Wohlen
Am Budotag geht es um viel mehr als Schläge

Am Budotag konnten Kampfsportler einen Blick in andere Disziplinen werfen. Die Karate-, Judo- und Kickbox-Clubs aus Wohlen und Anglikon bieten mit diesem Anlass ihren Mitgliedern die Möglichkeit, sich einmal in anderen Kampfsportarten zu versuchen.

Dominic Kobelt
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«Ichi, ni, san» tönen die Schreie durch die Turnhalle. Es war aber kein Japanisch-Sprachkurs, der am Samstag in Wohlen stattfand. Das Ganze nennt sich Kiai und ist Teil der japanischen Kampfkunst. «Die Schreie kommen vom Bauch aus und dienen dazu, die Kraft, die Bewegung und den Fokus auf einen Punkt zu richten», erklärt Adi Bernhard vom Karate Club Anglikon. Er ist einer der Trainer, der am sechsten Freiämter Budotag sein Können demonstrierte.

Eltern trainierten mit

Budo ist ein Oberbegriff für verschiedene japanische Kampfkünste. Die Karate-, Judo- und Kickbox-Clubs aus Wohlen und Anglikon bieten mit diesem Anlass ihren Mitgliedern die Möglichkeit, sich einmal in anderen Kampfsportarten zu versuchen. In diesem Jahr durften erstmals auch Angehörige der Kampfsportler auf der Matte mittrainieren. Und so nutzten Papa, Mama, Gotte und Götti die Gelegenheit die Kampfkünste aus dem Fernen Osten mit ihren Sprösslingen zu erleben. «Im letzten Jahr begannen die Zuschauer auf der Tribüne das Gezeigte auszuprobieren, da kam ich auf die Idee, dass sie auch mitmachen könnten», erklärt OK-Präsident René Burch. «Die sollen auch mal erfahren, was ihre Kinder jede Woche leisten», meint Bernhard dazu.

Der Budotag soll auch einen Einblick in die Kampfkunst geben. Die Trainer demonstrierten verschiedene Disziplinen. So zeigten die Experten des Karate, mit welchen Techniken man Platten zerschlagen kann. Kata, eine festgelegte Abfolge von Bewegungen, die Angriffe und Verteidigungen beinhaltet, wurde demonstriert von den amtierenden Schweizermeistern.

Es geht um friedliches Miteinander

Man wolle den Leuten zeigen, dass die Sportarten viel mehr beinhalten als Schläge und Würfe. «Es geht um eine Symbiose zwischen Körper und Geist», sagt Burch. «Der Kampf mit dir selber ist viel härter als der mit dem Gegner», weiss er. Auch wenn die Kampfkünste ganz unterschiedlich seien, hätten sie gemeinsame Wurzeln, erklärt der Schwarzgurtträger.

Wichtig sei den Organisatoren auch, dass das Gelernte «hier im Raum bleibt», wie sich Burch ausdrückt. Es gehe um ein friedliches Miteinander und nicht darum, sich auf der Strasse prügeln zu können, betont er. «Manchmal fügt man dem anderen Schmerzen zu, das gehört dazu, aber es muss in einem erträglichen Mass sein», so der Ju-Jitsu-Experte.