Wohlen
Grossrätin zeigt es vor: Wie aus altem Brot leckere Gerichte werden

Aus altem Brot lassen sich einfach tolle Speisen wie Fotzelschnitte oder Brotsuppe zuberiten. Grossrätin Monika Küng aus Wohlen und Tochter Magdalena haben ein Koch- und Geschichtenbuch rund ums Brot geschrieben.

Andrea Weibel
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Monika Küng mit ihrem neuen Brotbuch auf ihrem Balkon – das rosa Haus links hinten ist eine der Bäckereien.

Monika Küng mit ihrem neuen Brotbuch auf ihrem Balkon – das rosa Haus links hinten ist eine der Bäckereien.

Andrea Weibel

Nur einen Steinwurf von gleich zwei Bäckereien entfernt liegt die bunt und heimelig eingerichtete Wohnung der grünen Grossrätin Monika Küng aus Wohlen. «Am Sonntagmorgen gibt es doch nichts Schöneres als einen frischen Zopf und ein duftendes Brot dazu, vielleicht auch noch etwas Körniges frisch vom Beck», schwärmt sie. Aber so viel Brot können sie und ihre Familie beim besten Willen nicht auf einmal aufessen. Doch das macht nichts: «Die Rezepte mit altem Brot sind so vielseitig. Leider haben viele Leute das vergessen und werfen ihr altes Brot in den Müll.» Darum hat die Wohlerin ihr neuestes Kochbüchlein ganz der Verwertung von altem Brot gewidmet.

Fotzelschnitte, Vogelheu, Apfelrösti, Panzanella, Brotsuppe und so weiter heissen die traditionsreichen Gerichte, die man in dem liebevoll gestalteten Büchlein wiederentdecken kann. «Ich habe die Rezepte nicht selber erfunden, sondern vor allem solche gewählt, die viele Leute noch von früher kennen, und sie so aufgeschrieben, wie ich sie jeweils zubereite», erklärt die Hauswirtschaftslehrerin. Mit ihrem zweiten Kochbuch will sie jedem ins Gedächtnis rufen, dass altes Brot nicht in den Müll gehört, sondern problemlos weiterverwertet werden kann.

«Damit kann jeder sparen», hält die ökologisch und ökonomisch bewusst lebende Politikerin fest. «Ein häufiges Argument gegen uns Grüne ist ja, dass sich Leute Bio oder Fairtrade nicht leisten können. Aber bei der Verwertung von altem Brot geht es ums Gegenteil: Schmackhafte Gerichte aus Dingen, die man sonst weggeworfen hätte – das ist ökologisch und spart Geld.» Auf ihrer Website heisst es denn auch: «Mit der Gabel lässt sich die Welt verändern! Denn: Bewusster Konsum und nachhaltige Produktion schonen die Ressourcen.»

Damit will Monika Küng auch die Fair-Food-Initiative der Grünen vorleben: «Die Initiative verlangt, was für alle eigentlich selbstverständlich ist: Lebensmittel aus einer naturnahen, umwelt- und tierfreundlichen Landwirtschaft mit fairen Arbeitsbedingungen.» Diese Prinzipien hat sie auch in ihrem Buch verfolgt: Nicht nur die beiden Autorinnen, Fotograf, Gestalter und Lektoren, sondern auch die meisten Rezepte und die Fotosujets stammen aus der Region – «und gedruckt wurde alles in Muri».

Magdalena Küng

Magdalena Küng

zvg

In Buenos Aires absolvierte die 25-Jährige eine einjährige Ausbildung zur Bäckerin/Konditorin. Von ihr stammen die argentinischen Dessert-Rezepte, die sich zwischen die Brotrezepte ihrer Mutter ins Büchlein geschlichen haben. Doch nicht alle ihre Texte haben mit Essen zu tun. «Das Büchlein soll der Unterhaltung dienen und Einblicke in eine Welt ermöglichen, die vielen fremd ist. Alles Politische habe ich weggelassen. Die Texte, die es schlussendlich ins Büchlein geschafft haben, waren ganz einfach meine Lieblingstexte», sagt sie.

Ein nächstes Buchprojekt ist noch nicht in Sicht. Jedenfalls nicht bei Magdalena Küng: «Ich würde mich gerne dem Schreiben widmen, momentan liegt das zeitlich aber nicht drin.» Monika Küng hingegen plant ein Kochbuch zum Thema Hülsenfrüchte. Allerdings erst per Ende 2016. Bis dahin wird ihr mit den Nationalratswahlen 2015, aber auch mit ihren Kochworkshops, ihrem Lehrerinnenberuf und dem Verkauf dieses Buches sicher nicht langweilig.

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