Wohlen
Einwohnerrat abschaffen für 105%-Steuerfuss?

Für eine Steuersenkung um 8 Prozent wären massive Kürzungen beim Wahlbedarf und bei den Investitionen nötig

Fabian Hägler
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Einwohnerrat abschaffen für 105%-Steuerfuss?

Einwohnerrat abschaffen für 105%-Steuerfuss?

Auf was müsste die Gemeinde Wohlen verzichten, um bei einem Steuerfuss von 105% eine gesunde Finanz-lage aufzuweisen? Diese Frage stellte die CVP-Fraktion dem Gemeinderat vor drei Jahren. Die Antwort fiel klar aus: Die Investitionen in den nächsten zehn Jahren von 68 auf 14 Mio. Fr. herunterschrauben und auf viele Elemente im Wahlbedarf verzichten.

Konkret: Kindergarten für 5-Jährige, Schulsozialarbeit, Musikschule, Beiträge an Kunsteisbahn, Schwimmbad oder Sportzentrum Niedermatten oder der Einwohnerrat selber müssten gestrichen werden.

Mehrheit gegen «Streichkonzert»

Für die grosse Mehrheit des Wohler Gemeindeparlaments ist dieses «Streichkonzert» keine Option. «Ein derartiger Leistungsabbau würde die Attraktivität von Wohlen ganz massiv schmälern», sagte die Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission, Ariane Gregor (CVP). «Ein tieferer Steuersatz kommt für uns nicht infrage. Sollen wir alles streichen, das wir selbst bestimmen?», fragte Beat Wüthrich (Grüne). Und Corinne Manimanakis (SP) hielt fest, «mit gesundem Menschenverstand müssten wir den Steuerfuss eher erhöhen». Für die Entwicklung der Gemeinde seien finanzielle Mittel nötig, ergänzte sie. Auch Sandra Lehmann (Freis Wohle) hält eine Steuersenkung auf 105% «kurzfristig nicht für realistisch».

Nur Bruno Bertschi (SVP) nahm einen anderen Standpunkt ein. «Der Gemeinderat zeigt im aktuellen Budget keinen Sparwillen, es soll uns niemand vorgaukeln, ein tieferer Steuerfuss sei nicht möglich», sagte er.

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