Merenschwand
Dank steigender Schülerzahlen: Das fast verwaiste Schulhaus Benzenschwil erlebt eine Auferstehung

Seit der Fusion 2012 besuchen die Benzenschwiler Kinder die Primarschule in Merenschwand. Das soll sich nun ändern: Zwei neue Klassen entstehen ab dem neuen Schuljahr.

Pascal Bruhin
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Freuen sich, dass das Benzenschwiler Schulhaus zu neuem Leben erwacht: V.l. Stefan Woodtli (Gesamtschulleiter), Bettina Taiana (Schulleiterin Kindergarten/Primarschule), Andrea Stutzer (Präsidentin Schulpflege), Karin Brauchli (Gemeinderätin Merenschwand)

Freuen sich, dass das Benzenschwiler Schulhaus zu neuem Leben erwacht: V.l. Stefan Woodtli (Gesamtschulleiter), Bettina Taiana (Schulleiterin Kindergarten/Primarschule), Andrea Stutzer (Präsidentin Schulpflege), Karin Brauchli (Gemeinderätin Merenschwand)

Pascal Bruhin

«Das Dorf ist wieder im Dorf», freut sich Andrea Stutzer, Präsidentin der Schulpflege von Merenschwand und Benzenschwil, anlässlich einer Medieninformation im Schulhaus Benzenschwil. Bis zur Fusion mit Merenschwand, Anfang 2012, war Benzenschwil eine eigenständige Gemeinde mit eigener Primarschule. Seither jedoch besucht ein Grossteil der Benzenschwiler Schüler die Primarschule im rund anderthalb Kilometer entfernten Merenschwand. Nur eine Klasse wird derzeit noch im Ortsteil Benzenschwil unterrichtet, das grossräumige Gebäude im Oberdorf ist fast verwaist. Das soll sich mit Beginn des neuen Schuljahrs ändern.

Aufhebung der Mindestklassengrösse machte Rückkehr möglich

Struktur und Bausubstanz des Schulhauses Benzenschwil sind noch immer sehr gut.

Struktur und Bausubstanz des Schulhauses Benzenschwil sind noch immer sehr gut.

pbr

Ab dem Sommer werden wieder drei Schulklassen – eine 1./2. Klasse, eine 3./4. Klasse und eine 5./6. Klasse – im Schulhaus Benzenschwil unterrichtet. Möglich macht dies einerseits die seit letztem Jahr neu geregelte Ressourcierung der Volksschule, womit die Mindestklassengrösse von 15 Schülern wegfiel. Andererseits die stetig wachsende Bevölkerung Merenschwands und die entsprechend steigenden Schülerzahlen. «Es ist ein Schritt in die richtige Richtung», kommentiert dies Gesamtschulleiter Stefan Woodtli. Dank der beiden neuen Schulklassen in Benzenschwil, reduzieren sich die Klassengrössen am ohnehin räumlich überlasteten Standort Merenschwand um jeweils zwei bis drei Schüler.

Zusätzlich wird in Merenschwand eine vierte Kindergartenabteilung eröffnet, welche provisorisch im Untergeschoss der Mehrzweckhalle untergebracht wird. Der Kindergarten in Benzenschwil führt weiterhin einen grossen und kleinen Kindsgi. Mit der Neuorganisation besuchen also wieder die Benzenschwiler Kinder den Kindergarten und die Primarschule in Benzenschwil, die Merenschwander Kinder in Merenschwand. Gesamtschulleiter Woodtli betont aber: «Trotz der räumlichen Trennung bleiben wir weiterhin eine Schule unter einem Dach, halt einfach mit zwei Dächern.» So werden beispielsweise Anlässe, wie Sporttage gemeinsam durchgeführt.

Neue Lehrpersonen konnten bereits gefunden werden

Dass für die neuen Schulklassen bereits qualifizierte Lehrpersonen gefunden wurden, freut insbesondere Primarschulleiterin Bettina Taiana: «Wir haben zwei tolle Personen engagiert, die genau diese Kleinräumigkeit schätzen und zu uns passen. Das ist nicht selbstverständlich.»

«Wir haben das gut angeschaut», erläutert Karin Brauchli, Gemeinderätin und Bildungsvorsteherin. «Die nächsten fünf Jahre können wir sicher auf dieses Konzept setzen.» Langfristig müsse aber aufgrund der steigenden Schülerzahlen und der geänderten Anforderungen an Unterrichts- und Lehrformen neuer Schulraum geschaffen werden. Deshalb erarbeitet die Schulraumplanungskommission derzeit unter Mitwirkung von Fachleuten ein umfassendes Konzept, dass voraussichtlich an der Herbstgmeind präsentiert werden soll.

Gemeinderat übernimmt mit dem Wegfall der Schulpflege auch die strategische Führung

Nicht nur für die Schülerinnen und Schüler ändert sich im neuen Schuljahr einiges. Mit der Abschaffung der Schulpflege wird eine neue Führungsstruktur eingeführt. Der Gemeinderat übernimmt per 1. Januar 2022 nebst der finanziellen auch die strategische Führung. «Wichtig ist es, dass dieser Wechsel für Lehrpersonen und Schüler möglichst geräuschlos vonstatten geht», sagt Gemeinderätin Brauchli. Da sie selbst – wie übrigens auch drei weitere Gemeinderäte – früher Mitglied der Schulpflege war, ist sie jedoch optimistisch, dass dies gelingt. Die aktuelle Präsidentin der Schulpflege, Andrea Stutzer, die entsprechend nur noch dieses Jahr im Amt sein wird, freut sich umso mehr, dass die Benzenschwiler Kinder nun wieder in ihrem Dorfteil zur Schule gehen dürfen. Sie findet: «Es ist ein schöner Abschluss meiner Arbeit.»