Merenschwand
Sie zeigen den Schülern, wie man sich vor Mobbing und Schulden schützt: «Prävention gibt uns die Möglichkeit, nicht erst in konkreten Fällen zu reagieren»

Die Schule Merenschwand hat ein neues Präventionskonzept erarbeitet. Dieses soll als Basis für Lehrpersonen gelten und Schüler auf schwierige Lebenssituationen vorbereiten. Ein Jugendpolizist und eine Schulsozialarbeiterin helfen bei der Umsetzung.

Melanie Burgener
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Gemeinsam setzen sie an der Schule Merenschwand ein neues Präventionskonzept um. Fabienne Peyer (Schulsozialarbeiterin), Simon Bachmann (Jugendpolizist der Regionalpolizei Muri), Bettina Taiana (Schulleiterin Kindergarten/Primarschule) und Stefan Woodtli (Gesamtschulleiter, Schulleiter Oberstufe, von links).

Gemeinsam setzen sie an der Schule Merenschwand ein neues Präventionskonzept um. Fabienne Peyer (Schulsozialarbeiterin), Simon Bachmann (Jugendpolizist der Regionalpolizei Muri), Bettina Taiana (Schulleiterin Kindergarten/Primarschule) und Stefan Woodtli (Gesamtschulleiter, Schulleiter Oberstufe, von links).

Melanie Burgener

Kinder und Jugendliche sollen an der Schule Merenschwand nicht nur in üblichen Fächern unterrichtet, sondern auch in anderen Bereichen aufs Leben vorbereitet werden. Das ist der Schulleitung ein grosses Anliegen. Denn insbesondere, was den Umgang mit dem Internet aber auch jenen mit Mobbing, Rauschmitteln oder Schulden angeht, stehen Schülerinnen und Schüler bereits früh vor Problemen und schwierigen Entscheidungen.

Um solchen Problemen vorzubeugen und den Kindern mögliche Lösungen mit auf den Weg zu geben, hat die Schule Merenschwand nun ein Präventionskonzept verfasst. Bettina Taiana, Schulleiterin für Kindergarten und Primarschule, erklärt:

«Im Schulalltag gibt es oft schwierige Situationen, in denen wir reagieren müssen.»

Sie ergänzt: «Eine Prävention gibt uns die Möglichkeit, im Voraus aktiv mögliche Probleme zu thematisieren und nicht erst in konkreten Fällen zu reagieren.»

Auswärtige Experten helfen bei der Umsetzung des Konzeptes

Der Inhalt des Präventionskonzeptes selbst ist nicht ganz neu. «Ziel war es, dass wir uns ansehen, was an unserer Schule im Bereich der Prävention bereits gemacht wird. Das haben wir systematisch zusammengetragen, um so einen Überblick für die Lehrpersonen zu schaffen und auch allfällige Lücken zu entdecken», erklärt Taiana das Vorgehen. Dabei habe man gemerkt, dass bereits viel geleistet werde, aber auch, dass einiges noch ergänzt werden muss.

Das niedergeschriebene Konzept diene einerseits dazu, nach aussen zu präsentieren, was in der Schule Merenschwand im Bereich der Prävention angeboten werde. Andererseits helfe es den Lehrpersonen, sich einen internen Überblick über den Lernstand der Kinder zu verschaffen und diesen einheitlich umzusetzen.

Bei Letzterem werden häufig externe Expertinnen und Experten beigezogen. Zum Beispiel bei der Sexualkunde. «Häufig fällt es den Schülern leichter, über solche Themen mit einer Schulsozialarbeiterin zu sprechen, als mit der eigenen Klassenlehrperson», sagt Stefan Woodtli, Gesamt- und Oberstufenschulleiter.

Themen wie der Umgang mit dem Internet werden laufend vertieft

Deshalb arbeiten die Schulsozialarbeiterin Fabienne Peyer und der Jugendpolizist Simon Bachmann von der Regionalpolizei Muri eng mit der Schule Merenschwand zusammen. In ergänzender Zusammenarbeit unterstützen sie die Lehrpersonen dabei, die Kinder früh ihrem Alter gerecht auf schwierige Lebenssituationen vorzubereiten.

So thematisiert Fabienne Peyer beispielsweise in den ersten Klassen das faire Schlichten eines Streites. Später vertieft sie zusammen mit Simon Bachmann diese Lektionen beim Thema Mobbing. Der Jugendpolizist kann dabei gut über die rechtlichen Aspekte aufklären – viele Schüler und Eltern wissen nicht, dass man bereits im Alter von zehn Jahren strafmündig ist. Er erzählt:

«In einem Workshop spielen wir durch, was passiert, wenn man gegen das Gesetz verstösst.»
Stefan Woodtli, Gesamt- und Oberstufenschulleiter in Merenschwand, ist zufrieden mit dem neuen Präventionskonzept.

Stefan Woodtli, Gesamt- und Oberstufenschulleiter in Merenschwand, ist zufrieden mit dem neuen Präventionskonzept.

Melanie Burgener

Dieser Bereich konnte mit dem Präventionskonzept optimiert werden, wie Stefan Woodtli erklärt. Noch bis vor einem Jahr habe die Schule jeweils für Eltern von Oberstufenschülern einen Abend organisiert, an dem sie darüber informiert haben. «Viele schätzten dieses Angebot sehr, vor allem auch den Austausch mit anderen Eltern.

Jedoch kam diese Möglichkeit für viele zu spät. Denn heute kommen Kinder immer früher mit dem Internet in Kontakt», so Woodtli. Neu findet dieser Elternabend in der vierten Primarklasse statt.

Das Präventionskonzept, sei in den Augen der Schulleitung gut gelungen, so Woodtli. Das umfassende Dokument und die Hilfe der Experten würden die Lehrpersonen entlasten und für eine Bildung dienen. «Schulintern hat uns dieses Konzept schon viel genützt. Nun wollen wir es auch nach aussen tragen», sagt Stefan Woodtli.

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