Windisch
Der Gemeinderat will die Bestimmungen zu den Hochhäusern präzisieren

Der Windischer Einwohnerrat beschäftigt sich – ein weiteres Mal – mit der Nutzungsplanung. Zur Diskussion stehen die Bestimmungen zu den Hochhäusern sowie die Zonenzuteilung einer Parzelle.

Michael Hunziker
Drucken
Teilen
Die Formulierungen zu den Hochhäusern werden präzisiert, um damit – so der Gemeinderat – die Qualitätsanforderungen noch genauer zu fassen.

Die Formulierungen zu den Hochhäusern werden präzisiert, um damit – so der Gemeinderat – die Qualitätsanforderungen noch genauer zu fassen.

mhu

Zu grossen Teilen ist die revidierte Nutzungsplanung rechtskräftig in Windisch. Offen sind allerdings noch – aufgrund von Rückweisungen sowie Rechtsmittelverfahren – der Umgang mit Hochhäusern sowie die Zonenzuteilung einer Parzelle an der Unteren Klosterzelgstrasse. Beides ist nun ein Thema im Einwohnerrat.

Das Hochhauskonzept hat schon in der Vergangenheit zu intensiven Debatten geführt. Im November 2018 kam es im Einwohnerrat ganz knapp – mit nur einer Stimme Unterschied – nicht durch, Anfang September des vergangenen Jahres wurde der Zusatzkredit für die ver­tiefte Aufarbeitung der planerischen Vorgaben zurückgewiesen.

Finanzielle Mittel für weitere Varianten fehlen

Dem Gemeinderat stehen nun keine finanziellen Mittel zur Verfügung, um weitere Varianten oder eine zusätzliche öffentliche Mitwirkung und Auflage durchführen zu können, heisst es in der Botschaft an den Einwohnerrat. Aufgrund der Ausgangslage bestehen zwei Möglichkeiten, mit der Rückweisung umzugehen, stellt der Gemeinderat fest: eine Variante wie in der ursprünglich dem Ein­wohnerrat zum Beschluss vorgelegten Fassung der Nutzungs­planungsrevision oder aber eine Variante mit präzisierten Bestimmungen.

Vorgeschlagen wird letztere, «da damit ein tragbarer Konsens gefunden werden kann», so die Behörde. Konkret werden die Formulierungen präzisiert, «um damit die Qualitätsanforderungen an Hochhäuser noch genauer zu fassen». Festgelegt wird, dass im Rahmen des Wettbewerbs für den Gestaltungsplan ein städtebauliches Konzept zu erarbeiten ist.

Zu klären seien insbesondere auch etwa die Fragen zu: Einpassung in das Siedlungs- und Landschaftsbild sowie den Siedlungskörper; Massnahmen zur Klimaanpassung; Glie­derung und Gestaltung der Volumen; Materialisierung; Be­reicherung des Freiraums und dessen Nutzbarkeit durch die Öffentlichkeit; Ökologie, Nachhaltigkeit und Energie; Schattenwurf und Lichtentzug; Tag- und Nachtwirkung, insbesondere Reklamen und Beleuchtung; Erschliessung/Mobilitätskonzept.

Der Hochhausperimeter mit den Höhenangaben.

Der Hochhausperimeter mit den Höhenangaben.

zvg

Wird die Variante vom Einwohnerrat abgelehnt, müssten bei künftigen Vorhaben jeweils Vorgehen und Inhalt erneut erarbeitet werden, mit beliebigem Resultat und ohne einheitliche Vorgaben. In der Botschaft an den Einwohnerrat steht:

«Der Gemeinderat möchte den Bau von höheren Häusern und Hochhäusern mit klar vorgegebenen Prozessen und Kriterien an vorbestimmten Standorten ermöglichen und eine hohe Planungssicherheit für alle Beteiligten gewährleisten.»

Mit der vorgeschlagenen Variante be­stehe die Möglichkeit, die Bestimmungen zu präzisieren und den Perimeter unverändert zu belassen.

Geplant ist auf dem Areal der Neubau einer Kirche

Bei der Parzelle an der Unteren Klosterzelgstrasse handelt es sich laut Gemeinderat um eine Rückweisungsänderung in sehr begrenztem Ausmass: eine Neuanordnung der Zonierung ohne Veränderung der Ausmasse.

Der Hintergrund: Mit der Revision der Nutzungsplanung hätte die Parzelle der Evangelisch-Methodistischen Kirche (EMK) von der heutigen Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (OeBA) der Wohnzone 2 mit überlagerter Zone Nachverdichtung (W2-N) zugewiesen werden sollen. Gegen den Beschluss des Einwohnerrats vom November 2018 reichte die Evangelisch-Methodistische Kirche beim Kanton Beschwerde ein, da sie den Neubau einer Kirche plant.

Die Parzelle befindet sich an der Unteren Klosterzelgstrasse.

Die Parzelle befindet sich an der Unteren Klosterzelgstrasse.

zvg

Gemäss Gemeinderat wurde zusammen mit der Evangelisch-Methodistischen Kirche eine Neubeurteilung der Situation vorgenommen. Unter Einbezug der Nachbarparzellen kann die Fläche neu angeordnet werden. Der Gemeinderat erachtet diese Neuanordnung der Flächen «als eine gesamthaft bessere Situation betreffend Erschliessung, Nutzungsanordnung und der hochwertigen Siedlungsentwicklung nach innen».

Einwohnerrat Mittwoch, 27. Oktober, 19 Uhr, Mehrzweckhalle Dorf; Mittwoch, 3. November, 19 Uhr, Campussaal.

Aktuelle Nachrichten