Dottikon
Bünz putzen und Weiher pflegen: Abschlussklassen machen sich für Umwelt stark

Die Kreisschule am Maiengrün führte mit allen fünf Klassen des 9. Schuljahres einen Umwelttag durch. Dabei waren die über 70 Oberstufenschüler in verschiedene Gruppen eingeteilt.

Cornelia Schlatter (Text und Foto)
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Diese vier Schülerinnen haben einen veritablen Schatz aus der Bünz gefischt – eine Schatulle mit mysteriösem Inhalt.

Diese vier Schülerinnen haben einen veritablen Schatz aus der Bünz gefischt – eine Schatulle mit mysteriösem Inhalt.

Cornelia Schlatter

«Es ist ganz schön anstrengend», berichten die Schüler der Littering-Gruppe. Das ewige Bücken und wieder aufrichten sei gewöhnungsbedürftig. Die fünf Abschlussklassen der Real-, Sekundar- und Bezirksschule in Dottikon führten gestern ihren ersten Umwelttag durch und staunten, was die Leute alles achtlos in die Natur werfen.

Von Autoreifen über Dosen, PET-Flaschen, Bücher – wobei sogar ein Beziehungsratgeber dabei war – Verpackungen, viel Plastik und Papier bis hin zu Flaschendeckeln, Scherben und Zigarettenstummeln musste alles in mühseliger Sisyphusarbeit vom Boden aufgehoben werden. Trotz der widrigen Wetterbedingungen am Dienstagmorgen waren die Schüler mit viel Engagement und Motivation bei der Sache.

Iniziiert wurde das Projekt der Kreisschule am Maiengrün gemeinsam mit dem Verein Umwelt Dottikon. Federführend war dabei Bruno Brandenberg, der sowohl Bez-Lehrer als auch Mitglied bei Umwelt Dottikon ist: «Wir wollten einerseits eine sinnvolle Beschäftigung für die Schüler der Abschlussklassen, andererseits wollten wir die seit zehn Jahren etablierte Bünz-Putzete erweitern. So kamen wir auf die Idee eines Umwelttages.»

Die über 70 Oberstufenschüler waren in verschiedene Gruppen eingeteilt: Bünz putzen, Hecken pflegen, Weiher pflegen, Neophyten bekämpfen (gebietsfremde, nicht einheimische Pflanzen), Bau eines Kleintierhotels, Abfallentsorgung, Verpflegung und Medienarbeit.

Die Gruppe Bünz-Putz war mit einem Gummiboot auf der Bünz unterwegs und fischte ein Velo, Tassen, Fussbälle, eine leere Whiskyflasche und eine skurrile Schatulle mit einem Orakelbuch, Bergkristall und Wahrsagerkarten aus dem Dorfbach. Im Mediencenter der Schule Dottikon liefen die Informationen zusammen, die Jungjournalistinnen und Jungjournalisten werden im Anschluss an den Umwelttag ihre Berichte verfassen. Dazu interviewten Reporter Mitglieder der einzelnen Gruppen. Diese standen Red und Antwort, kommentierten und erklärten ihre Arbeit für die hauseigene Presse.

Höhepunkt Mittagessen

Den beiden Jungjournalisten Afrodita Gecaj (15) und Alessio Ricchetti (16) schien ihr neuer Job jedenfalls grossen Spass zu machen. Mit Handy als Aufnahmegerät und professioneller Fotokamera ausgestattet, standen sie in Sachen Ausrüstung echten Journalisten in nichts nach.

Die Jugendlichen freuten sich auch auf das gemeinsame Mittagessen am «Schärme». Die Gruppe Verpflegung hatte in der Halle des Bauamtes unter Aufsicht und Leitung von Vizeammann Franz Lötscher ein leckeres Zmittag zubereitet. «Wir waren beinahe ein bisschen unterfordert. Wir dachten, wir müssten das Gemüse noch rüsten, aber es wurde uns bereits geschnitten geliefert», lacht Lötscher.

Bei einem kurzen Zwischenstopp im «Headquarter» (Bauamt) zeigte ein Jugendlicher mit einem Fussball, den er in der Bünz gefundenen hatte, sein Talent am runden Leder und stimmte damit bereits auf den späteren Nachmittag ein. Pünktlich um 16 Uhr war dann Schluss – aus WM-Grund.