Veltheim
Keine Lösung gefunden: Bei der Jugendarbeit legt der Gemeinderat einen Marschhalt ein

Veltheim sieht sich nicht in der Lage, geeignete Räumlichkeiten in Eigenregie zu erwerben und ein solches Engagement alleine zu finanzieren. Doch auch andere Faktoren spielen mit.

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Die Bereitstellung von Räumlichkeiten für die Jugendarbeit ist in Veltheim ein Problem.

Die Bereitstellung von Räumlichkeiten für die Jugendarbeit ist in Veltheim ein Problem.

Sandra Ardizzone (13. Januar 2020)

«Das Thema Jugendarbeit bietet seit Jahren in unserem Dorf und im Schenkenbergertal Gesprächsstoff», heisst es im aktuellen Mitteilungsblatt in Veltheim. Der Gemeinderat sei gewillt, in dieser Angelegenheit für die Jugend tätig zu werden, habe sowohl mit den Talgemeinden zwecks Aufgleisung einer regionalen Lösung wie auch mit der Dorfbevölkerung das Gespräch gesucht. «Mit den Talgemeinden konnte keine regionale Lösung bewerkstelligt werden», so die Behörde.

Aufrufe bei der Bevölkerung hätten zwar immer wieder Reaktionen ausgelöst, die auch zu Diskussionsrunden in verschiedenen Besetzungen führten. Konkrete Ergebnisse oder die Bildung einer eigentlichen Trägerschaft unter dem Patronat der Gemeinde hätten aber nie erarbeitet werden können. Ein grosses Problem sei die Bereitstellung geeigneter Räumlichkeiten, führt der Gemeinderat aus.

Mögliche Jugendraumobjekte stiessen immer wieder auf Widerstand

Einerseits wäre es der Gemeinde Veltheim aus finanziellen Gründen alleine kaum möglich, solche in Eigenregie zu erwerben und dann eventuell auch noch umzubauen. Die Behörde schreibt:

«Kostenintensiv wäre zusätzlich der Betrieb eines solchen Jugendraums.»

Veltheim alleine sei nicht in der Lage, ein solches Engagement der Jugendförderung alleine zu finanzieren. «Sicherlich wäre es auch so, dass nicht nur Jugendliche unserer Gemeinde, sondern auch aus der näheren Umgebung diesen Jugendraum aufsuchen würden», stellt der Gemeinderat fest. «Eine regionale Lösung wäre daher sinnvoll.»

Andererseits sei der Gemeinderat bei möglichen Jugendraumobjekten immer wieder auf Widerstand aus der Nachbarschaft gestossen. «Die Nachbarschaft geht immer davon aus, dass aus einem Jugendraumbetrieb grosse und negative Einwirkungen auf private Liegenschaften zu erwarten sind.»

Bei nachhaltigen Lösungsvorschlägen würde weitergearbeitet werden

Kurz: Der Gemeinderat erachtet die Jugendarbeit «nach wie vor als sehr wichtig, sieht sich aus vorerwähnten Gründen aber vorläufig ausserstande, in dieser Angelegenheit weiter tätig zu sein», steht im Mitteilungsblatt. Das Geschäft werde daher einem eigentlichen Marschhalt unterworfen.

Der Gemeinderat sei aber selbstverständlich zur Weiterbearbeitung bereit, sofern aus der Bevölkerung oder von Vereinen oder weiteren Institutionen – auch von den politischen Gemeinden der Umgebung – nachhaltige Lösungsvorschläge zur Diskussion unterbreitet würden.