Wohlen
Ein Scharnier zwischen Beratungsstellen

Der kirchliche regionale Sozialdienst im Emanuel-Isler-Haus wurde offiziell eröffnet.

Jörg Baumann
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Das Sozialdienstteam mit Susanne Siebenhaar (von links), Fiorenzo Castelli und Sara Räber. JÖRG BAUMANN

Das Sozialdienstteam mit Susanne Siebenhaar (von links), Fiorenzo Castelli und Sara Räber. JÖRG BAUMANN

Beim kirchlichen regionalen Sozialdienst im Emanuel-Isler-Haus hat der Stellenleiter Fiorenzo Castelli bereits seine Arbeit aufgenommen und schon viele Gespräche führen können. Bald wird Castelli zwei Mitarbeiterinnen bekommen: am 1. Juni die soziokulturelle Animatorin Susanne Siebenhaar und im August die Fachhochschulstudentin und Praktikantin Sara Räber. Das wurde an der offiziellen Eröffnung des Sozialdienstes bekannt gegeben.

In vielen Bereichen tätig

Den Sozialdienst tragen die vier katholischen Kirchgemeinden Wohlen, Niederwil, Hägglingen und Fischbach-Göslikon, die Caritas Aargau und die Aargauische Landeskirche gemeinsam. Das Team berät Personen ungeachtet von Religion, Nationalität und Hautfarbe in persönlichen, familiären und beruflichen Fragen, klärt Sozialversicherungsansprüche und Rechtsfragen und gibt Tipps in Budget- und Schuldenfragen. Der Sozialdienst versteht sich als Scharnier zwischen den bestehenden Beratungsstellen, welche die eingebrachten Probleme weiterbearbeiten können. «Die schwächeren und am Rand stehenden Menschen sollen beim Sozialdienst Gehör finden», sagte Pfarrer Kurt Grüter.

Er segnete zusammen mit den Pastoralassistenten Lara Tedesco und Hans-Peter Stierli die Büroräume und die darin arbeitenden und ratsuchenden Menschen. Für Regula Kuhn, Co-Geschäftsführerin der Caritas Aargau, hat der Sozialdienst eine wichtige Bedeutung. «Er soll den roten Faden zu einem tragenden Netz für sozial Benachteiligte spannen», stellte sie fest. Ab Mitte April habe er die ersten Anfragen für Beratungen erhalten, teilte der Leiter Fiorenzo Castelli mit. Er sei überrascht gewesen, wie schnell sich die Fallzahlen vermehrt hätten. Hinter jeder Beratung stecke eine eigene Geschichte. Themen wie Armut, Arbeitslosigkeit, Schulden, häusliche Gewalt und Einsamkeit hätten eines gemeinsam: die Not. Er wolle mit seinem Team den Menschen aus ihrer Notsituation heraushelfen, sie unterstützen und ihnen wieder etwas Licht ins Dunkle bringen, sagte Castelli. Seine Mitarbeiterin Susanne Siebenhaar erklärte, dass sie sich im Team für die Zivilgesellschaft engagieren und soziale Projekte entwickeln wolle.

Beratung in zwei Sprachen

Markus Schmid (Hägglingen) wünschte sich als Mitglied der Steuergruppe, dass das Team den Ratsuchenden gut zuhören könne. Oft sei die Not versteckt. Die Beratung erfolge in zwei Sprachen, auf Deutsch und Italienisch. Als Vertreterin der Landeskirche betonte die Kirchenrätin Maria-Pia Scholl, dass die Kirche mit dem Sozialdienst ihre grösste Mission, die Diakonie, verwirkliche. Der Dienst sei dazu da, die Menschen vor dem Untergehen aufzufangen, sie aufzurichten und ihnen einen neuen Weg zu zeigen.

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