Aufruf
1.-Mai-Feier in Wohlen: Fabian Molina und Gabriela Suter fordern ein Ende des russischen Angriffskriegs

Auch im Freiamt stand die Rede zum 1. Mai ganz im Zeichen des Krieges in der Ukraine. Die beiden Mitglieder des Nationalrates Gabriela Suter und Fabian Molina waren sich einig: Der Krieg muss aufhören und die Schweiz muss auf erneuerbare Energien setzen.

Nathalie Wolgensinger
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Gewohnt kämpferisch war der Auftritt des Nationalrates Fabian Molina in Wohlen.

Gewohnt kämpferisch war der Auftritt des Nationalrates Fabian Molina in Wohlen.

Nathalie Wolgensinger

Strahlender Sonnenschein, gut gelaunte Genossinnen und Genossen und ein herrlicher Risottoduft empfingen die Gäste der Wohler Maifeier auf dem Schlössliplatz.

Den Tag der Arbeit stellte die SP Schweiz unter das Motto «Frieden, Freiheit, Solidarität». Sowohl Gabriela Suter als auch Fabian Molina bezogen sich in ihren Reden auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und hinterfragten dabei auch die Rolle der Schweiz.

«Wir sind schockiert, wie fragil die europäische Friedensordnung ist»

Nie hätte sie damit gerechnet, dass im Europa des 21. Jahrhunderts ein konventioneller Angriffskrieg geführt werde, stellte Gabriela Suter fest und fügte an:

«Wir sind alle schockiert darüber, dass so etwas wieder möglich ist, und darüber, wie fragil die europäische Friedensordnung ist.»

Es sei berührend, wie gross die Solidarität sei und wie sehr die Menschen den Flüchtenden ihre Türen und Herzen öffneten. Sie sagte: «Diese Grosszügigkeit wünsche ich mir auch bei Flüchtenden aus anderen Ländern und Kontinenten.» Dafür erhielt sie spontan Applaus.

Gabriela Suter bei ihrer Rede.

Nathalie Wolgensinger

Sie forderte, dass die Schweiz aktive Neutralitätspolitik betreibe und einstehe, wenn Völkerrecht gebrochen werde. Die begangenen Kriegsverbrechen müssten untersucht und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Handlungsbedarf ortet sich auch bei den Vermögen der Oligarchen: Diese müssten eingefroren und zugleich ein griffiges Geldwäschereigesetz eingeführt werden.

Nationalrätin Gabriela Suter will die Energiewende vorantreiben und damit auch Arbeitsplätze im Inland schaffen.

Nationalrätin Gabriela Suter will die Energiewende vorantreiben und damit auch Arbeitsplätze im Inland schaffen.

Nathalie Wolgensinger

Um unabhängig zu werden von autokratischen Regimen, sei es unabdingbar, dass man die Energiewende vorantreibe und erneuerbare Energien fördere. Denn:

«Wenn wir die 10 Milliarden Franken, die wir für Öl, Gas und Uran ausgeben, stattdessen im Inland in die erneuerbaren Energien stecken, schaffen wir tausend neue Arbeitsplätze.»

«Der 1. Mai ist der Kampf für die soziale Demokratie»

Gewohnt kämpferisch war der Auftritt des jungen Nationalrates Fabian Molina. Er zitierte den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Willy Brandt, der 1981 sagte: «Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.» Wohin sich dieser Krieg entwickle, wisse man nicht, man sei aber nicht machtlos. Er sagte:

«Überall finden beeindruckende Friedensdemonstrationen statt, werden Schutzsuchende aufgenommen, wird um eine gemeinsame Position gegen den Aggressor gerungen und gefunden.»

Das gebe Grund zur Hoffnung, dass nach Jahrzehnten der neoliberalen Entsolidarisierung die Staaten eine transnationale Entschlossenheit zeigen würden. Auch Molina plädierte für das Ende des fossilen Zeitalters. Er sagte: «Erneuerbare Energien sind Friedensenergien.»

Deshalb sei es unabdingbar, dass die Demokratie gestärkt werde. Dies wiederum sei nur möglich mit starken Institutionen und informierten Bürgerinnen und Bürgern. Der Krieg in der Ukraine habe bewiesen, wie verletzlich die Demokratie sei, denn Nationalismus und Entsolidarisierung seien der Nährboden für Verbrecher.

Er sagte: «Eine richtige Demokratie ist das beste Bollwerk gegen Krieg und Faschismus. Dafür steht der 1. Mai, er ist der Kampf für die soziale Demokratie.»

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