Aargau Tourismus

Erlebnisfahrt mit Postauto: Geschichtsvermittlung der besten Art

Zusammen mit Postauto Schweiz AG geht Aargau Tourismus neue Wege. Mit dem in dieser Form erstmaligen Erlebnisfahrten-Konzept von Tourismus Aargau und Postauto Schweiz AG funk tioniert es – hier unter Einbezug des Frauenjahrs von Museum Aargau.

An einem Tag zwei Schlösser, eine Klosterkirche und ein «römisches» Legionslager besuchen, dort einiges über diese Bauten, ihre Zeit und etliches über Frauen erfahren, die dort gelebt (und zuweilen sehr gelitten) haben, und all das ohne Stress, das geht nicht. Oder doch? Mit dem in dieser Form erstmaligen Erlebnisfahrten-Konzept von Tourismus Aargau und Postauto Schweiz AG funk tioniert es – hier unter Einbezug des Frauenjahrs von Museum Aargau. Der Beweis wurde am Samstag erbracht. Natürlich ist man nach dieser Tour kein Kenner dieser Gebäulichkeiten. Aber man kann sich ja vorher schon einlesen und war vielleicht auch schon mal da.

Pendelbetrieb den ganzen Tag

Das Besondere am Konzept ist, dass man für einen Pauschalpreis in diese Museen rein- und in den Genuss kundiger Führungen kam – inklusive Fahrt. Für den Transport sorgte ein Postauto, das den ganzen Tag nach festem Fahrplan zwischen Windisch, Schloss Wildegg und Schloss Lenzburg pendelte und auch die auf dem Weg liegenden Bahnhöfe anfuhr. So brauchte man sich als Teilnehmender um nichts Organisatorisches zu kümmern. Kleiner Wermutstropfen für die Organisatoren: Ihnen hätte man bei der ersten Fahrt mehr als 40 Fahrgäste gegönnt.

In der Klosterkirche Königsfelden versetzte Gabriele Moshammer mit ihrer lebhaften Schilderung die Zuhörenden in die Zeit der Klosterstiftung. In nachgebauten Baracken des einstigen Legionslagers in Vindonissa konnte man mit der einheimischen Schankwirtin Belica (Dorothea Burkhard) mitfühlen, die von ihrem bewegten Leben, der Abhängigkeit vom Militär und der Unsicherheit ihrer Existenz berichtete. Besonders tragisch das Ende dreier Frauen, deren Schicksal in einer Ausstellung auf Schloss Lenzburg beispielhaft dargestellt wird. Corinne Brack erzählte dort von Elsi Achermann aus Suhr, die wegen ihrer sechs unehelichen Kinder einst zum Tode verurteilt wurde. Dasselbe Schicksal ereilte Adelheid Härdi aus Gränichen (1611 als «Hexe» hingerichtet) und Sarah Wirz aus Auenstein (1717 hingerichtet als Kindsmörderin). Solche Geschichten relativieren die «gute alte Zeit» doch sehr. Seien wir froh, dürfen wir in einer anderen Zeit leben.

Da war es geradezu eine Erholung, bei Vogelgezwitscher und vor einem plätschernden Brunnen im Hof von Schloss Wildegg Alice Guidi-Fischer vom Leben von Julie von Effinger berichten zu hören – der Frau, die als letzte dieses Geschlechts vor 100 Jahren die ganze Anlage der Eidgenossenschaft vermacht hat.

Die erste Erlebnisfahrt macht Lust auf mehr. Lust auf mehr unkompliziert vermittelte Aargauer Kultur, auf Spass für Kinder, auf Industrie-Geschichte(n) und auf eine Fahrt in die Aargauer Rebberge (vgl. Kästchen). Schliesslich wusste schon Goethe: «Sieh, das Gute liegt so nah.»

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