Windisch
Campussaal ist wieder Thema: «Die Betriebsbeiträge sind von existenzieller Bedeutung»

Der Gemeinderat Windisch führt aus, warum der Campussaal weiterhin ein «ausserordentliches» Engagement verdient.

Michael Hunziker
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Die Zufriedenheit der Kunden ist hoch: Auch der Martini-Treff mit gegen 300 Gästen hat im 2021 im Campussaal stattgefunden.

Die Zufriedenheit der Kunden ist hoch: Auch der Martini-Treff mit gegen 300 Gästen hat im 2021 im Campussaal stattgefunden.

mhu (11. November 2021)

Der Campussaal Brugg-Windisch trägt den Namen der Region in die ganze Schweiz und verdient weiterhin ein ausserordentliches Engagement, um an der positiven Entwicklung anknüpfen zu können, stellt der Gemeinderat Windisch fest. Eine langfristige Sicherung der Betriebsbeiträge sei von grosser, existenzieller Bedeutung.

Über einen jährlich wiederkehrenden Verpflichtungskredit von maximal 190'000 Franken für den Zeitraum von 2023 bis 2027 entscheidet der Einwohnerrat an der nächsten Sitzung am 15. Juni. Die Beiträge, so der Gemeinderat, sichern nachhaltig den Betrieb, den Unterhalt und die später notwendige Erneuerung des Saals.

Insgesamt 180'000 Besucherinnen und Besucher begrüsst

Bis Ende 2021 fanden in diesem rund 500 Anlässe statt, seit der Eröffnung im 2013 konnten insgesamt 180'000 Besucherinnen und Besucher begrüsst werden, führt der Gemeinderat in seiner Botschaft aus. Dank dem Saal als Herzstück werde der Campus Brugg-Windisch als überregionales Bildungs-, Tagungs- und Kulturzentrum weiter gestärkt.

Im Jahr 2017 haben die Einwohnerräte in Brugg und Windisch der Verlängerung der Betriebsbeiträge zugestimmt – Brugg für 10 Jahre, Windisch befristet für 5 Jahre. Der Beitrag der Stadt Brugg beläuft sich auf jährlich maximal 352'000 Franken – ein Anteil von 65% an den gesamten Betrag von insgesamt maximal 542'000 Franken.

Fusion der Gesellschaften ist zurzeit kein Thema

Für Instandhaltung, Vermarktung und Betrieb des Campussaals zuständig sind: die Campussaal Immobilien AG, die Campussaal Betriebs AG sowie die ABA Management GmbH. Der Förderverein, der zusätzlich besteht, unterstützt finanziell sowohl kulturelle und gesellschaftliche als auch fachliche Anlässe.

Diese Aufteilung auf eine Immobiliengesellschaft sowie eine reine Betreibergesellschaft hat gemäss Gemeinderat Windisch den Vorteil, dass die Geschäftsrisiken transparent zugeteilt sind. Allerdings bedinge diese Organisationsstruktur zwei Verwaltungsräte und Rechnungsführungen. Geprüft wurde aus diesem Grund vor einigen Jahren eine Fusion der beiden Aktiengesellschaften – trotz der ursprünglich angestrebten Risikoaufteilung. Die Behörde hält fest:

«Diese Option kann jedoch zurzeit nicht weiterverfolgt werden, weil die finanziellen Konsequenzen bei der Mehrwertsteuer zu hoch wären.»

Oder anders gesagt: Der Betrag, der als Mehrwertsteuer abgeliefert werden müsste, stehe in keinem sinnvollen Verhältnis zu den Einsparungen durch eine Verschlankung der Organisation.

Es seien aber, fügt der Gemeinderat an, die Betriebskosten der beiden Gesellschaften überprüft und wo möglich – zum Beispiel bei den Verwaltungsratshonoraren – bereits Einsparungen realisiert worden.

Auf die Weiterführung des Managementvertrags bis 2027 geeinigt haben sich die Campussaal Betriebs AG und die ABA Management GmbH. Bei Letzterer gab es im 2021 einen Wechsel: Die Mehrheit der Stammanteile wurde von Armin und Ute Baumann auf die S&S Capital GmbH übertragen. Das neue Gesellschafter-Trio besteht aus den Partnern Siryl und Sliman Souissi sowie Patrick Sutter. Die restlichen 30 Prozent der Stammanteile der ABA Management GmbH blieben im Besitz der operativen Geschäftsführerin Kathrin Kalt.

In den Pandemiejahren brach der Umsatz stark ein

Beim Kundenmix macht der Bereich Bildung und Forschung den höchsten Anteil aus, gefolgt von Verband/Verein, Behörden/Politik sowie Banken/Versicherungen/Vorsorge, ist der ausführlichen Einwohnerratsbotschaft zu entnehmen. Die meisten Kunden stammen aus den Kantonen Aargau und Zürich. Die Zufriedenheit habe in den letzten Jahren konstant auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau gehalten werden können, was sich in einer hohen Rate an Wiederholungsbuchungen niederschlage.

In den Pandemiejahren allerdings waren die Veranstaltungen stark rückläufig. Konkret: Im 2020 brach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 61% ein. Das Jahr 2021 bewegte sich im Bereich der Veranstaltungen in ähnlicher Höhe. Der Neustart nach Corona fordert alle Beteiligten sehr stark, sodass der Campussaal in den nächsten Jahren erfolgreich weitergeführt werden kann, hält der Gemeinderat Windisch fest.

Aktuell werden die Sitzungen des Einwohnerrats im Campussaal durchgeführt.

Aktuell werden die Sitzungen des Einwohnerrats im Campussaal durchgeführt.

Alex Spichale (19. Januar 2022)

Per Ende 2022 läuft das Sponsoring des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ) Brugg mit einem jährlichen Beitrag von 20'000 Franken aus. Die Aargauische Kantonalbank hat beschlossen, die jährlichen Beiträge von 25'000 Franken bis 2027 zu verlängern.

Bei der Weiterentwicklung des Campussaal in den nächsten Jahren sollen unter anderem, als Schwerpunkte, die Event-Digitalisierung oder die regionale Verankerung gestärkt werden. Ziele sind weiter, die junge Generation in den Campussaal zu locken und die Räumlichkeiten für das lokale und regionale Gewerbe noch attraktiver zu machen.

Einwohnerrat Mittwoch, 15. Juni, 19 Uhr, Campussaal.

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