Sommer, Sonne, Sonnenschein. Auf dem Söhrenhof in Bözen brummt die Glace-Maschine. Produziert wird die Geschmacksrichtung Erdbeere an diesem heissen Nachmittag. Hanspeter Amsler steht gut gelaunt in der modernen Gastroküche und füllt sorgfältig Schalen und Becherli ab. Als Geschäftsführer zeichnet der 23-Jährige verantwortlich für die Fricktaler Glace.
«Die Rohstoffe sind das wichtigste», antwortet er mit einem sympathischen Lachen auf die Frage nach dem Geheimnis einer leckeren Glace. In seine kommen – wo immer möglich – die sonnengereiften Früchte vom elterlichen Hof: Aprikosen, Kirschen oder Zwetschgen. Es seien, fügt er an, die qualitativ hochwertigen Zutaten aus der Region, die der Fricktaler Glace einen unvergleichlichen Geschmack verleihen. Nicht enthalten seien dagegen Farbstoffe, Zusatzstoffe oder Emulgatoren. Für richtig gute Glace brauche es Herzblut und ein bisschen Kreativität, fasst Amsler zusammen.

Apropos: Der Vielfalt seien kaum Grenzen gesetzt, fährt er fort. Um die 25 Sorten hat er im Angebot. Im Sommer findet beispielsweise das Joghurteis reissenden Absatz, im Winter sind die Geschmacksrichtungen Zimt oder Nuss die Renner. Stets beliebt seien die gemischten Sorten wie Erdbeer/Rhabarber, ergänzt der Geschäftsführer. Durchgefallen bei den Kunden sei bis jetzt eigentlich noch keine seiner Kreationen. Einzig die Kokosglace habe er aus dem Sortiment genommen, weil sie «meinen Ansprüchen nicht gerecht wurde».

Neue Sorten gelangen übrigens immer zuerst in den Verkauf im Tiefkühler auf dem Söhrenhof. Amsler mag den Kundenkontakt, das direkte Echo oder auch die Anregungen. «So sehen wir sofort, wie gut eine Geschmacksrichtung ankommt.»

Es begann vor rund zwei Jahren

Anfang 2015 hat Hanspeter Amsler begonnen, auf dem elterlichen Hof die Fricktaler Glace herzustellen. Die Idee kam ursprünglich auf, weil der Milchpreis in den letzten Jahren stetig gesunken ist. Für die Milchverwertung war eine Alternative gefragt. Schnell sei klar gewesen, dass die Glace-Produktion eine Möglichkeit wäre, erinnert sich Amsler. Und schnell stand ebenfalls fest, dass er sich als gelernter Koch um diesen Betriebszweig kümmern werde. Seine Eltern Christine und Hans seien als Leiter des Söhrenhofs schon stark genug gefordert. «Wir sind ein vielseitiger Landwirtschaftsbetrieb.» Durch seine Ausbildung brachte Hanspeter Amsler die nötigen Grundkenntnisse mit. Für seine neue Aufgabe bildete er sich weiter und besuchte zudem andere Glace-Produzenten und tauschte sich mit diesen aus.

Die Fricktaler Glace war von Beginn weg eine Erfolgsgeschichte. Entgegen kam Amsler der Umstand, dass der Söhrenhof durch seine traditionellen Hoffeste einen grossen Bekanntheitsgrad geniesst. Bei dieser Gelegenheit brachte er seine Kreationen unter die Leute.

Amsler konnte die Produktion ausbauen und schon nach kurzer Zeit verschiedene Hofläden, Delikatessengeschäfte, Cafés sowie drei Volg-Läden und drei Landi-Läden beliefern. Mit seinem Glace-Wagen ist er überdies präsent an Vereinsanlässen, Firmenjubiläen, Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten. «Es ist immer ein bisschen mehr geworden.» In diesem Jahr hat er einen weiteren, bedeutenden Schritt gemacht: Seit März sind seine Fricktaler Glace in zehn Coop-Filialen erhältlich. Wie kam es dazu? Die Zusammenarbeit mit Coop bestehe schon länger, sagt Amsler. Der Grossverteiler ist Abnehmer von Grünspargeln sowie Sirup und Spargel-
Kernotto vom Söhrenhof und zeigte Interesse an der Fricktaler Glace.

Hanspeter Amsler bei der Glace-Produktion auf dem Söhrenhof in Bözen

Hanspeter Amsler bei der Glace-Produktion auf dem Söhrenhof in Bözen

Weiterer Ausbau ist das Ziel

4000 Liter Glace hat Amsler im letzten Jahr hergestellt. Heuer werden es bedeutend mehr, sagt er. Und die Entwicklung, fügt er an, soll im gleichen Stil und in der gleichen Richtung weitergehen. Derzeit produziere er durchschnittlich an zwei Tagen pro Woche, das Ziel sei es, sich in einem 100-Prozent-Pensum um die Fricktaler Glace kümmern zu können. Nebenbei: Für 1 Liter Milchglace braucht es rund 6 Deziliter Milch.

Die Kapazität jedenfalls sei vorhanden, sagt Amsler. Von Anfang an setzte er auf eine professionelle Infrastruktur. «Ich war überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind», führt er mit einem Schmunzeln aus. Weil der Platz in der Gastroküche langsam eng wird, ist auf dem Söhrenhof jetzt sogar ein eigener Raum für die die Produktion der Fricktaler Glace geplant. Er könne, ergänzt Amsler, glücklicherweise auf seine Eltern zählen. «Ohne ihre Unterstützung wäre eine Erweiterung in dieser Form nicht möglich.»

Spargel- und Grillfest auf dem Söhrenhof in Bözen mit Weindegustation, Dessertbuffet und Kinderspielplatz: Pfingstsamstag, 3. Juni, 11 bis 23 Uhr; Pfingstmontag, 5. Juni, 11 bis 19 Uhr.