Kreisschule Mutschellen
Nach offenem Brief der Lehrerschaft: Gemeinderäte stellen Lösung für fehlenden Schulraum in Aussicht

Container sollen nach den Plänen der Gemeinderäte von Berikon, Widen, Rudolfstetten und Oberwil-Lieli temporär Abhilfe schaffen. Schon für das nächste Schuljahr stehen dafür zwei Varianten zur Wahl. Der Ball liegt nun bei der Kreisschule.

Marc Ribolla
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Die Kreisschule Mutschellen hat viel zu wenig Platz. Hier ein Blick in den PC-Raum im Keller der KSM 2 mit 22 Jugendlichen.

Die Kreisschule Mutschellen hat viel zu wenig Platz. Hier ein Blick in den PC-Raum im Keller der KSM 2 mit 22 Jugendlichen.

zvg

Der Schulraum an der Kreisschule Mutschellen (KSM) mit dem Standort Berikon ist bekanntermassen knapp und wird sich ab kommendem Schuljahr 2022/23 noch weiter verschärfen. Diese Tatsache ist unbestritten. Zu den aktuell 26 Klassen werden ab August noch drei weitere hinzukommen.

Ein Prozess ohne wahrnehmbare Wirkung

Die Erweiterung des Schulraums für die Schülerinnen und Schüler ist seit vergangenem Sommer ein Thema, als die KSM bei den beteiligten politischen Gemeinden Berikon, Oberwil-Lieli, Rudolfstetten und Widen den Bau eines Schulraumprovisoriums beantragte. Dieser Prozess nahm seither seinen Lauf. Allerdings ohne nach aussen hin wahrnehmbare konkrete Wirkung auf das bald anbrechende neue Schuljahr.

Die Lehrerschaft der Kreisschule wandte sich deshalb Anfang vergangene Woche in einem von 40 Personen unterzeichneten offenen Brief an die beteiligten Gemeinderäte. Sie befürchtet Qualitätseinbussen bei der Unterrichtsgestaltung, weil eine vernünftige Stundenplangestaltung unter solchen Umständen nicht möglich sei. Die Gemeinderäte wurden aufgefordert, schnellstmöglich eine befriedigende Lösung zu finden.

Absetzung des Traktandums an der Gmeind hatte keine Auswirkungen

Der offene Brief hat Wellen geschlagen und die beteiligten Gemeindeammänner sowie der KSM-Vorstand und die beiden Schulleiter trafen sich bereits tags darauf zum Austausch. Und reagieren nun auf den offenen Brief.

In einer Pressemitteilung schreiben die Gemeinderäte unter anderem: «Das von den Verbandsgemeinden im Dezember 2021 aufgezeigte weitere Vorgehen wurde umgesetzt. Einerseits durch die Verbandsorgane der Kreisschule mittels Einleitung Baugesuchsverfahren und der Submission für eine Pavillonbaute. Andererseits wurden im Auftrag des Gemeinderates Rudolfstetten eine Analyse und detaillierte Abklärungen vorgenommen.»

Der Eingangsbereich der Kreisschule Mutschellen in Berikon.

Der Eingangsbereich der Kreisschule Mutschellen in Berikon.

Marc Ribolla (3.9.21)

Dieser hatte kurz vor der letzten Gmeind das Traktandum für den Kredit zum Pavillonbau gestrichen, weil er weitere Untersuchungen dazu haben wollte. Dieser Schritt habe den Planungsprozess verzögert oder blockiert, monierte die KSM-Lehrerschaft nun im offenen Brief. Die Gemeinderäte halten aber fest: «Wie bereits im November 2021 mitgeteilt wurde, war eine Inbetriebnahme der Pavillonbaute schon damals nicht auf Beginn des Schuljahrs 22/23 möglich. Die damalige Absetzung des Traktandums durch den Gemeinderat Rudolfstetten hatte darauf keinen Einfluss.»

Ziel ist, bis Ende Monat Bescheid von der Schule zu erhalten

Berikons Gemeindeammann Stefan Bossard sagt gegenüber der AZ: «Es gab oder gibt auch in diesem Fall gewisse Fristen einzuhalten, was die Termine oder Baugesuchsauflagen betrifft.» Mit den seit Winter aber parallel vorangetriebenen zweigleisigen Abklärungen liegen der Kreisschule Mutschellen aktuell mehrere Varianten mit Optionen für den zusätzlichen Raumbedarf vor. «Vier von fünf Varianten zeigen Szenarien auf, um die Raumbedürfnisse kurz- oder mittelfristig zu lösen», heisst es weiter.

Im oben erwähnten Austauschgespräch hätten sich zwei Varianten ergeben, die geprüft werden sollen, sagt Bossard weiter. «Die Schule ist nun im Lead, sich für eine zu entscheiden. Das Ziel ist, bis Ende Monat zu wissen, was die Kreisschule bevorzugt.» Bei beiden Varianten handle es sich um eine Übergangslösung in Form von Containern, die je nachdem mehr oder weniger Zeit braucht. Bossard gibt auch zu bedenken:

«Es ist schwierig, eine finale Lösung zu finden in so kurzer Zeit»

Bezüglich Zeithorizont kann er keine Angaben machen, da die Umsetzung schon aufs neue Schuljahr hin von verschiedenen Faktoren wie der Materialbeschaffung abhängt. Es sei wichtig, die Lehrerschaft im Boot zu haben. Am Montag haben die beteiligten Gemeindeammänner diese deshalb persönlich über den neusten Stand in dieser Sache informiert.

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