Tägerig
Lehrerin: «Sechstklässler sollten nicht ausquartiert werden»

Nach einer ausführlichen Debatte fand der Schulhaus-Ausbau an der ausserordentlichen «Gmeind» deutlich Zustimmung.Mit 82 Ja gegen 13 Nein kam der Ausbau durch.

Lukas Schumacher
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Vor Detailplanung und Erstellung: Neuer Schulpavillon (Gebäudeteil rechts) bei der Mehrzweckhalle Tägerig. Plan: MO

Vor Detailplanung und Erstellung: Neuer Schulpavillon (Gebäudeteil rechts) bei der Mehrzweckhalle Tägerig. Plan: MO

Die ausserordentliche Gemeindeversammlung Tägerig hat letztlich sehr deutlich Ja gesagt zum Schul-Erweiterungsprojekt. Mit 82 Ja gegen 13 Nein kam der Ausbau durch. Der klare Entscheid kam nach einer längeren Diskussion mit rund 15 Wortmeldungen aus der Versammlungsmitte zustande.

Unter Zeitdruck

Andreas Müller und Iwan Studer von der Schulpflege Tägerig gaben zu verstehen, dass ein Nein zum Projekt eine zeitliche Verzögerung bewirke, sodass die Tägliger Sechstklässler den Unterricht im August 2014 auswärts besuchen müssten. «Niederwil hätte genügend Platz und würde unsere Sechstklässler gerne aufnehmen», sagten Müller und Studer. Eine solche externe Lösung beeinträchtige aber das sehr gute Klima an der Dorfschule Tägerig.

Ähnlich argumentierte die Lehrerin Barbara Sturzenegger: «Die Sechstklässler sollten nicht ausquartiert werden. Es wäre wichtig, wenn dieses im Aargau neu eingeführte sechste Primarschuljahr, das entscheidend ist für den Übertritt an die Oberstufe, von der Schule Tägerig angeboten wird.»

Tägerig: vier statt drei Trainingstage für den FC

Wie der Tägliger Gemeinderat an der ausserordentlichen «Gmeind» bekannt gab, darf der Fussballclub Tägerig an vier statt an drei Tagen pro Woche auf der Anlage «Verlorenen» trainieren. Dies entschied die Rechtsabteilung des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt. Ein Anwohner hatte Beschwerde geführt und auf drei wöchentliche Trainingstage gepocht.

Vorläufig entschieden ist ein zweites Verfahren, das der gleiche Anwohner beim Kanton wegen «Lärmimmissionen» angestrengt hat. Demnach darf auf der Anlage ausserhalb der Trainingszeiten vorderhand nicht gekickt werden. «Aarau» teilte dem Gemeinderat nämlich mit, er müsse ein Gesuch mit fixierten Zeiten für die individuelle Benützung des Trainingsplatzes einreichen. Der Gemeinderat schickt das verlangte Gesuch demnächst in die Kantonshauptstadt.

In Bälde wird die Wohlenschwilerstrasse saniert. Die Sanierung wurde an der Gemeindeversammlung Tägerig Ende 2012 beschlossen, wobei auch Anträge für ein Lastwagen-Fahrverbot und die Schaffung einer Sicherheitszone für Fussgänger durchkamen. Am 7. März werden die Anwohner detailliert über das Sanierungsprojekt informiert. (sl)

Anderer Auffassung waren Daniela Suwald und Ernst Fankhauser. Sie vertraten die Meinung, dass ein Auswärtsjahr der Sechstklässler in Kauf genommen werden müsse. Dadurch gewinne man Zeit, um das notwendige Erweiterungsprojekt «zu verfeinern und zu überarbeiten».

Rückweisung chancenlos

René Bovard stellte einen Rückweisungsantrag. Er führte mehrere Gründe gegen das Erweiterungsprojekt ins Feld. Es sei zu kostspielig, weise keine Unterkellerung auf, ein Büroraum für den Hauswart fehle und die geplante Toilettenanlage sei unnötig. Meinrad Würsch und Stefan Keller unterstützten Bovards Antrag und betonten, der Gemeinderat müsse nochmals über die Bücher gehen.

Edi Kuhn sprach sich gegen eine Rückweisung aus: «Sie würde den Zeitplan stark verzögern.» Es sei Aufgabe der eingesetzten Baukommission, das Projekt unter die Lupe zu nehmen und allenfalls zu ergänzen oder abzuändern. Kuhn forderte den Gemeinderat auf, das Gespräch mit «Aarau» zu suchen, damit der Kanton einen finanziellen Zustupf gewähre.

Bovards Rückweisungsantrag wurde bei 64 Nein gegen 24 Ja deutlich verworfen. Ebenfalls keine Zustimmung fand ein von Heinz Oppliger formulierter Antrag. Oppliger hatte eine Unterkellerung des geplanten Schulpavillons vorgeschlagen. Eine Unterkellerung hätte Mehrkosten von rund 250 000 bis 300 000 Franken bewirkt und die Bauzeit um zwei bis drei Monate verlängert.

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