Freiamt
Warteliste für unentgeltliche Nachhilfe wird immer länger – Jugendrotkreuz sucht dringend Freiwillige

Das Jugendrotkreuz Kanton Aargau ist dringend auf der Suche nach freiwilligen Nachhilfelehrpersonen in der Region Freiamt. Die Nachfrage ist besonders seit der Pandemie stark gestiegen.

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Das Jugendrotkreuz Kanton Aargau sucht dringend Freiwillige aus dem Freiamt für den kostenlosen Nachhilfeunterricht.

Das Jugendrotkreuz Kanton Aargau sucht dringend Freiwillige aus dem Freiamt für den kostenlosen Nachhilfeunterricht.

Symbolbild: zvg

Über 70 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Kanton erhalten Nachhilfe von Freiwilligen des Jugendrotkreuzes (JRK) Kanton Aargau. Doch während die Nachfrage stetig wächst und die Warteliste immer länger wird, melden sich nicht genügend neue freiwillige Nachhilfelehrpersonen. Das stellt nicht nur das Jugendrotkreuz vor Probleme, sondern vor allem auch jene, die auf Hilfe angewiesen sind.

Eine davon ist ein junges Mädchen aus Wohlen. Die Elfjährige wartet bereits seit einigen Monaten auf eine Unterstützung. Ihre Mutter meint: «Meine Tochter hat in verschiedenen Fächern Mühe, daher haben wir uns beim Jugendrotkreuz gemeldet. Damit sie Nachhilfe erhält und wieder mehr Freude und Motivation bekommt beim Lernen und in der Schule allgemein.»

Auch die Töchter von Frau N. aus Muri warten auf eine Nachhilfe durch JRK-Freiwillige. «Ich bin nicht in der Schweiz zur Schule gegangen. Vieles ist auch für mich neu. Vor allem im Deutsch habe ich selber Mühe und kann meinen Töchtern nicht ausreichend bei den Hausaufgaben helfen.»

Bildungsbericht Schweiz zeigt Ungleichheiten auf

Seit fast zehn Jahren bietet das Jugendrotkreuz Kanton Aargau unentgeltlichen Nachhilfeunterricht für Kinder und Jugendliche aus finanziell benachteiligten Familien. Das Ziel dabei ist es, die Chancengleichheit in der Bildung zu erhöhen.

Diese ist zwar in der Schweizer Bundesverfassung festgeschrieben, dennoch zeigt der Bildungsbericht Schweiz von 2018 der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsfragen, dass Kinder und Jugendliche aus sozial und finanziell benachteiligten Familien und/oder mit Migrationsgeschichte geringere Chancen haben in der Schule als Kinder und Jugendliche aus privilegierten Familien.

Dies wirkt sich nicht nur auf ihre direkten schulischen Leistungen aus, sondern auch auf ihre berufliche Zukunft. Das JRK schreibt: «In anderen Worten: Kinder aus sozial schwachen Familien haben geringere Chancen, ihre soziale Stellung zu erhöhen.» Um diesen Missstand zu überwinden, sollten diese Kinder und Jugendlichen zusätzlich Unterstützung erhalten, welche aber für die Familien finanziell häufig nicht tragbar ist.

Mit freiwilliger Nachhilfe können Chancen geschenkt werden

Hier setzt das Nachhilfeprojekt des Jugendrotkreuzes an. Durch das Engagement von freiwilligen Nachhilfelehrpersonen können Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die sich eine private Nachhilfe nicht leisten können, unterstützt werden.

Aufgrund der grossen Nachfrage sucht das Jugendrotkreuz Kanton Aargau dringend Freiwillige, die sich in der Nachhilfe engagieren möchten. Willkommen sind alle Personen ab 15 Jahren. Interessierte an einem Engagement beim Jugendrotkreuz können sich über jugendrotkreuz@srk-aargau.ch oder unter 062 835 70 48 melden. (az)

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