Bremgarten
«Böötler» sollen nicht mehr zum Hexenturm, sondern zum AEW-Inseli – Stadt schafft einen besonderen Anreiz

Die Stadt Bremgarten möchte, dass es künftig nicht mehr zu grossen Ansammlungen von Wassersportlern beim Hexenturm kommt. Sie lockt sie mit WC-Anlagen, Wertsachenkästchen und Pumpstation zur offiziellen Einwasserstelle.

Dominic Kobelt
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So ist's richtig: Vom Inseli aus starten und dann am Hexenturm vorbeifahren.

So ist's richtig: Vom Inseli aus starten und dann am Hexenturm vorbeifahren.

Dominic Kobelt/Archiv

«Die alte Papierfabrik ist einer Überbauung gewichen, die dieses Gebiet belebt hat. Junge Familien, ältere Menschen – es hat viele neue Bewohner gegeben», resümiert Frau Vizeammann Doris Stöckli. Das habe dazu geführt, dass es neue Rahmenbedingungen brauche, wo es vorher keine Einschränkungen gab.

Damit spricht Stöckli die Situation vor dem Hexenturm an. An heissen Sommertagen, besonders am Wochenende, nutzen viele Böötler die Stelle, um einzuwassern. Dabei parkierten viele möglichst nahe an der Reuss, die eher knapp bemessenen Parkplätze in der Unterstadt waren regelmässig voll belegt.

Deshalb sollen künftig Freizeitsportler und Firmen, die Boots- oder Kanutouren anbieten, die offizielle Einwasserungsstelle benutzen, die sich auf der AEW-Insel befindet:

Solarbetriebene Aufpumpstation ersetzt Muskelkraft

So stellen sich die Verantwortlichen den Ablauf vor: Die Wassersportlerinnen und Böötler reisen mit dem ÖV an oder stellen ihr Auto auf den Parkplatz beim Casino, wo sie auch das Boot aufpumpen. Dann laufen sie damit zum AEW-Inseli (rund 200 Meter, Richtung Holzbrücke, beim Kraftwerk Bruggmühle/Museum Reusskraftwerk) und können dort auf die Reuss.

Sie möchten, dass die Böötler künftig hier ins Wasser gehen: Stefan Walder, Leiter Abteilung Bau, Stadtrat Daniel Sommerhalder, Vizeammann Doris Stöckli und Walter Beer, Sachbearbeiter Tiefbau (von links).

Sie möchten, dass die Böötler künftig hier ins Wasser gehen: Stefan Walder, Leiter Abteilung Bau, Stadtrat Daniel Sommerhalder, Vizeammann Doris Stöckli und Walter Beer, Sachbearbeiter Tiefbau (von links).

Dominic Kobelt

Stadtrat Daniel Sommerhalder erklärt die Vorteile: «Die Anbindung an den ÖV ist schneller und komfortabler, und es stehen genügend Parkplätze zur Verfügung. Zudem hat es hier eine mobile WC-Anlage, die man vor der Bootstour noch benutzen kann.» Einer der grössten Vorteile folgt aber noch. Ab Mitte Juli wird die Firma Stöckli Sport aus Boswil beim Reussbrückesaal (angrenzend an den Casino-Parkplatz) eine Pumpstation betreiben – für das Befüllen der Schlauchboote ist dann also keine Muskelkraft mehr notwendig. Der Strom wird über Solarpanels generiert. Zudem wird es Schränke geben, um Wertsachen sicher einzuschliessen.

Stadt setzt auf Gebote, nicht Verbote

Momentan werden noch die letzten Arbeiten auf dem Inseli verrichtet, etwa höhere Geländer installiert, um die Sicherheit zu gewährleisten. Eigentlich ist die Stelle schon seit Jahren die offizielle Einwasserungsstelle, allerdings ist sie lange nicht so beliebt oder zumindest nicht so bekannt wie diejenige beim Hexenturm.

Steht jetzt ein Polizist beim Hexentrum, der Böötler büsst? «Nein, es handelt sich nicht um ein Verbot», betont Sommerhalder. Allerdings ist es verboten, unmittelbar beim Hexenturm mit dem Auto anzuhalten, und der kleine Kiesplatz wurde mit Steinen blockiert.

Böötler sollen künftig nicht mehr beim Hexenturm einwassern, sondern auf der AEW-Insel.

Böötler sollen künftig nicht mehr beim Hexenturm einwassern, sondern auf der AEW-Insel.

Dominic Kobelt

«Wir möchten mit Anreizen arbeiten und glauben, dass die Stelle bei der Bruggmühle dank der Begleitmassnahmen attraktiver ist», sagt Sommerhalder.

Mit Tafeln ist der Weg zum AEW-Inseli signalisiert. Auf ihnen wird auch darauf hingewiesen, dass es hier nicht erlaubt ist, sich umzuziehen oder das Boot aufzupumpen. «Nicht nur Ortskundige sollen hier ins Wasser, das Ganze ist in Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus, Schweizmobil und Kanuland Schweiz entstanden», erklärt Stefan Walder, Leiter Abteilung Bau der Stadt. In der Schweizmobil-App kann man die entsprechenden Infos abrufen, die Anreise oder sogar Übernachtungen planen. Ziel ist es, den nachhaltigen Tourismus im eigenen Land, aber auch den Tourismus aus dem nahen Ausland zu fördern.

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