Boswil
Rote Autos und viel Schaum: Regio-Feuerwehr Freiamt Mitte demonstriert in Hauptübung ihr Können

200 Personen verfolgten die Arbeit der Einsatzkräfte an verschiedenen Posten. Sie bekamen Blaulicht, Feuer und eine Hydroschildvorführung, bei der eine Wasserwand erzeugt wurde, zu sehen.

Walter Christen
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An der Hauptübung löschte die Regio-Feuerwehr Freiamt Mitte etwa auch ein brennendes Fahrzeug.

An der Hauptübung löschte die Regio-Feuerwehr Freiamt Mitte etwa auch ein brennendes Fahrzeug.

Bild: Walter Christen

Die Feuerwehr – das sind rote Autos, Leitern, lange Schläuche, Wasser und Leute in Uniform. Doch was hat es mit den Fahrzeugen, dem Material und den Uniformierten auf sich, und wofür werden sie eingesetzt? Antwort auf diese Frage gab es an der ersten Hauptübung nach der Gründung der Regio-Feuerwehr Freiamt Mitte bei deren Stützpunkt in Boswil. Seit 2020 bilden die ehemaligen Feuerwehren Kallern, Bünzen und Boswil diese neue, gemeinsame Löschmannschaft.

An der Jahresschlussübung wurde der Bevölkerung das gesamte Einsatzspektrum erklärt und ein Grossteil der Feuerwehrarbeit vorgeführt. Dazu konnte Feuerwehrkommandant Rolf Furrer eine grosse Zahl Interessierter zur Hauptübung begrüssen; mehr als 200 Personen verfolgten mit Interesse die Arbeit an verschiedenen Posten.

Ein Auto wurde in Brand gesetzt

Auch Kinder konnten sich auf dem Sportplatz ausprobieren.

Auch Kinder konnten sich auf dem Sportplatz ausprobieren.

Bild: Walter Christen

Besonders spektakulär war der «Autobrand». Der zu Übungszwecken präparierte Personenwagen wurde mit der Löschlanze und dreifachem Brandschutz bekämpft, wobei Wasser, Schaum und Pulver zum Einsatz kamen. Selber Hand anlegen konnte das Publikum, vor allem natürlich feuerwehrbegeisterte Kinder, auf dem Sportplatz oberhalb des Feuerwehrmagazins. Dort sorgten zwei Motorspritzen dafür, dass aus dem Wasserwerfer und den Strahlrohren verschiedener Grösse mächtige Wasserfontänen schossen. Eindrücklich wurde dabei aufgezeigt, dass bei längerem Einsatz viel Kraft und Ausdauer von der Bedienmannschaft gefordert wird.

Für kleinere Wassermengen, zum Beispiel bei Nachlöscharbeiten oder kleineren Vegetationsbränden, kommt jeweils der Wasserrucksack zum Einsatz, der von einer Einzelperson getragen werden kann. Ganz eindrücklich auch die Hydroschildvorführung mit der Erzeugung einer riesigen Wasserwand: Hydroschilde werden zur Abschirmung gegen Flammen, Rauch und zum Niederschlagen von Dämpfen oder zum Schutz von Personen und Objekten gegen Rauchentwicklung eingesetzt.

Mit Blaulicht und Sirene zum Strassenkreisel

Dem Publikum wurde gezeigt, wie an einem Kreisel der Verkehr umgeleitet wird.

Dem Publikum wurde gezeigt, wie an einem Kreisel der Verkehr umgeleitet wird.

Bild: Walter Christen

Mit Blaulicht und eingeschaltetem Zweiklanghorn steuerte ein Feuerwehrauto den Kreisel beim Feuerwehrmagazin an, wo der Verkehr umgeleitet wurde. Dem Publikum wurde damit gezeigt, wie wichtig es ist, bei einem Ereignis auf der Strasse die Verkehrsregelung zu organisieren, damit die Feuerwehr ein sicheres Umfeld für ihre Arbeit hat. Die der neuen Abteilung Absturzsicherung angehörenden Feuerwehrleute zeigten, wie die Personenbergung aus der Tiefe erfolgt. Einblick in ihre Tätigkeit gewährten auch die in der Sanität Eingeteilten, die Elektriker, Öl-, Chemie- und Wasserwehr.

Hauptmann Rolf Furrer zeigte sich gegenüber der AZ beeindruckt vom Stand der Ausbildung seiner Mannschaft, welcher derzeit rund 110 Männer und Frauen angehören. Er stellte fest: «Die aus verschiedenen Feuerwehren zusammengesetzte Truppe hat sich gefunden, ist eine gut ausgebildete und zweckmässig ausgerüstete Organisation, welche sich für die Bevölkerung bei Feuer-, Verkehrs-, Chemie- und Ölunfällen sowie bei Elementarereignissen und Wasserschäden einsetzt.»

Der Feuerwehrkommandant lobte auch die vorzügliche Kameradschaft, die im ganzen Korps herrscht, und ehrte bei dieser Gelegenheit den nach 33 Dienstjahren abtretenden Vizekommandanten Rolf Huber. Seine Laufbahn begann am 1. Januar 1996 unter dem Kommando von Heinz Jeker.

Im Mai 1999 besuchte er den Unteroffizierskurs in Suhr. Zusammen mit dem heutigen Kommandanten Rolf Furrer nahm Rolf Huber im Jahr 2005 am Offizierskurs in Wohlen teil. 2009 wurde er zum Oberleutnant befördert und zugleich zum Maschinisten-Chef. Per 1. Januar 2012 wurde er Vizekommandant der ehemaligen Feuerwehr Boswil. In seiner Feuerwehrzeit hat Rolf Huber 196 Erstfalleinsätze geleistet und an 565 Übungen teilgenommen. Insgesamt verbrachte er etwa 1175 Stunden im Feuerwehrdienst. Und nun übernimmt per 1. Januar 2022 der neugewählte Seppi Schönenberger den Posten des Vizekommandanten der neuen Regio-Feuerwehr Freiamt Mitte.

Bisher wurden 31 Einsätze dieses Jahr geleistet

Über die Tätigkeit der Regio-Feuerwehr Freiamt Mitte hielt Kommandant Rolf Furrer fest:

«Die Feuerwehr hat in diesem Jahr bisher 31 Einsätze sicher und gewissenhaft geleistet und hatte dabei auch mehrere Grossereignisse zu bewältigen bei Schnee und Sturm, beim Brand des Restaurants Rössli in Bünzen, bei einer Flugzeugnotlandung und nach Unwetter und Hochwasser.»

Er bedankte sich bei den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz und lobte deren grosses Engagement.

Der Feuerwehrkommandant bedankte sich beim zahlreich erschienenen Publikum für das Interesse an der Arbeit der Feuerwehr und lud alle zu einem grosszügigen Apéro mit teilweise Selbstbedienung ein. Denn das obligate Nachtessen fiel dieses Jahr wegen der Pandemie und der aktuellen Zertifikationspflicht aus. Mit verschiedenen Darbietungen im Verlaufe des Abends klang die in allen Teilen gelungene erste Hauptübung der Regio-Feuerwehr Freiamt Mitte in Boswil aus.

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