Indie-Pop
Eine Aargauer Selfmade-Band auf Erfolgskurs

Heute Freitag taufen Al Pride ihr Debütalbum «Hello Blue Light» im Nordportal in Baden. Die derzeit spannendste Band aus dem Kanton Aargau könnte auch ohne Plattenlabel gross rauskommen.

Lorenz Honegger
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Wie Hunderte andere Schweizer Bands auch hat die Aargauer Indiepop-Gruppe Al Pride aus Baden eigentlich keine guten Voraussetzungen, um sich national einen Namen zu machen. Es sind Jungmusiker, um die 20 Jahre alt, sie sind talentiert und träumen vom Erfolg

Doch solange sie kein potentes Plattenlabel im Rücken haben, ist es unwahrscheinlich, dass sie es je über die Bühnen von kleinen Clublokalen und Stadtfesten hinausschaffen werden.

Erste Single «Popsong»

Was Nico Schulthess (Gesang, Gitarre), Astrid Füllemann (Gesang), Lukas Schlumpf (Bass), Luk Schulthess (Allrounder) und Nici Struchen (Schlagzeuger) jedoch vom Durchschnitt abhebt, ist ihre Fähigkeit, Musik zu machen, die massentauglich ist, und das ohne Unterstützung eines Plattenlabels. Gleichaltrige Bekannte haben ihnen geholfen, mit wenig Geld ein vollwertiges Album und einen makellosen Videoclip zu produzieren.

Der Selfmade-Ansatz von Al Pride könnte durchaus funktionieren. In den letzten Wochen zog die Band durch geschickte Eigenvermarktung erstmals schweizweite Aufmerksamkeit auf sich. Ihre erste Single «Popsong» (vgl. Video) läuft seit gut einem Monat fast täglich auf DRS 3 und im Westschweizer Radio. Heute Abend dürfen die Jungmusiker ihr Album «Hello Blue Light», das morgen erscheint, im Schweizer Fernsehen vorstellen. Und das Zurich Film Festival buchte Al Pride im letzten September für einen Abendauftritt. Die Liste von kleinen, aber wichtigen Erfolgen wächst stetig.

Mit dem Erfolg gerechnet - ein Stück weit

Bandleader Nico Schulthess gibt unumwunden zu, dass er ein Stück weit mit dem Erfolg gerechnet hat: «Es war uns natürlich wichtig, dass wir ein radiotaugliches Album produzieren», sagt er. In der Indieszene komme es zwar nicht immer gut an, wenn eine Band Richtung Pop tendiere, aber damit könne er gut leben.

«Wir wollen mit unserer Musik weiterkommen, da sind Berührungsängste mit dem Mainstream fehl am Platz.» Das unverkrampfte Verhältnis zum Pop thematisieren Al Pride auch in der Single «Popsong»: «Ist es falsch, einen solchen Song zu schreiben? Es ist doch nur ein kleiner Popsong», singen Schulthess und Füllemann im Refrain des Lieds auf Englisch.

Kein Lampenfieber mehr

Heute Freitag taufen Al Pride ihr Debütalbum «Hello Blue Light» im Nordportal in Baden. Für die Bandmitglieder ein bedeutsamer Tag, die Nervosität hält sich jedoch in Grenzen: In den drei Jahren ihres Bestehens eigneten sie sich bei Dutzenden Konzerten so viel Live-Erfahrung an, dass Lampenfieber kein Thema mehr ist. Ein weiteres Indiz dafür, dass die ehrgeizige Selfmade-Band den Sprung auf das nationale Parkett schaffen könnte.

Baden Nordportal Fr, 18. Nov., 21 Uhr. www.nordportal.ch