Beinwil
Damit die Firmen im Dorf bleiben und Fussgänger sicher sind: Beinwil will Nutzungsplan teilweise ändern

Eigentlich steht in der Gemeinde Beinwil bald eine Gesamtrevision des Nutzungsplans an. Doch einzelne Änderungen sind dringend und müssen vorgezogen werden. In der öffentlichen Mitwirkung kann sich die Bevölkerung nun zur Zonenanpassung und dem Volumenschutz äussern.

Melanie Burgener
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Dieses Haus soll aus dem Volumenschutz entlassen werden. Nur so kann das Trottoir saniert oder auch ein etwas von der Strasse zurückversetztes Mehrfamilienhaus gebaut werden.

Dieses Haus soll aus dem Volumenschutz entlassen werden. Nur so kann das Trottoir saniert oder auch ein etwas von der Strasse zurückversetztes Mehrfamilienhaus gebaut werden.

Melanie Burgener

Das Dorf Beinwil soll sich entwickeln. Noch wichtiger ist dem Gemeinderat aber, dass Dorfleben und Kultur trotzdem erhalten bleiben. Dazu trage der Volg-Laden genau so seinen Teil bei, wie alle anderen Firmen mit Sitz in der Gemeinde. Dass man bei der Raumentwicklung auf deren Bedürfnisse achte, sei deshalb wichtig, so Gemeindeammann Albert Betschart.

Eines der wichtigsten Unternehmen für Beinwil ist die Marcel Küng Haustechnik GmbH. Die Firma schaffe nicht nur viele Arbeitsplätze. «Sie ist unter anderem auch für die Trinkwasserversorgung im Dorf zuständig», erklärt Betschart. Dass sie sich weiter entwickeln und gegebenenfalls auch neu darstellen kann und so noch lange Grund hat, ihren Sitz in Beinwil beizubehalten, sei wichtig.

Gemeindeammann Albert Betschart zeigt, wo in Beinwil Teiländerungen am Nutzungsplan vorgezogen werden sollten.

Gemeindeammann Albert Betschart zeigt, wo in Beinwil Teiländerungen am Nutzungsplan vorgezogen werden sollten.

Valentin Hehli (30.9.2021)

Aus diesem Grund soll dafür gesorgt werden, dass die Gewerbezone im Unterdorf besser nutzbar wird. Denn so wie die Zonenabgrenzung bei den Parzellen 87, 88 und einem Teil der Nummer 89 aktuell bestehe, könne die darauf liegende Firma Küng sich nicht gut erweitern. «Die Gewerbe und die Landwirtschaftszone liegen dort ungünstig und müssen anders gegliedert werden», so Betschart.

Zudem gäbe es in Beinwil zwei Gebäude, die aus dem Volumenschutz entlassen werden sollen. Ansonsten werde es schwierig, sie so um- beziehungsweise neu aufzubauen, dass sie der Entwicklung des Dorfes dienen. Aus diesem Grund sollen nun Teiländerungen im Nutzungsplan vorgenommen werden. Das öffentliche Mitwirkungsverfahren dazu läuft seit dem 4. März.

Parzellen müssen neu angeordnet werden, damit die Firma bleibt

Eigentlich hätte man die Änderungen im Rahmen einer Gesamtrevision des Nutzungsplans vornehmen können. Denn auch diese steht bereits vor der Tür, die öffentliche Orientierungsversammlung soll noch in der ersten Jahreshälfte 2022 stattfinden.

Weil dieser Prozess, vor allem für die Firma Marcel Küng Haustechnik GmbH, aber zu lange dauern würde, hat der Gemeinderat entschieden, die Änderungen vorzuziehen. «Wenn es keine Einsprachen gibt, könnte die Gesamtänderung im Jahr 2025 fertig sein. Es ist aber gut möglich, dass es länger dauert», erklärt Albert Betschart.

Auch dieses Gebäude soll aus dem Substanzschutz entlassen werden, damit beispielsweise ein Trottoir gebaut werden kann.

Auch dieses Gebäude soll aus dem Substanzschutz entlassen werden, damit beispielsweise ein Trottoir gebaut werden kann.

Melanie Burgener

Würden die Gewerbe- und die angrenzende Landwirtschaftszone bis dahin in dieser Anordnung bleiben, wären den Verantwortlichen des Unternehmens lange Zeit die Hände gebunden. Nachdem man mit dem Wegzug der Firma Bütler von Beinwil nach Muri bereits ein grosses Unternehmen aus dem Dorf verloren habe, wolle man nicht riskieren, dass sich die Firma Küng ebenfalls überlegt, ihren Sitz zu verlegen.

Betschart betont, dass im Zuge dieser Zonenanpassung kein Landwirtschaftsland verloren gehe. Einfach erklärt: «Man ordnet lediglich die Parzellen neu an, weil das gesamte Landstück, das der Firma Küng gehört, keine praktische Form hat.»

Im Volumenschutz wäre auch kein Trottoir möglich

Gleichzeitig beantragt die Gemeinde auch, dass der ehemalige Werkhof auf der Parzelle 79 und das private Gebäude auf der Nummer 82 aus dem Volumenschutz entlassen werden. Letzteres befindet sich ganz zuvorderst der Parzelle und grenzt direkt an die Kantonsstrasse an.

«Der Besitzer hätte schon Interessenten für ein Mehrfamilienhaus gehabt. Doch wenn man dieses im selben Volumen und an dieser Stelle auf dem Grundstück wieder bauen müsste, gäbe es beispielsweise nicht genügend Platz für eine sichere Ausfahrt», erklärt Albert Betschart. Dasselbe gelte auch für den ehemaligen Werkhof. Im jetzigen Volumen sei ein künftiges verdichtetes Bauen auf diesem Areal kaum möglich.

«Dazu kommt, dass die Strasse durchs Dorf in den kommenden Jahren im Rahmen des kantonalen Bauplans saniert werden muss. So wie die Gebäude jetzt stehen, könnte man nicht einmal ein Trottoir entlang der Strasse realisieren», fügt der Ammann an. Die Bevölkerung kann sich noch bis am 4. April in der öffentlichen Mitwirkung einbringen.

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