Muri
«Feuerspeiendes Monster»: Aargauer baute zehn Jahre an Rennwagen mit Flugzeugmotor

Das Schweizer Fernsehen porträtiert den Oldtimermechaniker und Autokonstrukteur Louis Frey. Das Fahrzeug, das er mit einem Chassis aus einem 105-jährigen Feuerwehrauto und mit einem 27-Liter-Motor mit zwölf Zylindern auf die Räder gestellt hat, ist einmalig.

Eddy Schambron
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Der Chlapf tönt wie ein Düsenjäger beim Vorbeiflug. Kunststück, der «Typ 27», der vom Murianer Garagisten Louis Frey konstruiert wurde, hat einen Flugzeugmotor unter der Haube. Und war zusammen mit seinem Erbauer am Sonntag Hauptdarsteller in der Sendung «Tacho» des Schweizer Fernsehens. Titel: «Das Duell mit dem feuerspeienden Monster». Moderator Salar Bahrampoori fasste sein Erlebnis, das in seinen Ohren nach 120 Dezibel noch ein Weilchen nachklingelte, so zusammen: «Das esch Wahnsinn, das esch ja – sorry, wenn echs säge – chrank.», einmalig.

Frey wollte ein Fahrzeug konstruieren, wie sie in den 1930er-Jahren für Geschwindigkeitsrekorde jeweils zusammengebaut wurden. 2003 begann er mit der Arbeit, 4000 Arbeitsstunden oder zehn Jahre später spuckte das Triebwerk buchstäblich Feuer aus den zwölf ungedämpften Auspuffrohren und trieb die Räder an. Bis zu 1000 PS bringt der ehemalige Motor aus einem Hawker Hurricane, einem Kampfflugzeug der Royal Air Force, das bei der Schlacht um England im Zweiten Weltkrieg im Einsatz stand. Das Drehmoment ist mit 2500 Newtonmetern fünfmal höher als dasjenige eines Porsche 911, erfährt der Zuschauer der Sendung. Ach ja: 100 Liter Sprit verbrennt der Typ 27 auf 100 Kilometer. «Es ist ein feuerspeiendes Monster», sagt eine Stimme aus dem Off.

«Das Duell mit dem feuerspeienden Monster»: Die Sendung sehen Sie hier:

Alles epochengerecht

Louis Frey, einer «der wirklich, aber wirklich Benzin im Blut hat», wie sich der Moderator ausdrückt, macht deutlich, dass ausser der Karosserie alles alt ist an diesem Fahrzeug. Sogar die Nieten und Schrauben stammen aus den 30er-Jahren. «Es musste einfach alles epochengerecht sein.» Pläne gab es nicht, gebaut wurde das Fahrzeug aus der Vision von Louis Frey heraus. Damals hätten sie die Fahrzeuge für Rekordfahrten auf die gleiche Art zusammengeschraubt: Starkes Chassis, Flugzeugmotor oder sogar zwei davon, und dann mal mutig aufs Gaspedal gedrückt. Gebremst wird Freys Eigenbau selbstverständlich stil- und epochengerecht über per Seilzug betätigte Trommelbremsen.

Allerdings nicht auf der Strasse, denn eine Zulassung bekäme dieses Ungetüm für die Fahrt im normalen Strassenverkehr niemals. Frey führte Bahrampoori deshalb nach Roggwil, auf die Piste des Verkehrssicherheitszentrums. Selber fahren durfte der Moderator den Typ 27 allerdings nicht, «das wäre zu gefährlich». Aber Frey hatte ihm einen getunten Chevrolet Corvette von 1973 mit 700 PS mitgebracht, für zwei schnelle Runden gegeneinander. Das «Rennen» gewann übrigens der Fernsehmann, aber Frey blieb mit seinem Boliden mit Technik aus den 30er-Jahren immer nah dran.

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