielleicht wird dieses Modell später nicht mehr nur für Ausflüge, sondern für Arbeitswege über die Kantonsgrenzen hinaus benützt.»

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